Tour de France

10. Juli 2019 18:09; Akt: 10.07.2019 19:46 Print

Peter Sagan – endlich wieder unwiderstehlich

Der slowakische Sprintstar gewinnt die fünfte Etappe der Tour de France überlegen. Und lässt seine Kritiker verstummen.

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Der Franzose Thibaut Pinot feiert am Col du Tourmalet einen prestigeträchtigen Sieg. Auch Julian Alaphilippe lässt die Franzosen weiterhin jubeln. Er verteidigt auf der ersten Pyrenäen-Etappe sein Leadertrikot. Der Leader überrascht im Kampf gegen die Uhr: Julian Alaphilippe gewinnt das Zeitfahren und baut seinen Vorsprung im Gesamtklassement aus. Tour-Titelverteidiger Geraint Thomas musste sich mit Rang 2 begnügen. Im Gesamtklassement liegt der Brite nun 1:26 Minuten hinter dem Franzosen. Simon Yates jubelt über seinen Etappensieg bei der ersten Pyrenäen-Etappe. Der Brite bildete mit dem Spanier Pello Bilbao (l.) und Gregor Mühlberger aus Österreich ein Spitzentrio. Der Schweizer Mathias Frank fuhr in einer Verfolgergruppe und belegte den 14. Rang. Rohan Dennis stieg während der Etappe in der Verpflegungszone aus dem Rennen aus. Über die Gründe war zuerst nichts bekannt. Der Australier Caleb Ewan gewinnt den Spurt hauchdünn vor dem Holländer Dylan Groenewegen und feiert seinen ersten Etappensieg an der Tour de France. Der französische Gesamtleader Julian Alaphilippe verteidigt das Maillot jaune ohne Probleme. Gesamtleader Julian Alaphilippe stellt sich am ersten von zwei Ruhetagen den Medien. Trotz Ruhetag steht für das Team des Führenden eine Trainingsausfahrt auf dem Programm. Der Belgier Wout van Aert holt sich seinen ersten Etappensieg im Sprint vor dem Italiener Elia Viviani und Caleb Ewan aus Australien. Eine Windkantenattacke gegen Ende der Etappe wirbelte das Gesamtklassement durcheinander. Mitfavoriten verloren den Anschluss. Unter ihnen auch der Franzose Thibaut Pinot. Michael Schär (vorne) war lange Teil einer sechsköpfigen Ausreissergruppe, die erst rund 25 Kilometer vor dem Ziel vom Feld gestellt wurde. Als erster Südafrikaner seit Robert Hunter im Jahr 2007 gewinnt Daryl Impey in Brioude den Sprint einer Dreiergruppe. Auf der leicht ansteigenden Zielgeraden liess Impey den Belgier Tiesj Benoot stehen. Dritter wird der Slowene Jan Tratnik. Aus einer grossen Ausreissergruppe versuchen es einige Fahrer solo, unter ihnen auch der Österreicher Lukas Pöstlberger. Doch Impey ist an diesem Tag der stärkste Fahrer. In einer ereignisreichen Etappe sichert sich der Belgier Thomas De Gendt von Lotto-Soudal in einer Zeit von rund 5h den Tagessieg. Er gehörte einer vierköpfigen Ausreissergruppe an, bestehend aus De Gendt (Be), De Marchi (It), Terpstra (Niederlande) und King (USA), die das Rennen prägte. 67 Kilometer vor dem Ziel wurde aus der Gruppe ein Duo. 14 Kilometer vor der Zieleinfahrt griff De Gendt an und liess De Marchi stehen. Im Gesamtklassement eroberte der Franzose Julian Alaphilippe (l.) das gelbe Trikot zurück. Er wurde hinter seinem Landsmann Thibaut Pinot (r.) dritter. Pinot wiederum konnte sich 19 Sekunden von Titelverteidiger und Tourfavorit Geraint Thomas absetzten, der 15 Kilometer vor dem Ziel einen Sturz unbeschadet überstand. Der Niederländer Dylan Groenewegen (3. v. r.) gewinnt die längste Etappe der diesjährigen Tour de France. In der Massenankunft setzt sich der Fahrer des Team Jumbo im Sprint durch. Auch aufgrund des starken Gegenwindes verlief die 7. Etappe weitgehend ereignislos. Kurz nach Start hatte sich mit Yoann Offredo und Stéphane Rossetto ein französisches Aussreisserduo abgesetzt, dass jedoch 12 km vor dem Ziel vom Feld eingeholt werden konnte. Im Gesamtklassement kam es zu keinen Veränderungen. Es führt immer noch der Italiener Giulio Ciccone sechs Sekunden vor dem Einheimischen Julian Alaphilippe. Der Belgier Dylan Teuns ist auf der ersten Bergetappe in den Vogesen nicht zu schlagen. Für den bisherigen Gesamtleader Julian Alaphilippe endet der Tag bitter. Der Franzose bewältigt die happige Schlussrampe mit bis zu 24 Prozent Steigung überraschend gut, dennoch muss er das Gelbe Trikot abgeben. Neuer Führender ist Giulio Ciccone. Der Italiener wird Etappenzweiter, elf Sekunden hinter Teuns. Die Enttäuschung über den verpassten Tagessieg weicht schnell der Freude über das Maillot jaune. Titelverteidiger Geraint Thomas beendet die Etappe auf Platz 4 und beseitigt damit die Zweifel an seiner Form. Peter Sagan setzt sich im Sprint durch. Es ist sein zwölfter Etappensieg an der Tour de France – sein erster in diesem Jahr. Der Franzose Julian Alaphilippe behauptete erneut das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Gleich nach dem Start versucht der Schweizer Michael Schär (m.) sein Glück mit dem Belgier Frederik Backaert und dem Franzosen Yoann Offredo. 28 km vor dem Ziel werden die Ausreisser vom Feld geschluckt. Schär fährt noch 12 km auf eigene Faust, muss sich dann aber auch geschlagen geben. Etappensieger wird Elia Viviani. Der Italiener schlägt im Spurt Alexander Kristoff aus Norwegen und den Australier Caleb Ewan. Der Franzose Julian Alaphilippe verteidigt das gelbe Leadertrikot ohne Probleme. Frankreichs Hoffnung Julian Alaphilippe nutzt seine Chance und gewinnt die erste hügelige Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt solo. Dank der Bonussekunden übernimmt der 27-Jährige auch die Gesamtführung. Alaphilippe führt in der Gesamtwertung nun 20 Sekunden vor dem Belgier Wout van Aert vom Team Jumbo-Visma. Strassen-Meister Sébastien Reichenbach vom Team Groupama FDJ belegte als bester Schweizer mit 45 Sekunden Rückstand Rang 55. Das Team von Gesamtleader Mike Teunissen, Jumbo-Visma, gewinnt das Mannschaftszeitfahren. Mike Teunissen verteidigt damit das Maillot jaune. Das französische Team Groupama-FDJ mit dem Schweizer Zeitfahrmeister Stefan Küng (l.) verlor 32 Sekunden auf die Sieger. Mike Teunissen (2.v.r.) gewinnt den Spurt hauchdünn vor Peter Sagan (2.v.l.) Als Lohn für Teunissen gibt es das gelbe Leadertrikot. Die belgische Rad-Legende Eddy Merckx darf beim Start in Brüssel natürlich nicht fehlen. Der dänische Mitfavorit Jakob Fuglsang stürzte während der Auftaktetappe und fährt mit blutendem Gesicht ins Ziel. Stefan Küng ist einer von vier Schweizern bei der diesjährigen Tour de France. Der frischgebackene Schweizer Meister Sébastien Reichenbach fährt im gleichen Team wie Küng bei Groupama-FDJ. Mathias Frank ist für AG2R unterwegs. Michael Schär fährt beim polnischen CCC-Team.

