EM in Glasgow

10. August 2018 06:09; Akt: 10.08.2018 11:56 Print

Junge Turner schaffen den Exploit

von David Wiederkehr, Glasgow - Das Schweizer Team überrascht sich mit fünf Finalplätzen an der EM in Glasgow selber.

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Volle Konzentration bei Henji Mboyo. Der Schweizer und seine zwei Kollegen Oliver Hegi und Taha Serhani stehen im Teamfinal von Glasgow. (Bild: Keystone)

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Oliver Hegi (Reck und Barren), Taha Serhani (Reck) und der EM-Debütant Henji Mboyo (Barren) kämpfen am Sonntag in den Gerätefinals um die Medaillen. Damit übertraf das Trio die Erwartungen des Schweizerischen Turnverbands, der drei Gerätefinals als Ziel vorgegeben hatte. «Ich bin mehr als zufrieden», sagte Felix Stingelin, der Chef Spitzensport des STV. Vor allem auf die Leistung der jungen Athleten sei er sehr stolz.

Erster Anwärter auf eine mögliche Schweizer Medaille bleibt aber Teamsenior Hegi. Der 25-jährige Aargauer wurde seiner Leaderrolle gerecht, auch wenn er nur an drei Geräten zum Einsatz kam. Sowohl am Barren als auch auch am Reck zog er souverän in den Final der Top 8 ein, obwohl ihm am Reck ein Fehler unterlaufen war. «Wenn ich am Sonntag meine Sache ruhig durchziehe, dann kommt das Ganze positiv heraus», sagte Hegi, der sich 2017 am Königsgerät nur von seinem Teamkollegen Pablo Brägger hatte geschlagen geben müssen. Eine weitere Chance auf einen Final hatte Hegi zum Auftakt des Wettkampfs mit einem Sturz am Pauschenpferd vergeben.

Seinen nächsten Einsatz hat Hegi und seine Kollegen aber bereits am Samstag, wenn die Medaillen bei den Teams verteilt werden. Bereits dort darf von Edelmetall geträumt werden, klassierten sich die Schweizer doch nur einen Punkt hinter dem auf Platz 3 liegenden Deutschland. «Eine totale Überraschung», sagte Hegi.

Nicht alles perfekt

Trotz der letztlich ausgezeichneten Klassierung war dem jungen Schweizer Team allerdings nicht alles nach Wunsch gelaufen. Neben Hegi hatte auch Mboyo beim Roche am Sprung einen Sturz zu verzeichnen. Und auch am Pauschenpferd, an den Ringen und am Reck schlichen sich beim 19-jährigen Zürcher, der als einziger der fünf Schweizer einen Mehrkampf bestritt, einige Unsauberkeiten ein. Am Barren trumpfte Mboyo dann aber gross auf. «Ich musste endlich dem Team helfen und es unterstützen.» Dass er auch gleich den Einzug in seinen ersten Gerätefinal schaffte, damit rechnete niemand.

Eine starke Leistung boten Benjamin Gischard, der aufgrund von Kniebeschwerden auf einen Einsatz an seinen Paradegeräten Sprung und Boden verzichtete, und Noe Seifert. Der 19-Jährige kam wie Mboyo erstmals an internationalen Titelkämpfen im Einsatz und blieb ohne grossen Fehler.

Ohne Bronze-Trio von 2016

Der Wettkampf in der SSE-Hydro-Arena stellte einmal mehr unter Beweis, über welche Breite inzwischen der STV bei den Männern verfügt, hatte die Schweizer Riege in Schottland doch einige namhafte Absenzen zu beklagen. Pablo Brägger, der Europameister von 2017 am Reck, musste ebenso auf einen Start verzichten wie der dreifache EM-Medaillengewinner Christian Baumann. Für beide wären die Titelkämpfe in Glasgow zu früh gekommen, ihr Fokus gilt den Weltmeisterschaften Ende Oktober in Doha.

Eddy Yusof zog sich in der Vorbereitung auf die EM einen Fussbruch zu, ob er im Hinblick auf die WM wieder rechtzeitig wieder in Topform kommt, ist ungewiss. Brägger, Baumann und Yusof gehörten 2016 zum Quintett, das in Bern mit Bronze für die erste Schweizer Team-Medaille an einer EM gesorgt hatte. Die Wiederholung des Erfolgs von 2016 am Samstag wäre eine Sensation - aber Träumen ist erlaubt.

Resultate und Tabellen

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alter Turner am 10.08.2018 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Turner als Vorbilder

    Solche Nachrichten erfüllen mich mit Stolz und Dankbarkeit. Diese jungen Kerle lassen den Newcomer-Druck offenbar an sich vorbei gehen. Das Fussball-Nationalteam sollte sich das mal ansehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alter Turner am 10.08.2018 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Turner als Vorbilder

    Solche Nachrichten erfüllen mich mit Stolz und Dankbarkeit. Diese jungen Kerle lassen den Newcomer-Druck offenbar an sich vorbei gehen. Das Fussball-Nationalteam sollte sich das mal ansehen.