Tour de France

13. Juli 2019 18:12; Akt: 13.07.2019 18:35 Print

Kämpferischer De Gendt gewinnt 8. Etappe

Während sich ein Belgier den Tagessieg holt, erobert ein Franzose das gelbe Trikot zurück. Titelverteidiger Thomas übersteht einen Sturz schadlos.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Belgier Wout van Aert holt sich seinen ersten Etappensieg im Sprint vor dem Italiener Elia Viviani und Caleb Ewan aus Australien. Eine Windkantenattacke gegen Ende der Etappe wirbelte das Gesamtklassement durcheinander. Mitfavoriten verloren den Anschluss. Unter ihnen auch der Franzose Thibaut Pinot. Michael Schär (vorne) war lange Teil einer sechsköpfigen Ausreissergruppe, die erst rund 25 Kilometer vor dem Ziel vom Feld gestellt wurde. Als erster Südafrikaner seit Robert Hunter im Jahr 2007 gewinnt Daryl Impey in Brioude den Sprint einer Dreiergruppe. Auf der leicht ansteigenden Zielgeraden liess Impey den Belgier Tiesj Benoot stehen. Dritter wird der Slowene Jan Tratnik. Aus einer grossen Ausreissergruppe versuchen es einige Fahrer solo, unter ihnen auch der Österreicher Lukas Pöstlberger. Doch Impey ist an diesem Tag der stärkste Fahrer. In einer ereignisreichen Etappe sichert sich der Belgier Thomas De Gendt von Lotto-Soudal in einer Zeit von rund 5h den Tagessieg. Er gehörte einer vierköpfigen Ausreissergruppe an, bestehend aus De Gendt (Be), De Marchi (It), Terpstra (Niederlande) und King (USA), die das Rennen prägte. 67 Kilometer vor dem Ziel wurde aus der Gruppe ein Duo. 14 Kilometer vor der Zieleinfahrt griff De Gendt an und liess De Marchi stehen. Im Gesamtklassement eroberte der Franzose Julian Alaphilippe (l.) das gelbe Trikot zurück. Er wurde hinter seinem Landsmann Thibaut Pinot (r.) dritter. Pinot wiederum konnte sich 19 Sekunden von Titelverteidiger und Tourfavorit Geraint Thomas absetzten, der 15 Kilometer vor dem Ziel einen Sturz unbeschadet überstand. Der Niederländer Dylan Groenewegen (3. v. r.) gewinnt die längste Etappe der diesjährigen Tour de France. In der Massenankunft setzt sich der Fahrer des Team Jumbo im Sprint durch. Auch aufgrund des starken Gegenwindes verlief die 7. Etappe weitgehend ereignislos. Kurz nach Start hatte sich mit Yoann Offredo und Stéphane Rossetto ein französisches Aussreisserduo abgesetzt, dass jedoch 12 km vor dem Ziel vom Feld eingeholt werden konnte. Im Gesamtklassement kam es zu keinen Veränderungen. Es führt immer noch der Italiener Giulio Ciccone sechs Sekunden vor dem Einheimischen Julian Alaphilippe. Der Belgier Dylan Teuns ist auf der ersten Bergetappe in den Vogesen nicht zu schlagen. Für den bisherigen Gesamtleader Julian Alaphilippe endet der Tag bitter. Der Franzose bewältigt die happige Schlussrampe mit bis zu 24 Prozent Steigung überraschend gut, dennoch muss er das Gelbe Trikot abgeben. Neuer Führender ist Giulio Ciccone. Der Italiener wird Etappenzweiter, elf Sekunden hinter Teuns. Die Enttäuschung über den verpassten Tagessieg weicht schnell der Freude über das Maillot jaune. Titelverteidiger Geraint Thomas beendet die Etappe auf Platz 4 und beseitigt damit die Zweifel an seiner Form. Peter Sagan setzt sich im Sprint durch. Es ist sein zwölfter Etappensieg an der Tour de France – sein erster in diesem Jahr. Der Franzose Julian Alaphilippe behauptete erneut das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Gleich nach dem Start versucht der Schweizer Michael Schär (m.) sein Glück mit dem Belgier Frederik Backaert und dem Franzosen Yoann Offredo. 28 km vor dem Ziel werden die Ausreisser vom Feld geschluckt. Schär fährt noch 12 km auf eigene Faust, muss sich dann aber auch geschlagen geben. Etappensieger wird Elia Viviani. Der Italiener schlägt im Spurt Alexander Kristoff aus Norwegen und den Australier Caleb Ewan. Der Franzose Julian Alaphilippe verteidigt das gelbe Leadertrikot ohne Probleme. Frankreichs Hoffnung Julian Alaphilippe nutzt seine Chance und gewinnt die erste hügelige Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt solo. Dank der Bonussekunden übernimmt der 27-Jährige auch die Gesamtführung. Alaphilippe führt in der Gesamtwertung nun 20 Sekunden vor dem Belgier Wout van Aert vom Team Jumbo-Visma. Strassen-Meister Sébastien Reichenbach vom Team Groupama FDJ belegte als bester Schweizer mit 45 Sekunden Rückstand Rang 55. Das Team von Gesamtleader Mike Teunissen, Jumbo-Visma, gewinnt das Mannschaftszeitfahren. Mike Teunissen verteidigt damit das Maillot jaune. Das französische Team Groupama-FDJ mit dem Schweizer Zeitfahrmeister Stefan Küng (l.) verlor 32 Sekunden auf die Sieger. Mike Teunissen (2.v.r.) gewinnt den Spurt hauchdünn vor Peter Sagan (2.v.l.) Als Lohn für Teunissen gibt es das gelbe Leadertrikot. Die belgische Rad-Legende Eddy Merckx darf beim Start in Brüssel natürlich nicht fehlen. Der dänische Mitfavorit Jakob Fuglsang stürzte während der Auftaktetappe und fährt mit blutendem Gesicht ins Ziel. Stefan Küng ist einer von vier Schweizern bei der diesjährigen Tour de France. Der frischgebackene Schweizer Meister Sébastien Reichenbach fährt im gleichen Team wie Küng bei Groupama-FDJ. Mathias Frank ist für AG2R unterwegs. Michael Schär fährt beim polnischen CCC-Team.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Rechtzeitig zum bevorstehenden Nationalfeiertag hat Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe das Gelbe Trikot zurückerobert, für Titelverteidiger Geraint Thomas gab es dagegen eine Schrecksekunde. Bei der Berg- und Talfahrt Richtung Saint-Étienne brachte ein heftiger Sturz den Waliser am Samstag auf der achten Etappe kurzzeitig in die Bredouille, der Ineos-Kapitän erreichte nach 200 Kilometern das Ziel aber im Kreis der Favoriten. Einzig Thibaut Pinot holte wertvolle Sekunden auf Thomas heraus, als er die Attacke von Landsmann Alaphilippe mitging. Das Franzosen-Duo erreichte direkt hinter dem belgischen Tagessieger Thomas de Gendt mit sechs Sekunden Rückstand das Ziel.

