Schwergewicht

23. September 2018 08:18; Akt: 23.09.2018 08:54 Print

Joshua wankt kurz, aber verteidigt seine Titel

Der Brite bleibt nach einem packenden Kampf gegen Alexander Powetkin Boxweltmeister. Der Russe bewegt sich auf Augenhöhe.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der 27-jährige Engländer Anthony Joshua verteidigte vor rund 85'000 Zuschauern im Londoner Wembleystadion seine WM-Titel nach WBA-Super-, WBO- und IBF-Version gegen den russischen Pflichtherausforderer Alexander Powetkin (39) durch technischen K.o. in der 7. Runde.

Joshua führte die Vorentscheidung mit einer rechten Geraden und einem linken Haken zu Powetkins Kopf herbei. Der Russe ging daraufhin zu Boden. Von diesem Niederschlag konnte sich Powetkin nicht mehr erholen, auch wenn der Kampf nochmals freigegeben wurde.

Joshua liess gleich einen Schlaghagel folgen, sodass der Ringrichter dazwischen ging und den Kampf abbrach. Es war der 21. vorzeitige Erfolg von Joshua bei 22:0 Siegen als Profi. Für Powetkin war es die zweite Niederlagen bei 34 Siegen.

Powetkin auf Augenhöhe

Powetkin war bis zum Zeitpunkt des Abbruchs ein starker Herausforderer und Gegner auf Augenhöhe. Der Olympiasieger von 2004 setzte den Olympiasieger von 2012 trotz Reichweiten-Nachteilen mit druckvollen Kombinationen wiederholt unter Druck.

Joshua sagte nach dem Kampf, dass ihn in der Vorbereitung ein Infekt geschwächt hätte. Doch hätte er auch grossen Respekt für seinen erfahrenen Gegner empfunden, der sich schon so lange in der Weltspitze halte. «Und vor ein paar Jahren hätte ich einen solchen Kampf wohl noch verloren», war sich Joshua sicher.

Zwar markierte der Champion mit seiner überlegenen Physis Präsenz. Doch der schnelle Kombinations-Puncher Powetkin, der im Profilager bislang maximal den regulären und damit «zweitklassigen» WBA-WM-Titel hielt (2011 bis 2013), blieb mit seinem wuchtigen linken Haken gefährlich. Joshua kassierte bereits zu Beginn der zweiten Runde eine blutige Nase, die später als Nasenbeinbruch diagnostiziert wurde.

Ab der 3. Runde versuchte Joshua mit einem aktiveren Jab den Herausforderer mehr auf Distanz zu halten, um seine Reichweitenvorteile auszuspielen. Von da an setzte Joshua mehr Akzente, auch wenn die fünfte Runde noch an Powetkin gegeben werden konnte. Dabei hatte der Russe selbst im vierten Umgang nach einem Treffer von Joshua oberhalb des linkem Auges ein Cut erlitten.

Beim offiziellen Wiegen einen Tag vor dem Fight hatte der 1,98 m grosse Joshua mit 111,6 Kilogramm fast elf Kilogramm mehr Gewicht auf die Waage gebracht als der 1,91 m grosse Pflichtherausforderer Powetkin (100,7 kg).

2019 gegen den Sieger aus Wilder vs. Fury?

Von den vier bedeutendsten WM-Titeln fehlt Joshua immer noch der WM-Gürtel nach WBC-Version. Diesen hält aktuell Deontay Wilder. Der Amerikaner wird seinen Titel am 1. Dezember an einem noch zu bestimmenden Ort gegen den ebenfalls ungeschlagenen Ex-Schwergewichts-Weltmeister und 2,06-Meter-Giganten Tyson Fury aus England verteidigen. Voraussichtlich wird der Fight in Las Vegas ausgetragen.

Der Sieger aus diesem Duell dürfte dann im nächsten Jahr gegen Joshua den unbestrittenen Schwergewichts-Weltmeister der Gegenwart ermitteln. Der nächste Kampf von Joshua ist auf jeden Fall schon terminiert; für den 13. April 2019 und erneut im Wembley-Stadion.