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Wenige Sekunden nach der Zieldurchfahrt wurde Peter Sagan bereits von einer Meute Fotografen umgarnt. Doch dieser hatte natürlich noch keine Lust auf Schnappschüsse und Gespräche mit Journalisten. Nach diesem Kraftakt gönnte sich der Slowake zuerst einmal ein Schlückchen aus der Pulle. Er hatte ihn sich verdient.

Sagan gewann die fünfte Etappe der Tour de France im Sprint des Pelotons. Doch es war kein knapper Sieg des Rad-Superstars, er dominierte die Konkurrenz auf den letzten Metern wie zu besten Tagen.

Bisher war es ja nicht die Tour von Peter Sagan. Auf der ersten Etappe wurde er im Schlussspurt knapp geschlagen, und auf dem vierten Teilstück blieb er im Sprint für einmal chancenlos. Und die Rad-Experten fragten bereits: was ist nur mit Peter Sagan los?

«Ich bin fit»

Die Antwort lieferte er nun. Dreihundert Meter vor der Ziellinie in Colmar zog er an seinen Konkurrenten vorbei, trat in die Pedalen wie ein Berserker – und rollte wenige Sekunden später überlegen als Erster über die Ziellinie. «Heute habe ich gezeigt: Es fehlt mir an nichts, ich bin fit. Mein Team hat einen super Job gemacht. Nun haben wir endlich unseren ersten Sieg», sagte Sagan nach dem Rennen.

Es war eine Etappe gemacht für die Sprinter. Ein relativ ebenes Teilstück, gespickt mit ein paar Hügelchen, aber mit einem 15 Kilometer langen flachen Schlussabschnitt. Bereits eine halbe Stunde nach dem Start in Saint-Dié-des-Vosges bildete sich eine Ausreissergruppe, bis 40 Kilometer vor dem Ziel kämpften vier Fahrer gegen das Unausweichliche. Doch das Feld und vor allem die Teams Sunweb und Bora bolzten gewaltig Tempo. Der letzte Flüchtige, der Lette Toms Skujins vom Team Trek-Segafredo, wurde 22 Kilometer vor dem Ziel geschluckt. Und am Schluss folgte die grosse Show von Peter Sagan.

Im Gesamtklassement führt weiterhin der Franzose Julian Alaphilippe 14 Sekunden vor dem Belgier Wout Van Aert. Sébastien Reichenbach ist mit rund drei Minuten Rückstand bester Schweizer in der Gesamtwertung.

Radsport

(tmü)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Truly am 10.07.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frühstück

    Alles richtig gemacht - jetzt passt's.

  • petra s am 10.07.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    yes

    bravo peter sagan, was für ein klasse sprint!

  • Rolf am 12.07.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder Spitze

    Von einem Tag auf den anderen wieder Spitze. Wie schafft man das?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 12.07.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder Spitze

    Von einem Tag auf den anderen wieder Spitze. Wie schafft man das?

  • Pita am 10.07.2019 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na logo!

    Da der Sagan nicht ein Schweizer ist, doppt er sicher. Wie sonst kann ein Sportler Jahre lang einer der Besten sein. Natürlich Federer ist Ausnahme, da er ein Schweizer ist. Dagegen Nadal oder Djoko sind sicher wie Sagan Sünder.

  • Hrests am 10.07.2019 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Doping Doping Doping

    Doping bei allen Spitzenfahrern, wie Ehemamige berichten. Sorry, wer schaut diese Dopingveranstaltung noch?

    • @Hrests am 14.07.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

      an Hrests

      @Hrests, warum schaust du Radsport? Befasse dich lieber mit Fussball oder Tennis. Ist für einen Einzeller einfacher zu verstehen.

    einklappen einklappen
  • petra s am 10.07.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    yes

    bravo peter sagan, was für ein klasse sprint!

  • Beat B. am 10.07.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fitgespritzt

    Ich verstehe nicht warum man die Leute nicht machen lässt. Sollen sie sich doch dopen, machen sie eh schon. Nur wäre es ehrlicher. Und wer sich seine Gesundheit bewahren möchte, macht einfach nicht mit.