Leichtathletik-WM

01. Oktober 2019 08:11; Akt: 30.10.2019 18:40 Print

Organisatoren wehren sich gegen Kamera-Kritik

Athletinnen ärgerten sich wegen zu intimer Einblicke der Startblock-Kameras. Nun äussern sich erstmals die Verantwortlichen.

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Die Verantwortlichen für die als sexistisch kritisierten Startblock-Kameras haben deren erstmaligen Einsatz bei der Leichtathletik-WM in Doha verteidigt. «Die Leichtathletik besteht aus aussergewöhnlichen Farben und Bewegungen im Wettbewerb, wir wollen dies alles der Welt auf eine neue und aufregende Weise präsentieren», sagte der Fernsehdirektor James Lord vom Weltverband IAAF der «Bild»-Zeitung zufolge. IAAF-Produktionsdirektor Westbury Gillett, der der Zeitung zufolge die Idee hatte, sagte: «Die neuen Kameras halten den intensiven Moment fest, kurz bevor das Rennen losgeht.» Da sehe man die Gesichter der Athleten.

Der Geschäftsführer der japanischen Herstellerfirma Seiko, Harumitsu Akashi, sagte der «Bild», sein Unternehmen habe die Kamera nur entwickelt, die Idee sei von der IAAF gekommen. «Ich habe auch davon gehört, dass die deutschen Sprinterinnen Probleme damit haben, allerdings nicht offiziell. Ich kann sie sogar verstehen. Das war nicht unsere Absicht. Aber die Entwicklung ist so neu, da müssen sich erst mal alle dran gewöhnen.»

Immerhin ein Kompromiss

Die deutschen Sprinterinnen Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto hatten diese Neuheit als «sehr fragwürdig» kritisiert. «In den knappen Sachen über diese Kamera zu steigen, um in den Block zu gehen, finde ich sehr unangenehm», begründete Lückenkemper ihren Einwand. Sie und Pinto schieden am Sonntag über 100 Meter im Halbfinale aus. Offenbar führte die Beschwerde aber zu einem Erfolg. Demnach werden die Bilder der sogenannten «upper cameras» im TV-Kontrollraum des Khalifa-Stadions, im Fernsehen und auf der Stadion-Videowand erst gross gezeigt, wenn die Athleten im Block sitzen.

Unterstützung bekamen die Sprinterinnen von Amélie Ebert, Präsidiumsmitglied im unabhängigen Verein «Athleten Deutschland». «Wenn bei einem Wettkampf die gewohnte Kameraführung geändert oder sogar pikante Kamerapositionen eingeführt werden sollen, wäre im Vorfeld eine Abstimmung mit der Athletenvertretung der IAAF wünschenswert», sagte sie der «Rheinischen Post».

Resultate und Tabellen

(dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EinmalDubai NiemehrDubai am 01.10.2019 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerstaat

    Alles Heuchler in den Emiraten. Die Frauen unterdrücken und vermummen dafür aber Voyeurkammeras beim Sport platzieren. Grundsätzlich verstehe ich nicht wie man in einem solch rückständigen, hinterhältigen, heuchlerischen Land einen solchen Event durchführen kann. Da ist offensichtlich viel Kohle im Spiel.

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  • Am Sport Interessierter am 01.10.2019 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man muss nicht jeden Technischen Furz umsetzen.

    Kleiner Rat an die Sportler. Klebt ein schwarzer Tape über die Kamera. Kleiner Aufwand, aber damit zeigt Ihr den Verantwortlichen den S.....finger. Und macht klar, dass immer noch der sportler im Mittelpunkt steht.

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  • J. P. am 01.10.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Krude Idee

    Diese Kameraeinstellung ist völlig überflüssig!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eine Frau am 01.10.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schamlos

    Absolutes nogo in der Zeit von #metoo. Aber ganz einfach zu lösen. Wenn die Athletin ihren Starblock richtet klebt sie das Teil ab. Mit Prüde oder so ähnlich hat das nichts zu tun.

  • Flo_Aus_H_in_D am 01.10.2019 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    frauensport und die sache mit den rosine

    die kamera ist albern und respektlos...... aber die damen tragen mikrodünne slips, die auch noch nuttig geschnitten sind warum? um schneller zu sein? sicher nicht! sex sells und die damen verdienen sich mit ihren knappen höschen ihr geld, weil sie nur so für sponsoren attraktiv sind!

  • M.St.aus H. am 01.10.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt das was? NEIN

    Immer mehr Technik auf Kosten des Sports. Wie wenn es den Sportlern/innen etwas bringen würde, oder dem Ivent. Weniger ist in diesem Fall mehr.

  • Joel Urech am 01.10.2019 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hexenjagd? Bitte nicht!

    Die Kameras liefern zumindest in meinen Augen durchaus interessante Bilder (nicht die "Upskirt" aufnahmen). Die Umsetzung hätte sicher besser sein können. Was mich stört ist, mit welcher Sicherheit und Arroganz gewisse Leute den Verantwortlichen voyeuristische Absichten unterstellen. Auch wenn dies der Fall wäre, ist diese aggressive Denunzierung höchst unangebracht, umso mehr in Anbetracht der Beweislage (es gibt keine nur das Gefühl "da muss"). Das verwundert nicht, sondern enttäuscht: Wir haben genug "Hexenjagden" hinter uns... und anscheinend nichts gelernt.

  • Al Bundy am 01.10.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Gibts denn diese Perspektive denn auch bei den Männern? Wie das Gemächt in die Kamera baumelt?