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12. November 2018 23:57; Akt: 12.11.2018 23:57 Print

Djokovic überzeugt im Duell mit Isner

Solari ist nun definitiv Trainer von Real Madrid +++ Klinsmanns Sohn steht vor Debüt mit den USA +++ Duell an Schach-WM verläuft auf Augenhöhe +++ Zverev beweist gegen Cilic Nervenstärke +++

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An den ATP Finals in London wurde nach Alexander Zverev auch Novak Djokovic in seinem ersten Gruppenspiel seiner Favoritenrolle gerecht. Während viele Spieler zu Beginn in der gigantischen O2 Arena mit den Bedingungen zu kämpfen hatten, kannte der Topfavorit und Weltranglistenerste keinerlei Startschwierigkeiten. Djokovic nahm dem 2,08 m grossen Aufschlagkönig John Isner schon früh den Service ab und bezwang den US-Amerikaner völlig ungefährdet 6:4, 6:3. Im zweiten Satz gelang Djokovic der entscheidende Aufschlagdurchbruch zum 4:3, selber musste er keine Breakchance abwehren. Der Serbe stellte damit auch in London seine Glanzform unter Beweis, die ihn im Eiltempo wieder an die Spitze der Weltrangliste gebracht hat. Seit Juni und mit Start des Turniers in Wimbledon hat Djokovic nur gerade zwei Partien verloren. Er ist damit auf gutem Weg, mit einem sechsten Titel zu Masters Rekordhalter Roger Federer aufzuschliessen. Djokovic steht am Mittwoch dem Deutschen Alexander Zverev gegenüber. Letzterer kann ohne allzu grossen Druck gegen die Weltnummer 1 aufspielen. Die Trainerfrage bei Real Madrid ist geklärt. Der argentinische Interimscoach Santiago Solari, der den abgesetzten Julen Lopetegui abgelöst hatte, ist nach vier Siegen in Folge offiziell zum Cheftrainer ernannt worden. Am Montagmorgen hatte Real dem spanischen Fussballverband die Dokumente zugesandt, die Solari als Trainer der Mannschaft ausweisen. Zuvor waren die zwei Wochen, die als längste Frist für eine Interimslösung festgelegt sind, abgelaufen. Reals Präsident Florentino Perez hatte sich den zurzeit nicht beschäftigten Italiener Antonio Conte oder den ehemaligen Real-Coach und aktuellen Manchester-United-Trainer José Mourinho als Nachfolger gewünscht. Beide sagten jedoch ab. Der 42-jährige Solari, der bislang Coach von Reals 2. Mannschaft war, überzeugte in den letzten Wochen und fuhr im Cup, in der Meisterschaft (La Liga) sowie in der Champions League in vier Partien mit dem Team ein Torverhältnis von 15:2 ein. In der Meisterschaft ist Real auf vier Punkte an Leader Barcelona herangerückt. Goalie Jonathan Klinsmann, Sohn von Jürgen Klinsmann, hat sein erstes Aufgebot für die Nationalmannschaft der USA erhalten. Die US-Auswahl bestreitet in den nächsten Tagen Länderspiele gegen England und Italien. Bei seinem Club Hertha Berlin ist der 21-jährige Klinsmann junior nur der dritte Torhüter hinter dem Norweger Rune Jarstein und dem Deutschen Thomas Kraft. Der amerikanische-deutsche Doppelbürger wurde von Interimscoach Dave Sarachan berufen, nachdem sich Zack Steffen verletzt hatte. Herausforderer Fabiano Caruana aus den USA und Titelverteidiger Magnus Carlsen spielten auch in der 3. Partie der Schach-WM in London remis. Caruana vermochte mit den weissen Figuren keinen Druck zu entwickeln. Die Spieler wählten die gleiche Eröffnung wie in der 1. Partie vom Freitag, als Caruana beinahe mit Weiss verloren hätte. Der Amerikaner wich diesmal zuerst vom gängigen Schema ab, konnte seinen Gegner aber nicht überraschen. Nach der Eröffnung schien der Herausforderer leichte Vorteile am Damenflügel zu besitzen, doch er fand keinen Plan, um den Weltmeister aus Norwegen nachhaltig unter Druck zu setzen. Danach entwickelte Carlsen mehr Zug. Der 27-Jährige kämpfte mit seinem Läufer gegen das weisse Pferd und versuchte, dank einem Freibauern am Damenflügel seinen minimalen Stellungsvorteil zum vollen Punkt zu verwerten. Caruana verteidigte sich aber durchgehend umsichtig und sicherte das Remis nach 49 Zügen ab. Nach dem aufregenden Start in die WM nahmen die Spieler in der 3. Partie das Tempo heraus. Sie scheuten das Risiko und teilten nach völlig ausgeglichenem Verlauf den Punkt. Am Dienstag geniesst Carlsen den Vorteil der