WBC-WM im Schwergewicht

17. März 2011 12:32; Akt: 17.03.2011 12:48 Print

Kubanische Knacknuss für Witali Klitschko

Witali Klitschko dürfte von Odlanier Solis härter geprüft werden als von seinen letzten Gegnern. Trotzdem hat der knapp 40-Jährige einen K.o.-Sieg angekündigt.

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Witali Klitschko will Odlanier Solis auf die Bretter schicken. (Bild: Keystone)

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Als Witali Klitschko bei einem gemeinsamen Medienauftritt vor dem Kampf seinen K.o.-Sieg ankündigte, liess er sich auch vom höhnischen Lachen seines kubanischen Herausforderers Odlanier Solis nicht beeindrucken. «Ich bin viel, viel besser. Der Kampf wird nicht über zwölf Runden gehen. Ich werde den Boxfans das präsentieren, was sie sehen wollen - einen K.o.-Sieg», sagte Witali Klitschko.

«So einen Gegner wie mich hat er noch nicht gehabt. Ich bin in der Form meines Lebens. Es wird viele Emotionen geben, viel Dramatik und einen klaren Sieg», sagte der Titelverteidiger, der am Samstag in Köln seinen 14. WM-Fight bestreiten wird. Auch sein Kontrahent aus Kuba gab eine Prognose für seinen 18. Profikampf ab: «Ich werde in der zwölften Runde gewinnen. Wenn es früher passiert, umso besser.»

Der neun Jahre jüngere Solis gab sich ansonsten gewohnt wortkarg. «Wir wollen die Tatsachen sprechen lassen und keine grossen Reden schwingen», sagte Solis. Auch sein Promoter Ahmet Öner hielt sich entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten zurück. «Ich hoffe, er schafft es. Egal wie, Solis muss gewinnen. Aller guten Dinge sind drei», sagte Öner, der zum dritten Mal mit einem seiner Schützlinge nach der Schwergewichts-Krone greift. Und das Interesse ist gross. Das Duell in der rund 19 000 Zuschauer fassenden Arena dürfte bis zum Kampfabend ausverkauft sein.

Die Grösse als Handicap

Der 1,87 Meter grosse Kubaner hat sich intensiv auf seine grosse Chance vorbereitet. Vier Wochen Höhentraining in der Sierra Nevada folgten zwei Wochen Sparring in Madrid. Damit der 13 Zentimeter kleinere Solis, als Nummer 1 der WBC-Weltrangliste offizieller Herausforderer des Weltmeisters, sich auf seinen Gegner einstellen konnte, engagierte Promoter Öner den 2,05 Meter grossen Briten David Price als Sparringspartner.

Neben dem Reichweitennachteil spricht auch das Gewicht gegen den 30-jährigen Normalausleger, der als Amateur zur absoluten Weltspitze gehörte. Bei seinem letzten Kampf gegen den Veteranen Ray Austin (USA) wog der immer etwas übergewichtig wirkende Solis 118 Kilogramm. Als Profi ist Solis trotzdem noch ungeschlagen. Er feierte 17 Siege in 17 Kämpfen, 12 davon vorzeitig.

Klitschko gegen «guten Kumpel»

«Boxen ist kein Bodybuilding-Wettstreit. Solis sieht vielleicht so aus, als könne er ein paar Kilo abnehmen. Das Herz und der Kopf sind aber viel wichtiger als die Muskeln», sagte der amtierende Champion Klitschko, der laut Coach Fritz Sdunek die Kämpfe des Kubaners «eingehend studiert» hat.

«Witali hat genug Erfahrung, um Solis in Schach zu halten. Wir lassen im Ring die Fäuste sprechen», sagte Sdunek. Klitschko hat sich fünf Wochen lang in aller Abgeschiedenheit im österreichischen Going auf seinen 44. Profikampf vorbereitet. «Solis ist fast schon ein guter Kumpel geworden.» Er habe sich während des Trainingslagers Solis' Kämpfe sehr oft angesehen, sagte Klitschko, der sich auch bei seinen Sparringspartnern bedankte. «Ich weiss, die machen keinen einfachen Job.»

(sda)