LeBron James

16. Oktober 2019 18:11; Akt: 30.10.2019 18:38 Print

Er beleidigt Trump und kuscht vor China

LeBron James wehrt sich gegen soziale Missstände und wird dafür gefeiert. Seine jüngsten Aktionen lassen nun aber Doppelmoral vermuten.

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Ein König darf ja so ziemlich alles. Das findet auch LeBron James, eine Art Überfigur im Basketball. Ungeniert nennt sich der dreifache NBA-Champion «King James». Und er nutzt die Macht sehr gerne, die dieser Titel mit sich bringt. Gerade, wenn es um die sozialen Misstände in den USA geht, den latenten Rassismus, da wird er laut und deutlich. Er schreckt nicht davor zurück, den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump als «Penner» zu bezeichnen. Schliesslich darf ein König ja so ziemlich alles. Dafür wird er von vielen Fans gefeiert. Sie lieben seinen Mut. Und erleben jetzt eine bittere Enttäuschung.

Denn sie bröckelt, LeBrons Unabhängigkeit. Oder besser gesagt, sie hat offenbar ihren Bezwinger gefunden. Jemanden, der mächtiger ist. China. «Schwierig», sei sie gewesen, die Tour seiner LA Lakers im bevölkerungsreichsten Land der Welt. Grund dafür dürfte Daryl Morey gewesen sein, General Manager der Houston Rockets. Der hatte es nämlich gewagt, sich via Twitter mit den Demonstranten in Hongkong zu solidarisieren. «Kämpft für Freiheit. Steht zu Hongkong», twitterte er. Zwar löschte der 47-Jährige seinen Eintrag schnell wieder, doch da war die Maschinerie bereits gestartet. Unaufhaltsam. Der chinesische Basketballverband beendete die Zusammenarbeit mit den Rockets, und chinesische Unternehmen kündigten ihre Geschäftsbeziehungen mit der NBA.

Die negative Seite der freien Meinungsäusserung

Und plötzlich übte sich auch der laute König in Zurückhaltung. «Ich glaube», begann James seine Erklärung über Moreys Tweet, «er war falsch informiert und nicht mit der gegebenen Situation vertraut, als er sprach.» Dann mahnte er: «Natürlich haben wir das Recht auf freie Meinungsäusserung, aber damit kann auch viel Negatives verbunden sein.» Besonders negativ könnten die Folgen sein «wenn man nicht an andere denkt, wenn man nur an sich denkt». Dafür wird er in China jetzt in sozialen Netzwerken als «unabhängig denkender Star» bezeichnet. Obwohl, das mit der Unabhängigkeit ist da so eine Sache.

Für seinen Sponsor, einen Sportartikelgiganten, gehört er zu den wichtigsten Werbeträgern in Asien. Immer wieder reist James zu PR-Zwecken durch China. Ohnehin ist China ein wichtiger Markt für die NBA. Das erklärt, weshalb auch die renommierten Trainer Steve Kerr von den Golden State Warriors und Gregg Popovich von den San Antonio Spurs kleinlaut werden, sobald es um Chinas politische Lage geht. Via Twitter spottete Trump: «Sie sprechen schlecht über die USA, aber wenn es um China geht, wollen sie nichts Schlechtes sagen.» Kerr habe sich «wie ein kleiner Junge» verhalten, als er zur Situation befragt wurde.

Sie, LeBron James und weitere nun schweigende NBA-Stars, haben eines gemeinsam: Sie reklamieren in ihrer Heimat das Recht von freier Meinungsäusserung, Gleichberechtigung und Respekt. Sobald es aber um China geht, sagen sie lieber gar nichts mehr. Wäre schliesslich schlecht fürs Geschäft.

Resultate und Tabellen

(fas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 16.10.2019 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    alles cool, bis man selbst betroffen ist

    Ist wie bei unseren Klimafreunden. Sobald sie sich einschränken müssten (bzw wie hier weniger zu verdienen) ist es einem plötzlich nicht mehr ganz so wichtig.

  • Datenschutzdude am 16.10.2019 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    China, das Negativbeispiel

    Es wird noch schlimmer! Ab 2020 müssen alle Chinesen vor Nutzung des Internets sich mit einer ID identifizieren. Wer China verteidigt ist ein Menschenfeind, ein Unterstützer eines diktatorischen Regimes. China ist das Paradebeispiel dessen, wenn der Bürger im Sinne von "nichts zu verbergen" seine Freiheitsrechte an jene abtritt, die ihn beherrschen.

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  • Mr. Spock am 16.10.2019 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, wenn's ums

    Geld geht kann man schon Mal sämtliche Prinzipien über den Haufen werfen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eufemio Bernasconi am 17.10.2019 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    3:6 löl

    King James. Dass ich nicht lache. Ein König, der 3 "Kriege gewonnen und 6 "Kriege" verloren hat, ist kein König. Der taugt nicht mal als Hofnarr. Sicher ein guter Spieler, aber nie und nimmer ein King. Ich erinnere mich da an einen andern, der war 6x im Finale, hat 6x gewonnen, war 6x finals MVP und hat nie ein Spiel 7 im Finale zugelassen...ohne jetzt Namen nennen zu wollen xD

  • DavidBelfort am 16.10.2019 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Uwe1981 am 16.10.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einbussen

    Wenn etwas geändert werden soll, müssen persönliche Einbussen als Einsatz mitgerechnet werden. Es hat schon oft genug Menschen mit ihrem wertvollsten getroffen. Die setzten ihr Leben ein. Ein paar Verträge weniger sind da vergleichsweise wenig ....

    • Qing James am 17.10.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Uwe1981

      Der hat ja schon genug Geld. Wovor fürchtet der sich denn? Der kann niemals arm werden (ausser er hat alles in China investiert)...

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  • Datenschutzdude am 16.10.2019 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    China, das Negativbeispiel

    Es wird noch schlimmer! Ab 2020 müssen alle Chinesen vor Nutzung des Internets sich mit einer ID identifizieren. Wer China verteidigt ist ein Menschenfeind, ein Unterstützer eines diktatorischen Regimes. China ist das Paradebeispiel dessen, wenn der Bürger im Sinne von "nichts zu verbergen" seine Freiheitsrechte an jene abtritt, die ihn beherrschen.

    • Stu Ungar am 17.10.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Datenschutzdude

      Und das wird bei uns ganz sicher nie, nie, nie eingeführt werden. Versprochen?

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  • Manu el am 16.10.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    kämpft gegen soz. Misstände in den USA

    Ach wie mutig für freie Meinungsäusserung und Gleichberechtigung in einem westlichen Land zu sein. Geht es aber um die Unterstützung von DemonstrantInnen in anderen Ländern wie China ist man plötzlich nicht mehr so engagiert. Jede(r) ist sich selbst am nächsten, insbesondere Moralapostel...