Athletissima

05. Juli 2018 20:50; Akt: 06.07.2018 09:42 Print

Kambundji sprintet zu Schweizer Rekord

Die Bernerin zeigt an der Athletissima über 100 Meter eine starke Leistung. Die Staffel unterbietet sogleich zwei Rekordmarken.

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Kambundji zeigt in Lausanne zwei starke Rennen. (Bild: Keystone)

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Mujinga Kambundji kommt der 11-Sekunden-Marke immer näher. An der Athletissima in Lausanne senkte die Bernerin ihren 100-m-Rekord um vier Hundertstel auf 11,03 Sekunden. Eine Stunde später pulverisierte sie mit ihren Kolleginnen die Schweizer Bestmarke über 4x100 m.

Die Freude nach dem 100-m-Lauf war zunächst uneingeschränkt. Der Meeting-Direktor Jacky Delapierre umarmte die schnellste Schweizerin noch auf der Bahn, Mujinga Kambundji strahlte und winkte dem applaudierenden Publikum zu.

Der Rückenwind von 1,3 m/s und ein enges Rennen in einem starken Feld - die Ränge 2 bis 6 teilten sich die Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson (JAM), Jenna Prandini (USA), Europas Sprint-Queen Dafne Schippers, Kambundji und Murielle Ahouré (CIV) innerhalb von 4 Hundertstel – verhalfen zum Rekord.

EM hat Priorität

In der Analyse wirkte Kambundji etwas kritischer. «Das perfekte Rennen war es nicht. Am Schluss habe ich mich leicht verkrampft», sagte sie. Sie freue sich, dass sie nach knapp drei Wochen Wettkampfpause rasch wieder Fuss gefasst habe. «Aber ich kann noch schneller laufen.»

Kambundji, obwohl in beneidenswerter Form, hat immer noch keine ihrer drei Zielsetzungen der Sommersaison abgehakt. Die höchste Priorität geniessen die Medaillen an den Europameisterschaften in Berlin, was selbstredend noch nicht erfüllt sein kann. Aber ein 100-m-Lauf unter 11 Sekunden oder die Rückeroberung des 200-m-Rekords (Lea Sprunger, 22,38 2016) blieben bislang aus. «Ich habe noch nicht die perfekten Bedingungen erwischt oder war etwas müde durch die Reiserei», meinte die Bronzefrau der Hallen-Weltmeisterschaften über 60 m in Birmingham. Auch an der Athletissima hätte es etwas wärmer sein dürfen.

«Ich darf mich nicht zu stark auf die Zeit fokussieren», meinte Kambundji. Sonst drohe die Verkrampfung. «Ich will primär starke Rennen in starken Feldern zeigen.» Dies gelang ihr auf der Pontaise eindrücklich. Eine Rekordjagd an kleineren Meetings mache keinen Sinn. Immerhin erhielt die 26-Jährige mit einer persönlichen Bestleistung eine Bestätigung für ihre gute Verfassung.

«Du musst viele 200-m-Läufe machen. Das gibt Stärke und lässt einen über 100 m schneller werden», riet ihr tags zuvor Marie-Josée Ta Lou an der Medienkonferenz. Die Frau von der Elfenbeinküste trat in Lausanne als Jahresschnellste (10,85) an und setzte sich in 10,90 Sekunden klar durch.

Staffel-Rekord mit Ansage

Die Schweizer Sprint-Staffel der Frauen visierte in Lausanne den Schweizer Rekord an, der seit den Weltmeisterschaften in London 2017 bei 42,50 Sekunden steht. Der Coach Raphaël Monachon schickte die Stammformation mit Ajla Del Ponte, Sarah Atcho, Kambundji und Schlussläuferin Salomé Kora ins Rennen. Dieses Quartett hatte auch bereits 2017 die Top-Zeiten erzielt und die Saison vor einem Monat in Genf in 42,71 Sekunden eröffnet.

Die vier Frauen enttäuschten nicht. In 42,29 Sekunden fiel der Rekord deutlich. Gelingt eine solche Leistung in Berlin, liegt eine Medaille auch ohne Patzer der Konkurrenz drin.

Die starken Ergebnisse der Staffel, u.a. WM-Fünfte in London 2017, werden oft an der Rückkehr von Kambundji festgemacht. Dies ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Del Ponte, Atcho und Kora stellten in den letzten Tagen allesamt persönliche Bestleistungen auf.

Atcho ist über 200 m bereits bei 22,80 angelangt – vor vier Jahren wäre dies noch Schweizer Rekord gewesen. Die Lausannerin startete zu Beginn des Meetings in 23,16 Sekunden über die halbe Bahnrunde. Die Westschweizerin ist unter den Top 8 Europas angelangt. «Um mich in Berlin für den Final zu qualifizieren, muss ich aber noch schneller werden», sagte sie. In Lausanne galt dies für die letzten 50 m, auf denen sie auf den 7. Rang durchgereicht wurde.

Resultate und Tabellen

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ex Sprintet am 06.07.2018 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzliche Gratulation...

    .... zu dieser tollen Leistung! Bald hast du die 10 vorne stehen!!!

  • Manu Spitz am 06.07.2018 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sympatiscj

    Die Schweizer Leichtathlethen sind alle sehr Sympatisch. Und die Vier Staffeläuferin hübsch.

    einklappen einklappen
  • Brumm am 06.07.2018 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon zu schnell

    Für die 30er Zone. 32.7 km/h

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 07.07.2018 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Bernerin

    Sehr gute Leistung. Respekt.

    • Rockpower am 07.07.2018 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      ??

    • muzungu am 08.07.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Ja ja eine Bernerin habe nicht gewusst dass Bern in Kamerun liegt, nur soviel zur Bernerin

    einklappen einklappen
  • Tja a am 06.07.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Rekord?

    CH Rekord - jedoch Meilen hinter der Weltspitze

  • frizz am 06.07.2018 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Freude im Einsatz

    Das nenn ich mal aufgestellte Vertreterinnen unserer Nation. Nicht derart überheblich und vordergründig neureich/geldgeil ausgerichtet, (nur) aufs eigene Konto schauend... Die vier Staffelläuferinnen sind der absolute Hammer, welch offene, gute, zufriedene Gesichter, Intelligenz. Im Gegensatz zu den limitierten Buben vom grünen Rasen.

  • LXGZUZ am 06.07.2018 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Wow, wie hier keiner ihre Herkunft ins Visier nimmt. Finde ich TOP! Aber bei den Fussballern weinen alle wieder. Glaube hat mit der Intelligenz der Zuschauer der verschiedenen Sportarten zu tun...

  • Brumm am 06.07.2018 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon zu schnell

    Für die 30er Zone. 32.7 km/h