Fussball

07. Dezember 2014 22:51; Akt: 07.12.2014 22:51 Print

Kommen Flüchtlinge bald gratis ins Stadion?

Gratis-Eintritt für Flüchtlinge – die Idee wird in Deutschland von einigen Vereinen bereits umgesetzt. Auch in der Schweiz könnte sie dem Zuschauerschwund etwas entgegensetzen.

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In der Super League sind die Zuschauerränge bei Spielen wie hier in St. Gallen nicht immer voll besetzt. In Zukunft könnten Flüchtlinge gratis ins Stadion kommen (Archivbild). (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Deutsche Sportvereine machen es vor: Fussballclubs verteilen Freibillets an Flüchtlinge, die so gratis ins Stadion kommen. Ulm und Mainz liessen 100 bzw. 250 Flüchtlinge auf die Ränge, beim 1. FC Nürnberg waren es zuletzt gar 3500. Laut «Schweiz am Sonntag» ist Fifa-Präsident Sepp Blatter von der Idee mehr als angetan. «Diese Aktion ist wirklich eine tolle Sache», wird er von der Zeitung zitiert. «Die Klubs haben ein wunderbares Zeichen gegeben.»

Könnten Flüchtlinge also bald auch die Schweizer Stadien füllen? Ginge es nach Blatter, ja. Der Fussball habe die Kraft, gesellschaftliche und soziale Barrieren zu überwinden, so Blatter zu der Zeitung. Ausserdem könnte der Gratis-Eintritt für Asylsuchende noch einen anderen Zweck erfüllen: Er würde wieder für volle Stadien sorgen, denn viele Vereine haben mit dem Zuschauerschwund zu kämpfen.

Idee ist «äusserst sympathisch»

Der FC Kreuzlingen, der SC Brühl und der FC Gossau wollen gemeinsam mit Gratis-Spielen aktiv werden. Flüchtlinge seien willkommen. Auch im Oberhaus der Liga stösst die Idee auf Interesse. Der FC Luzern will den Ansatz prüfen, die Grasshoppers finden ihn laut «Schweiz am Sonntag» «äusserst sympathisch», und der FC Zürich sieht solch ein Engagement ebenfalls positiv.

Der Gratis-Eintritt würde ausserdem bei der Integration der Flüchtlinge helfen – wo haben Neuankömmlinge schliesslich eine bessere Gelegenheit, die Gepflogenheiten und die Vereinskultur ihrer neuen Heimat zu studieren als beim Fussball?

Der Challenge-League-Klub FC Winterthur hat bereits in der Vergangenheit Flüchtlinge ins Stadion geladen und kann sich gut vorstellen, das im grösseren Rahmen zu wiederholen. Geschäftsführer Andreas Mösli will die Integration aber auch vorantreiben, indem er ausländische Jugendliche in seinem Verein mittrainieren lässt. Schliesslich durchdringe der Fussball alle Kulturen und vereinfache die Völkerverständigung.

(mlr)