Snowboardcross

06. Dezember 2010 23:07; Akt: 06.12.2010 23:11 Print

Sandra Frei als letzte Mohikanerin

Die Schweizer Snowboardcrosser starten heute mit den Doppelrennen in Lech (Ö) in eine heikle WM-Saison. Es ist ein Überbrückungsjahr.

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Vom einst so starken Snowboardcross-Team der Frauen ist einzig die Bündnerin Sandra Frei übrig geblieben. (Bild: ap)

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Nationaltrainer Harald Benselin ist nicht um seine Aufgabe zu beneiden. Im letzten Jahr stellte sein Team fünf Fahrerinnen, die es an Olympia auf das Podest hätten schaffen können. Nur vier konnten aber nach Vancouver reisen. Olivia Nobs realisierte mit Bronze schliesslich den grössten Erfolg ihrer Karriere – und trat letzte Woche überraschend zurück. Damit verlor Benselin innert weniger Monate seinen dritten Trumpf. Im Oktober verletzte sich die ­talentierte Simona Meiler so schwer am Knie, dass für sie die Saison bereits zu Ende war. Schon zuvor hatte sich Mellie Francon entschieden, ein einjähriges ­Timeout zu nehmen. Und ­Tanja Frieden war noch vor Olympia nach einem schweren Unfall zurückgetreten.

Die Last liegt im WM-Winter 2010/11 auf den Schultern der 26-jährigen Sandra Frei: «Meine Stellung hat sich verändert. Bis jetzt spüre ich deswegen aber keine Veränderung.» Nach einer Saison, «die ich am liebsten streichen würde», möchte die Flimserin an den Winter 2008/09 anknüpfen. Mit ihrer Vorbereitung zeigt sich Frei zufrieden. «Ich weiss, dass ich fit bin und wieder Fortschritte gemacht habe.»

Im Sog der Bündnerin soll sich Emilie Aubry (20) weiterentwickeln und an das Topniveau herangeführt werden. Ein solches darf vom Männerteam (noch) nicht erwartet werden. Die Crew um Fabio Caduff, Marvin James, Ruben Arnold und Hans Reichen soll zwei Top-30-Plätze in der Gesamtwertung herausfahren. Dies würde es im Winter 2011/12 wieder mehr Schweizer Männern ermöglichen, auf Topniveau zu starten – derzeit verfügt Swiss Snowboard lediglich über drei Weltcupstartplätze.

(si/mal/20 Minuten)