Wetterkapriolen

26. Juli 2019 16:37; Akt: 26.07.2019 21:57 Print

Hagelsturm stoppt Tour de France in den Alpen

Nach der Hitze kommt der Hagel. Die 19. Etappe muss rund 30 Kilometer vor dem Ziel abgebrochen werden. Mitfavorit Pinot gab früh auf.

Vom Wetter überrascht: Die 19 Etappe der Frankreich-Rundfahrt musste nach einem Hagelsturm abgebrochen werden. (Video: SRF)
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Wetter-Chaos statt Alpen-Spektakel bei der Tour de France: An einem Tag für die Geschichtsbücher musste die 19. Etappe nach sintflutartigen Regen- und Hagelschauern am Freitag abgebrochen. Die Abfahrt des Col d'Iseran war nach einer riesigen Schlammlawine nicht mehr passierbar. Ein grosses Räumfahrzeug versuchte die Schlamm- und Wassermassen von der Strasse zu schaffen, die Fahrer wurden gerade noch rechtzeitig von der Tour-Organisation gestoppt.

Damit endete eine denkwürdige Etappe im Chaos. Denn schon vor dem Wolkenbruch war es drunter und drüber gegangen. Erst musste Frankreichs Mitfavorit Thibaut Pinot unter vielen Tränen das Rennen aufgeben, ehe am vorletzten Anstieg dessen Landsmann und Gelbträger Julian Alaphilippe einen kleinen Einbruch erlitt. An der Spitze fuhr Egan Bernal seinem ersten Etappensieg und dem Gelben Trikot unwiderstehlich entgegen.

Schlussakt am Samstag

Die Jury entschied zunächst, dass die Zeitabstände auf dem Iseran genommen werden. Zwei Tage vor dem grossen Finale auf den Champs Élysees scheint vieles möglich. Der grosse Favorit auf den Triumph in Paris ist aber nun Bernal, der damit auch den Machtwechsel im Ineos-Team vollzogen hat. Mit im Rennen sind auch noch der britische Titelverteidiger Geraint Thomas und der Niederländer Steven Kruijswijk aus dem Team Jumbo Visma.


Nach Wetterumbruch: Radfans müssen vor einer Schlammlawine flüchten. (Video: Twitter)

Jetzt schaut alles auf den Schlussakt am Samstag, wenn die letzte Bergankunft in Val Thorens ansteht. 1900 Höhenmeter sind im Schlussanstieg zu bewältigen. Einen Vorgeschmack gab es bereits am Freitag, als es zunächst über die höchste in Europa zu befahrende Passstrasse ging. Und da ging es schon zur Sache. Erst attackierte Thomas, dann Bernal. Das war zu viel für Alaphilippe, der abreissen lassen musste.

Pinot gibt unter Tränen auf

Das französische Drama nahm bereits früh seinen Lauf. Gut 85 Kilometer vor dem Ziel stieg Pinot unter Tränen vom Rad. Ein Muskelfaserriss im linken Oberschenkel beendete alle Träume des 29-Jährigen, der seit Jahren der grosse Pechvogel ist. Der Tour-Dritte von 2014, der noch nie in seiner Karriere das Gelbe Trikot getragen hatte, musste bei seiner siebten Teilnahme bereits zum vierten Mal die Rundfahrt vorzeitig aufgeben. 2016 stoppte ihn eine Bronchitis. Besonders bitter war sein Aus beim Giro d'Italia 2018, als er zwei Etappen vor Schluss Gesamtdritter war, ehe ihn eine Lungenentzündung stoppte.


Bitterer Moment für den Franzosen Thibaut Pinot. Der Mitfavorit muss nach einer Verletzung aufgeben. (Video: SRF)

In diesem Jahr schien seine Stunde zu schlagen. Der Fahrer des Teams Groupama-FDJ hatte am vergangenen Wochenende bei der Bergankunft zum Tourmalet hinauf triumphiert und galt danach bei vielen Experten als grosser Favorit auf den Toursieg - am Freitag war alles vorbei.

106. Tour de France

Auf Grund der schlechten Wettervorhersagen für den Samstag musste auch die 20. Etappe drastisch verkürzt werden. Die Fahrer müssen neu nur 59 Kilometer zurücklegen. Dennoch hat es der einzige Berg der Etappe in sich, wenn auf dem 33,4 Kilometer langen Anstieg nach Val Thorens die Entscheidung über den Sieger der 106. Tour de France fällt. 5,5 Prozent geht es für die Fahrer zum 2365 Meter hohen Alpen-Riesen hinauf.

Resultate und Tabellen

(dpa/red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benjamin Becker am 26.07.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Natur

    Super Etappe mit unerwartetem Ende. Gewinner und Verlierer müssen die Natur akzeptieren können.

  • Flosiate am 26.07.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ärgerlich aber verständlich

    Ärgerlich für die Organisatoren aber vor allem für die Radprofis. Ich kann es nachvollziehen, dass sich einige über den Abbruch und somit über verpasste Chancen aufregen. Schaut man aber auf die Bilder der Strasse ist diese Entscheidung absolut nachvollziehbar.

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  • De.Dorftrottel. am 26.07.2019 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Heitere-Fahne.

    Winter."Vreni no än Rum-Punsch, bitte"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herrgöttli am 30.07.2019 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht, Greta!

    Da hast du den miesen Velofahren aber eins ausgewischt

    • Küde am 30.07.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herrgöttli

      Was soll dieser Kommentar. Findest du das lustig? Greta Thunberg steht immerhin zu dem was sie sagt.

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  • roll2go am 27.07.2019 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SturmO2

    Zum Glück liefert das Wetter den Stoff für das mediale Sommerloch. Hilfe, es ist Wetterwandel. Sofort eine SturmO2-Steuer? fordern!

  • Swiss Biker am 27.07.2019 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Selber fahren ist schöner und vorallem gesund!

    So, jetzt haben sie mehr Zeit um Blut auszutauschenu und sonstiges zu sich zunehmen, Schade, vorallem Armstrong hat den Radsport ruiniert. Alle die glauben, dass die Radfahrer sauber sind, tun mir leid!

  • Max Recht am 26.07.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Abruch ja, Ziel hätte unten sein sollen

    Man hätte die Zeitmessung unten nach der Abfahrt machen sollen!

  • Muttenzerin am 26.07.2019 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    5 nach 12

    3-4 cm Hagelkörner., heftiger Sturm, ca. 10 Minuten - vor wenigen Minuten in Muttenz. (& ich höre schon die Feuerwehr)

    • Bratteler am 27.07.2019 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Muttenzerin

      Schreck lass nach! die Welt geht unter... noch nie fielen irgendwo sooo grosse Hagelkörner.... quel horreur!!!

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