Gut möglich aber, dass Joshua zuerst selbst noch eine andere Option wählt Und sich beispielsweise zunächst nochmals mit seinem Landsmann Dillian Whyte misst. Gegen Whyte hatte sich Joshua 2015 bereits um den britischen sowie Commonwealth-Titel einen packenden Kampf geliefert. Damals gewann er ebenfalls durch TKO in der 7. Runde. Für den heute 30-jährigen Whyte ist es bis heute die einzige Niederlage als Profi bei 24 Siegen (17 vorzeitig).

Resultate und Tabellen

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franky am 23.09.2018 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher war es besser

    Wo sind heute die Boxer die es früher gab Tyson foreman hoyfield schade das waren noch Zeiten da ist Mann noch morgens um 3 Uhr aufgestanden

    einklappen einklappen
  • Boxing Fan am 23.09.2018 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bald von Thron Gestossen?

    Die Frage ist ob er auch Gerade steht wenn er einen Schwinger von Deontay Wilder bekommt. AJ lebt von seiner Panzer Statur. Technik sah beim Povetkin viel besser aus.

    einklappen einklappen
  • Mark am 23.09.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    klare Sache

    Joshua ist boxerisch solide, aber schlagbar, er ist kein Überboxer. Wilder ist genau der Boxer-Typ welcher ihm gefährlich werden kann, der Kampf ist offen. Hoffentlich wird jetzt nicht noch mehrere Jahre hinausgeschoben, der Kampf muss 2019 kommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissman73 am 23.09.2018 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Riesenkampf! Blinde Punktrichter

    Super Kampf gewesen von beiden. Als Povetkin in der 2. Runde Joshua die Nase gebrochen hat, dachte ich noch an eine Sensation. Als Joshua in der 7. Runde dann Ernst machte, ging es ganz schnell. Der Typ ist echt gut. Aber die 3 Punktrichter waren mal wieder blind. Povetkin dominierte 4 der ersten 6 Runden, trotzdem sahen die Punktrichter Joshua vorne... KOmisch. Schade noch, dass man 2,5 h auf den Hauptkampf warten musste, die Vorkämpfe waren Sch......rott. Wenigsten war der Kampf auf dem russischen Stream gratis. Mal sehen ob Wilder Joshua boxt oder ob es der Gypsi King macht. Spannend.

  • Rizikk am 23.09.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel Show

    Diese übertriebene Show vor dem Kampf muss echt nicht sein. Völlig übertrieben. Mit der Hebebühne kurz hoch und runter. Was soll das?

  • Farang am 23.09.2018 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Youtube

    ... sieht man Ausschnitte vom Kampf. Joshua Technisch besser - aber Powetkin gefährlicher! Nicht so souverän wie seinerseits Klitschko oder Tysen. Er wird schon bald eine Niederlage einfahren wenn das Glück mal auf Gegners Seite halt macht.

    • Dieter am 23.09.2018 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Farang

      Klitschko..die zeitlupenmumie..vergiss den endlich..hat ja richtig haue bekommen dieser technische nullnummer!

    einklappen einklappen
  • Mark am 23.09.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    klare Sache

    Joshua ist boxerisch solide, aber schlagbar, er ist kein Überboxer. Wilder ist genau der Boxer-Typ welcher ihm gefährlich werden kann, der Kampf ist offen. Hoffentlich wird jetzt nicht noch mehrere Jahre hinausgeschoben, der Kampf muss 2019 kommen.

  • Peter Wolf am 23.09.2018 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....nicht Schwergewicht

    Boxen im Schwergewicht, ist technisch im Moment weit weniger interessant, als etwa in in den unteren Gewichtsklassen. Schaue mir Kämpfe mit einem Lomachenko, oder einem Gennady Golowkin wesentlich lieber an. Spannen könnte künftig auch ein Kampf zwischen Saunders und Canelo oder GGG werden.