weissen Figuren. Alexander Zverev, mit 21 der mit Abstand jüngste Spieler an den ATP Finals, startete wie im letzten Jahr mit einem Sieg ins Turnier. In der Londoner O2 Arena setzte sich der Deutsche nach einem Fehlstart 7:6 (7:5), 7:6 (7:1) gegen den Kroaten Marin Cilic durch. Im ersten Satz schien Cilic nach einem frühen Break zum 2:0 alles im Griff zu haben, ehe er eine 5:2-Führung noch aus der Hand gab. In beiden Tie-Breaks hatte dann der neun Jahre jüngere Hamburger die besseren Nerven. In der zweiten Kurzentscheidung unterliefen der Weltnummer 7 Cilic zwei krasse Eigenfehler und ein Doppelfehler, so dass der zwei Positionen besser klassierte Zverev nach gut zwei Stunden mit einem Servicewinner beim ersten Matchball zum Sieg kam. Er war auch im letzten Jahr erfolgreich ins Turnier gestartet, verpasste die Halbfinals aber nach zwei knappen Niederlagen gegen Roger Federer und Jack Sock dennoch. Cilic kommt hingegen bei den ATP Finals auf keinen grünen Zweig. Bei der vierten Teilnahme steht er nun bei einem Sieg und neun Niederlagen. Alassane Pléa, der neue Goalgetter von Borussia Mönchengladbach, hat erstmals ein Aufgebot für die französische Nationalmannschaft erhalten. Er ersetzt im Weltmeister-Kader von Nationalcoach Didier Deschamps den verletzten Alexandre Lacazette von Arsenal, der seinerseits anstelle des ebenfalls verletzten Anthony Martial hätte einrücken sollen. Frankreich spielt am Freitag in der Nations League auswärts gegen Holland und am nächsten Dienstag ein Länderspiel daheim gegen Uruguay. Der 25-jährige Pléa hat in der Bundesliga-Saison schon acht Tore erzielt, drei davon letzten Samstag bei Gladbachs 3:1-Sieg bei Werder Bremen. Biel, der Leader der National League, verlängert den Vertrag mit seinem finnischen Erfolgstrainer Antti Törmänen (48). Der neue Kontrakt ist bis 2021 gültig. Der frühere Meistermacher des SC Bern (2013) hatte die Seeländer vor elf Monaten übernommen und den Club damals weg vom Playoff-Trennstrich in den 3. Rang zum Ende der Qualifikation geführt. Im Playoff starteten die Seeländer gegen Rekordmeister Davos erfolgreich, scheiterten dann aber in den Halbfinals an Lugano. Aktuell führt Biel die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung auf den Kantonsrivalen SC Bern an. Sportlich findet Real Madrid unter dem argentinischen Interimstrainer Santiago Solari je länger je besser aus dem Tief, aber die Liste der verletzten Spieler wird – vor allem was die Defensive angeht – immer länger. Die neusten Ausfälle betreffen Mittelfeldspieler Casemiro (l. im Duell mit Jakub Reznicek von Pilzen in der Champions League) und Verteidiger Nacho. Sie verletzten sich am Samstag beim 4:2-Sieg bei Celta Vigo am Knöchel respektive am Knie. Wie lange sie ausfallen, ist noch nicht klar. Schon vorher verletzt waren die Verteidiger Marcelo, Dani Carvajal, Raphaël Varane und Jesus Vallejo. So gesehen, kommt die Pause während der Länderspiele Real entgegen. Bei seiner 7. Teilnahme an der prestigeträchtigen Segelregatta «Route du Rhum» ging der Franzose Francis Joyon (l.) endlich als Sieger hervor – und dies auf spektakuläre Art und Weise. Als sein 35-jähriger Landsmann François Gabart (r.), der seit Beginn des Rennens mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, vor Guadeloupe in eine Schwachwindzone geriet und langsamer wurde, rückte Joyon immer näher. In einem dramatischen Finale überholte der 62 Jahre alte Segler den Jungstar Gabart und war rund sieben Minuten schneller am Ziel. Der unterlegene Gabart, so teilte sein Rennteam mit, habe während der stürmischen Regatta mehrere Havarien erlitten. So habe er bereits am Montag ein Segel verloren, dann sei das rechte Foil und später das linke Schwert gebrochen. So lässt sich die Aufholjagd von Joyon erklären. Joyon legte die rund 6500 km lange transatlantische Strecke von der nordöstlichen Bretagne zur französischen Karibik-Insel Guadeloupe in der Rekordzeit von 7 Tagen, 14 Stunden und 21 Minuten zurück. Er segelte einen Trimaran der Klasse Ultime. Die Transatlantik-Einhand-Segelregatta «Route du Rhum» wird seit 1978 alle vier Jahre ausgetragen. Diesmal gingen in