Engadin Skimarathon

13. März 2011 13:20; Akt: 13.03.2011 13:32 Print

Remo Fischers Revanche für die WM-Enttäuschung

Mit seinem Sieg im 43. Engadin Skimarathon hat Remo Fischer den bedeutendsten Erfolg seiner Karriere erzielt.

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43. Engadiner Skimarathon.

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Nach einem Solo über 29 km gewann Fischer überlegen mit beinahe zweieinhalb Minuten Vorsprung auf die ersten Verfolger.

Fischer hatte bereits nach rund 13 km der 42 km langen Strecke angegriffen, beim Aufstieg zur Schanze von St. Moritz. Hinter der Tempoverschärfung steckte nicht die Absicht, sich von der Konkurrenz zu verabschieden. Fischer setzte auf den ersten Sprint in St. Moritz Bad, wo er sich eine die Prämie von 1000 Franken holen wollte.

Ohne zu forcieren, lief Fischer nach dem Gewinn der Prämie weiter. Doch die Konkurrenz machte sich nicht daran, seinen Vorsprung wettzumachen. Im Gegensatz, die Zeitdifferenz wuchs an. Doch mit dem Sieg spekulierte der in Magglingen wohnhafte Athlet zu diesem Zeitpunkt noch nicht: «Am Engadin Skimarathon läuft es wie bei einem Velorennen. Sobald das Feld forciert, bist du als Einzelkämpfer auf verlorenem Posten.» Erst als er sich auf beim 30. Kilometer noch immer alleine auf weiter Flur befand, begann Fischer mit dem Triumph zu liebäugeln und sich an sein Leistungslimit heranzuanzutasten.

Enormer Effort des Siegers

Das Ziel erreichte Fischer solo nach 1:39:51 Stunden. Der Effort des Siegers war enorm, denn leichter Schneefall führte zu einer stumpfen Loipe, was einen grossen Kraftaufwand erforderte. Fischers Vorsprung auf die Nachfolgenden war eklatant. Fabio Santus (It), der die ersten Verfolger im Spurt um den 2. Platz schlug, wies 2:25 Minuten Rückstand auf.

Bis anhin hatte Fischer trotz beachtlichen Leistungsausweises im Skatingstil und auf den langen Distanzen am Engadin Skimarathon wenig vorzuweisen. Seineetwas mangelhaften Spurtqualitäten sind der Hauptgrund dafür. Letztmals war er 2007 auf Rang 5 gelaufen, hinter seinen Teamkollegen Dario Cologna, ToniLivers, Christian Stebler sowie Pietro Piller Cottrer (It). «Der Engadiner war nie mein Rennen gewesen, aber diesmal ermöglichte wohl die Wut im Bauchdiesen Effort», lachte der Sieger. Der gebürtige Zürcher Oberländer hatte an der WM in Oslo im 50-km-Marathon die Erwartungen mit Platz 37 nicht erfüllen können und deshalb Norwegens Hauptstadt mit einer grossen Enttäuschung verlassen.

Kurze Nachtruhe

Erst am Samstag hatte sich Fischer nach einem weiteren enttäuschenden Rennen in Lahti (49. der Verfolgung über 20 km) definitiv für seine Teilnahme am Engadin Skimarathon entschieden. Via Helsinki, Kopenhagen und Zürich traf Fischer erst nach Mitternacht im Oberengadin ein. Die kurze Nachtruhe vermochte ihn nicht daran zu hindern, ein grossartiges Rennen zu zeigen.

Wenig überraschend setzte sich bei den Frauen Antonella Confortola (It) durch. Die WM-Neunte von Oslo über 30 km distanzierte die Konkurrentinnen um über drei Minuten. Hinter Célia Bourgeois (Fr) erkämpfte sich die Bündnerin Seraina Boner Platz 3.

(sda)