Mark Williams

08. Mai 2018 10:57; Akt: 08.05.2018 14:26 Print

Weltmeister erscheint nackt zur Pressekonferenz

von Adrian Hunziker - Mark Williams holt in Sheffield seinen dritten WM-Titel im Snooker. Mehr zu reden gibt, was nach dem Triumph passiert.

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Snooker ist die Gentlemen-Sportart schlechthin. Fluchen und Wutausbrüche allgemein sind genauso verpönt wie den Gegner zu provozieren oder laute Fans. Ein nackter Mann scheint jedoch problemlos durchzugehen.

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Nun gut, der Nackte befand sich nicht direkt am Final Table im Crucible in Sheffield, wo jedes Jahr die Weltmeisterschaften ausgetragen werden, sondern an der Pressekonferenz. Und es handelte sich nicht um irgendjemanden, sondern um den neuen Weltmeister Mark Williams. Der 43-jährige Waliser hatte vor dem Turnier angekündigt, dass er nackt an der Pressekonferenz auftreten werde, sollte er seinen dritten WM-Titel nach 2000 und 2003 gewinnen.

Phalanx der Engländer durchbrochen

Der Final, der am Sonntag begonnen hatte und am Montagabend endete, war an Spannung kaum zu überbieten. Das Endspiel findet jeweils im Best-of-35-Format statt. Das bedeutet, der Spieler, der zuerst 18 Frames gewinnt, holt sich den Titel. Williams hatte nach den ersten drei Sessions wie der klare Sieger ausgesehen, hatte stets geführt und lag am Montagabend bereits 15:10 voraus.

Doch John Higgins, Spitzname «Wizard of Wishaw», kämpfte sich auf 15:15 heran. «The Welsh Potting Machine» konnte aber noch eine Schippe drauflegen und gewann letztlich den spannenden Vergleich gegen den Schotten 18:16. Damit durchbrach der Waliser die Phalanx der Engländer, die die letzten sechs Titel in Serie eingeheimst hatten. Dieses Endspiel war das erste seit dreizehn Jahren, das erst im 34. Frame entschieden wurde.

«Kommt nicht zu nahe!»

Williams verdrückte bei der Pokalübergabe einige Freudentränen. Und er hielt bei der Pressekonferenz Wort: Er trat nur mit einem Handtuch bekleidet vor die Medienmeute. Als er sich gesetzt hatte, zog er gar noch das Tuch weg und sagte: «Kommt nicht zu nahe!»




Weiter gab er zu Protokoll: «Ich fühle mich ein wenig unwohl im Moment. Es ist ein bisschen kalt hier.» Williams war ob seines Triumphs selber überrascht: «Auch wenn ich nie mehr ein anderes Turnier gewinnen werde, ist es mir egal. Ich habe etwas erreicht, an das ich selber nicht geglaubt hatte.» Williams ist mit 43 Jahren nicht nur der älteste Weltmeister seit Ray Reardon 1978, die Zeitspanne von 15 Jahren seit seinem letzten Titel ist ebenfalls ein Rekord.

Ehefrau wendete Rücktritt ab

Auch für die Snooker-Welt war Williams' Titel eine Überraschung. Der Waliser hatte im vergangenen Sommer beinahe seinen Rücktritt vom Spitzensport gegeben, seine Frau Jo habe ihn jedoch vom Gegenteil überzeugt. «Sie wollte mich wohl nicht 24 Stunden am Tag im Haus haben», scherzte Williams.

Apropos scherzen: Williams gab noch an der Pressekonferenz bekannt, dass er den Nackt-Stunt im nächsten Jahr wiederholen würde, sollte er nochmals Weltmeister werden. «Und ich schlage nackt ein Rad.»
(Video: AFP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hermann am 08.05.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitzenklasse

    Ein Gentleman hält Wort!

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  • TheBrian am 08.05.2018 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Brite

    Mein erster Gedanke: "Das muss ein Brite sein!" Haha, guter Mann!

  • Snooker am 08.05.2018 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere Mark Williams!

    Ein wahnsinns Match! Hätte es beiden gegönt aber Mark etwas mehr! Shot of the tournament war meiner Meining nach auch von ihm: Hawkins gegen Williams (Halbfinal) wie er mit einer roten Ball ein zweiter wegspielte!! Konnten siene Kollegen bei BBC (Doherty und McManus) nicht nachnachen. Auch ein lustiger Person, gab ein paar witzige Interviews auf BBC. Nächstes Jahr soll Ursenbacher wieder mitmachen. Wäre toll!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • weiter so am 09.05.2018 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht hat er

    Recht hat er. Für mich hat dies jedoch nichts mir Sport zu tun. Eher ein Spiel mit enormer Konzentration und innerer Anspannanung, gekoppelt mit Ruhe.

  • McClane am 09.05.2018 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Solche Geschichten kann eben nur der Sport schreiben. Er hat sich das so verdient, der final war der Hammer, und ich mag es ihm von Herzen gönnen. Und das feiern gehört sich so!

  • Kunigunde am 09.05.2018 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shit happens

    Waliser vertragen noch mehr als die Engländer. Und die saufen uns schon unter den Tisch ;) Aber ja: wer trinken kann muss auch den Kater danach ertragen können.

    • Träume am 09.05.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kunigunde

      Da muss aber Richard Burton einen Gendefekt gehabt haben. Er war Waliser, der Alkohol brachte ihn im 59. Altersjahr um. Ich hatte damals den Jungmädchentraum, dass Liz Taylor und er noch ein viertes Mal zusammenkommen und viele, viele Jahre glücklich sind.

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  • urschweizer am 09.05.2018 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Muss das die Welt zwingend wissen ...

    Ich meine, die Welt kann gut auf solche Schrottnachrichten verzichten. Mit die Welt ist natürlich die vernünftige Hälfte gemeint ... :-) Übrigens näme mich wunder, wie viel das Tatoostudio "springen" liess.

    • Flachländer am 09.05.2018 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @urschweizer

      Und was rechtfertigt Ihren Kommentar? Nur weil Sie kein Snooker interssiert? Der Typ hat vermutlich mehr Stil als die 22 Promaten die eibem Ball nachjagen. Abwe deswegen reklamiere ich auch nicht über Klatsch und Tratsch aus dem Fussball...

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  • Gusti am 09.05.2018 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Tja haha

    Wer feiert muss auch die Konsequenzen tragen ;-)