Punktesieg für Walujew

20. Dezember 2008 23:41; Akt: 21.12.2008 11:39 Print

Holyfield sehr nahe an der Überraschung

Der «russische Riese» Nikolai Walujew hat seinen Schwergewichts-Weltmeistertitel gegen «Box-Opa» Evander Holyfield erfolgreich verteidigt. Nach einem spannenden und ausgeglichenen Kampf entschieden die Kampfrichter ganz knapp mit 114:114, 116:112 und 115:114 für den Russen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die beiden lieferten sich über weite Strecken einen ausgeglichenen Kampf. Nach vorsichtigem Beginn schuf sich der 24 Zentimeter kleinere und 43,8 kg leichtere Herausforderer Holyfield, der von der Mehrheit der Zuschauer frenetisch unterstützt wurde, ein leichtes Übergewicht. Walujew liess sich aber nicht beeindrucken und übernahm mit Fortdauer des Kampfes immer mehr die Initiative. Ernsthaft ins Wanken brachte er den früheren Champion aus den USA aber nicht.

50. Sieg im 52. Kampf

Walujew, der für den Kampf eine Börse von rund 1,5 Millionen Dollar kassierte, feierte in seinem 52. Profikampf den 50. Sieg. Seine bisher einzige Niederlage hatte der zweifache Familienvater aus St. Petersburg im Frühjahr 2007 erlitten, als er den Titel gegen den Usbeken Ruslan Tschagajew zwischenzeitlich verlor. Im August dieses Jahres holte sich Walujew den vakanten Gürtel - Weltmeister Tschagajew konnte wegen eines Achillessehenrisses nicht zur Pflichtverteidigung antreten - mit einem Punktsieg gegen John Ruiz zurück.

Der krasse Aussenseiter und Herausforder Holyfield wurde trotz der Niederlage seinem Übernamen «The Real Deal» im ersten Schwergewichts-WM-Kampf in Zürich aber gerecht und bot eine gute Leistung. Der 46-jährige Amerikaner, dessen Karriere nun wohl endgültig vorbei sein dürfte, verpasste die Chance, als erster Schwergewichtsboxer zum fünften Mal Weltmeister einer der vier grossen Weltverbände (WBA, WBC, IBF, WBO) zu werden.

Holyfield: Punkterichter haben es anders gesehen

Bei einem Sieg wäre Holyfield mit 46 Jahren und zwei Monaten der älteste Schwergewichtsboxer gewesen, der je einen WM-Titel erringen konnte. Den Rekord hält weiterhin George Foreman (USA), der sich 1994 in Las Vegas im Alter von 45 Jahren und 10 Monaten dank einem K.o.-Sieg gegen Michael Moorer den WBA- und IBF-Titel sicherte.

«Ich bin nicht enttäuscht. Der Sieg war in Reichweite. Ich habe mehr geschlagen und getroffen. Doch die Punktrichter haben es anders gesehen», sagte Holyfield, der vor 14 Monaten seinen letzten Kampf absolviert hatte. Eine Pause, die keine negativen Auswirkungen auf sein Leistungsvermögen besass.

Glanzvoller Auftakt zum Kampf und zahlreiche Promis scharten sich um den Ring

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

(Video: EQ-TV)


(si/pre)


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sascha P. am 21.12.2008 01:06 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit!

    Dieses Urteil ist eine Frechheit! Holyfield hat bestimmt die ersten 5 Runden gewonnen. Der Rest war bestenfalls für den Russen ausgeglichen. Da wird nicht nur der Boxer, sondern auch das Publikum für dumm verkauft. Sauerland/King: schon bald schaut Euch keiner mehr zu...

  • Tyson am 21.12.2008 01:27 Report Diesen Beitrag melden

    Holyfield war besser

    Was Walujew zeigt hat nichts mit attraktiven Boxen zu tun. Holyfield mit seinen 46 Jahren hat mich positiv überrascht und ist für mich der moralische Sieger.

  • stefan am 21.12.2008 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    schwachsinn

    alle die sich nerven oder unzufrieden sind, tun mir leid ! Boxen ist einfach schwachsinn !!! zwei schlagen auf sich ein und jeder will der stärkere sein. das hirn wird durchgeklopft und zum schluss sind noch schwache hirnzellen vorhanden die keinen nutzen mehr haben, kein IQ !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kalinka am 23.12.2008 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    es liegt ganz klar auf der hand...

    ...der herausforderer muss ganz klar BESSER sein - und nicht GLEICH GUT - als der aktuelle titelträger. fakt ist - holyfield war das nicht. darum ist das ergebnis auch gerecht. mehr gibt es nicht zu sagen.

  • monzon am 22.12.2008 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    gemein aber gerecht

    wenn keine der zwei boxer champion wäre, wäre holyfield der klare gewinner dieser langweiliger kampf gewessen. dies war nicht der fall, holyfield hätte der champion valuev mindestens einmal auf dem brett legen oder gar ausknocken um zu gewinnen. die punkteenscheid war völlig richtig.

  • Artist am 22.12.2008 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es eben ...

    Die Punktrichter werden bestochen und erkären die boxerische Nullnummer Walujew zum Sieger und die Gegner der Klitscho-Brüder sind nur Fallobst. Der Boxsport ist tot.

  • cAsa am 22.12.2008 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlentscheid

    Meiner Meinung nach hatte Holyfield die klar deutlicheren Treffer gelandet wie kontrahent Waluiev.Der Weltmeister war meiner Meinung nach klar der hilflosere im Ring und konnte keine erkenbaren Zeichen setzen(null harte Gesichtstreffer).Kann die Punktrichter nicht verstehen

  • Dani (Thurgau) am 22.12.2008 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    war live dabei in Reihe 5

    Super Stimmung im Hallenstadion und warscheinlich einiges attraktiver anzuschauen als am TV. Man sollte sich beim Boxen jedoch gedanken machen, ob Kämpfe mit einem solchen Grössenunterschied überhaupt Sinn machen. Mein Vorschlag: Schwergewicht bis 2m und Schwergewicht ab 2m Körpergrösse.