Alaphilippe präsentierte sich wieder voller Angriffslust. Seine Attacke sass, wie bei seinem Sieg auf der dritten Etappe. Auch durch die Bonussekunden am letzten Berg und im Ziel zog der Franzose wieder am Italiener Giulio Ciccone vorbei und fährt damit am Nationalfeiertag am Sonntag in Gelb. Das Trikot hatte der Mailand-Sanremo-Sieger am Donnerstag in La Planche des Belles Filles abgegeben. Trotz des Verlustes der Führung hat sich für Ciccone die Tour auf jeden Fall bezahlt gemacht. Das Trek-Team verlängerte seinen Vertrag bis 2021. Alaphilippe liegt nun 23 Sekunden vor Ciccone und 53 Sekunden vor Pinot.

Prominenter Ausstieg

Für den früheren Tour-Fünften Tejay van Garderen ist dagegen die Rundfahrt beendet. Der amerikanische Radprofi hat bei seinem Sturz am Freitag einen Bruch der linken Hand erlitten. Van Garderen war mit grossen Ambitionen zur Tour gekommen, nachdem er bei der Dauphiné-Rundfahrt mit Platz zwei überzeugt hatte.

Am Sonntag wird die Tour mit der neunten Etappe über 170,5 Kilometer von Saint-Etienne nach Brioude fortgesetzt. Dabei sind drei Bergwertungen zu meistern. Am schwierigsten wird die durchschnittlich elf Prozent steile Mur d'Aurec-sur-Loire, die allerdings schon nach etwa 40 Kilometern ansteht.

Radsport

(erh/dpa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carioca am 13.07.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    mit gebrochener Hand

    Tejay van Garderen ist gestern nach seinem Sturz 100 km mit gebrochener Hand und auf sich alleine gestellt fertig gefahren. Chapeau!

  • Jan am 13.07.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tour de France??!

    Wusste garnicht, dass es die Tour de France noch gibt..ja sowas?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan am 13.07.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tour de France??!

    Wusste garnicht, dass es die Tour de France noch gibt..ja sowas?

    • @Jan am 14.07.2019 18:59 Report Diesen Beitrag melden

      Jan der Fussball und Tennis fan

      Befasse dich nicht mit Radsport. Dieser Männersport ist nichts für Einzeller, schau doch Fussball oder Tennis, da wird deine einzelne Hirnzelle nicht überfordert.

    einklappen einklappen
  • Carioca am 13.07.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    mit gebrochener Hand

    Tejay van Garderen ist gestern nach seinem Sturz 100 km mit gebrochener Hand und auf sich alleine gestellt fertig gefahren. Chapeau!