sechs Bootsklassen 123 Skipper als Solosegler an den Start. Der Genfer Alan Roura belegt in der Imoca-Klasse (Einrumpfboote von gut 18 Metern Länge) den 6. Zwischenrang. Er hat rund die Hälfte der Strecke geschafft. Frankreich muss am übernächsten Wochenende in Lille im Davis-Cup-Final gegen Kroatien auf Richard Gasquet verzichten. Der als Nummer 26 der Weltrangliste bestklassierte Franzose sagte am Montag wegen einer nicht näher präzisierten Verletzung ab. Team-Captain Yannick Noah wird am Dienstag seine Nomination bekanntgeben. Nina Kost stellte an den Kurzbahn-Meisterschaften des deutschen Bundeslandes Hessen in Baunatal zwei Schweizer Rekorde auf. Die deutsch-schweizerische Doppelbürgerin verbesserte ihre eigenen Bestmarken, die sie erst vor wenigen Tagen in Norwegen aufgestellt hatte. Über 50 m Crawl schlug Kost nach 24,71 Sekunden an, sieben Hundertstel schneller als zuvor in Kristiansand. Die 100 m Rücken absolvierte sie in 59,05 Sekunden. Damit war die 23-Jährige 35 Hundertstelsekunden schneller als vor Wochenfrist. Weltmeister Frankreich muss am Freitag im Nations-League-Spiel gegen Holland sowie vier Tage später im Testspiel gegen Uruguay auf Paul Pogba (l.) verzichten. Wie der französische Verband bekannt gab, wurde beim Star von Manchester United eine Muskelverletzung im Oberschenkel diagnostiziert. Neben Pogba fällt dessen Clubkollege Anthony Martial ebenfalls (wegen Adduktorenproblemen) aus. Der Schweizer Nationalstürmer Christoph Bertschy von Lausanne wurde wegen Vortäuschen eines Fouls im National-League-Spiel vom 30. Oktober zwischen Genève-Servette und Lausanne (4:6) mit 1200 Franken gebüsst. Ambri-Piotta muss rund drei Wochen auf seinen verletzten Schweizer Nationalverteidiger Michael Fora verzichten. Der WM-Silbermedaillengewinner erlitt am Deutschland Cup in Krefeld eine Adduktorenverletzung. Wenige Tage vor Fora hatte sich bei Ambri mit Matt D'Agostini ein anderer Leistungsträger verletzt. Der zweitbeste Skorer der Leventiner fällt mit einem Lendenwirbelbruch bis Jahresende aus. An der der ausserordentlichen Delegiertenversammlung des Schweizerischen Kanu-Verbandes in Magglingen wurde Alain Zurkinden einstimmig zum Präsidenten und damit zum Nachfolger des zurückgetretenen Balz Bütikofer gewählt. Der 42-jährige Zurkinden war früher selbst Wildwasser-Wettkampfsportler. Zudem führte er zwölf Jahre lang den Kanuklub Freiburg. Belinda Bencic gewinnt erstmals seit 11 Monaten wieder ein Turnier. Die Schweizerin triumphiert am ITF-Turnier in Las Vegas. Die 21-jährige Ostschweizerin, die in Nevada topgesetzt war, setzte sich im Final mit 7:5, 6:1 gegen die Amerikanerin Nicole Gibbs durch. Für die Nummer 37 der Welt war es der erste Turniersieg seit dem Gewinn des ITF-Turniers im letzten Dezember in Dubai. Für Bencic geht es diese Woche gleich weiter mit dem WTA-Turnier der 125K-Series in Houston. Auch im US-Bundesstaat Texas ist die Schweizerin topgesetzt. Nico Hischer verbrachte bei der 2:5-Niederlage seiner New Jersey Devils in Winnipeg nur etwas mehr als sechs Minuten auf dem Eis. Der Walliser verliess während des zweiten Drittels mit einer Oberkörper-Verletzung das Spielfeld und nahm zuerst auf der Ersatzbank Platz, bevor er in die Garderoben verschwand und nicht mehr auftauchte. Über die Art seiner Verletzung ist noch nichts bekannt. Über drei Wochen nach dem NBA-Saisonstart holten die Houston Rockets ihren ersten Heimsieg. Die Texaner gewinnen 115:103 gegen die Indiana Pacers. Die ersten vier Heimspiele hatten die letztjährigen Playoff-Halbfinalisten allesamt verloren. Houston belegt nach 12 Spielen in dieser Saison lediglich den 12. Rang in der Western Conference. James Harden führte sein Team mit 40 Punkten, seiner bisherigen Saisonbestleistung, zum Erfolg. Clint Capela steuerte 18 Punkte und 7 Rebounds zum Erfolg bei und war damit hinter Harden und Chris Paul (26 Zähler) drittbester Skorer seines Teams. Der 24-jährige Genfer erlitt bei einem Zusammenstoss mit Indianas Victor Oladipo eine Prellung am Knie. Laut Trainer Mike D'Antoni sollte Capela bis zur nächsten Partie in der Nacht auf Mittwoch in Denver aber wieder fit sein.

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(sda/red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luigi T am 20.10.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machs gut Tom!

    Er lag zu oft am Boden. Wollte wohl, aber nun sitzt ihm die Angst im Nacken. Da (...) wo die Jungen, respektlosen Wilden sich bekämpfen, am totalen Limit, wird er zurückstecken. Schade um den wirklich sympathischen Sportler, aber diese Geschichte dürfte gelaufen sein. Und trotzdem, hämische Kommentare hat ER ganz sicher nicht verdient. Vor Allem von der FrustItalofront, welche mit ihrem VR46 schon so sehr leiden müssen.

  • Outefan am 25.10.2018 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EHCK - EHCO

    War gestern zum ersten mal in Kloten. Eingangskontrollen sehr freundlich, Catering top und die Stimmung friedlich. Danke an den EHCK, Komme gerne wieder :) Gruss aus Olten

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  • Dodo am 26.10.2018 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    IST DAS Noch WICHTIG ?

    Soll er jetzt noch alles riskieren? Das er wieder die ganze Vorbereitung auf dem neuen Motorrad in der nächsten Saison in den Sand setzt ??????

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chiara am 13.11.2018 04:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und erstens kommt es anders...

    Djokovic und Zverew haben die Erwartungen erfüllt, Federer nicht. Das wird sich ändern.

  • Beobachter am 13.11.2018 00:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die reine Wahrheit ist....

    was kann den Idner ausser Aufschlag? Nichts! Und wenn sein Aufschlag nicht kommt kommt überhaupt nichts von ihm...eine totale Niete ist Isner....gegen so einen kann jeder schnell siegen wenn sein Aufschlag nicht in Asse verwandelt werden.

    • Beobachterin der Szene am 13.11.2018 03:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beobachter

      Richtig. Und was kann unser Fedi noch ausser dem Service? Auch nicht mehr viel. Zu langsam. Er schleicht auf dem Platz herum, wie die Tennisdamen.

    • Alice am 13.11.2018 03:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beobachterin der Szene

      Meist mit einer stinkigen Miene. Er verwickelt sich schnell in Streitgespräche mit dem Schiri. Das schätzt das Londonerpublikum gar nicht.

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  • Oli am 12.11.2018 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Novak

    Nole gewinnt in 74 Minuten .. Der beste Spieler spielt halt am besten, und sitzt deshalb auf dem Thron !!! Und meckert nicht rum wie die Nr. 3 ...

  • ENU am 12.11.2018 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generationenwechsel

    Ich denke langsam setzt der Generationenwechsel auch im Tennis durch. Wer zu spät zurücktritt den straft das Tennis. (Nadal, Federer, Cilic, Djokovic etc.)

  • Thiem am 12.11.2018 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch

    Beide, Zverev und Cilic werden uns in Zukunft noch viele, interessenta Spiele bereiten. Freue mich.