Snowboardcross

20. Dezember 2008 15:44; Akt: 20.12.2008 20:21 Print

Sandra Frei dominiert in Arosa

Die Schweizerin Sandra Frei hat in Arosa die gesamte Snowboardcross-Weltelite besiegt. In sämtlichen Runs dominierte die 24-jährige Flimserin und feierte den dritten Weltcup-Erfolg ihrer Karriere.

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Sandra feiert bei der Siegerehrung in Arosa ihren dritten Weltcupsieg. (Bild: Keystone)

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Das Bündner Feriendomizil ist offenkundig nicht nur schneesicher, sondern auch «medaillensicher». Vor knapp zwei Jahren hatten sich die Schweizer Boarder die WM-Auszeichnungen im Akkord gesichert. Frei stand 2007 mit ihrem Silbergewinn als erste Einheimische auf dem Podium.

Nun frischte Frei die positiven Erinnerungen wieder auf. Derweil die Gegnerinnen mit den Tücken des engen Kurses zu kämpfen hatte, fand sie bei Dauerschneefall ausnahmslos die ideale Linie. Beherzt und mit grossem Selbstvertrauen übernahm Frei in jedem Durchgang sofort die Spitzenposition. Den Raum für Überholmanöver schränkte sie geschickt, aber im regulären Bereich ein.

Positionskämpfe vermieden

Die offensive Strategie zahlte sich aus. In Positionskämpfe liess sich die Schnellstarterin gar nie verwickeln. Und im Gegensatz zur amerikanischen Top-Favoritin und Olympiasiegerin Lindsey Jacobellis, die nach einem Fahrfehler bereits in der Startrunde gescheitert war, dosierte die Dominatorin das Risiko smarter.

Seit rund einem Jahr und nach dem Abschluss der Schule für Pädagogik setzt Frei vollumfänglich auf den Snowboardsport. «Reich werde ich nicht, aber fürs Überleben reichts», erklärte die umjubelte Siegerin. Bis zu den Olympischen Spielen will sie ihren Profi-Status beibehalten. Unter diesen professionellen Voraussetzungen ist mit der «Powerfrau» in Vancouver auf den vorderen Plätzen zu rechnen.

Gesamtweltcup als Ziel

In ihrem sechsten Jahr auf der FIS-Tour peilt Frei erstmals den Sieg im Gesamtweltcup an. Dank den 1000 Punkten und dem frühen Out der Titelkandidatin Nummer 1 (Jacobellis) gab die hinter Mellie Francon (Out in der Qualifikation) zweitbeste Schweizerin eine erste Empfehlung ab. Völlig überraschend kam das Signal der Stärke für sie nicht: «Ich wusste, dass ich jede schlagen kann.»

Mit der 19-jährigen Simona Meiler (4.) erreichte eine zweite Vertreterin von Swiss-Snowboard den Final der besten Crosserinnen. Vier Wochen vor der WM in Südkorea ist der Formstand im starken SBX- Team der Frauen exzellent. Mindestens gleich hoch sind die Ambitionen. «WM-Gold ist mein grosses Ziel», veröffentlichte Frei ihren Plan.

James von Holland beschimpft

Bei den Männern waren die vier Schweizer weitgehend chancenlos. Nur Mario Arnold überstand die Achtelfinals, ehe er in der Runde der letzten 16 ebenfalls scheiterte. Ohne eigenes Verschulden verabschiedete sich Marvin James frühzeitig. Der Schweizer Rookie wurde vom dreifachen X-Games-Sieger Nate Holland gerammt und im Zielraum wüst beschimpft. Einen besseren Eindruck hinterliess Hollands Teamkollege Seth Wescott: Der US-Olympiasieger beherrschte das Feld von A bis Z.


Arosa. FIS-Weltcup. Snowboardcross. Männer: 1. Seth Wescott (USA). 2. Markus Schairer (Ö). 3. David Speiser (De). 4. Alex Pullin (Au). 5. Nick Baumgartner (USA). 6. Stian Sivertzen (No). 7. Graham Watanabe (USA). 8. Tom Velisek (Ka).
Ferner: 15. Mario Arnold. 24. Reto Jenni. 29. Marvin James. 32. Thomas Feldmann.

Weltcupstand (2 Rennen): 1. Sivertzen 1200. 2. Wescott 1130. 3. Pierre Vaultier (Fr) 1000. Ferner: 24. Arnold 160. 33. Fabio Caduff 76. 34. Jenni 70. 35. Hans Reichen 63. 44. James 36. 47. Feldmann 26.


Frauen: 1. Sandra Frei (Sz). 2. Helena Olafsen (No). 3. Nelly Moenne Loccoz (Fr). 4. Simona Meiler (Sz). 5. Dominique Maltais (Fr). 6. Zoe Gillings (Gb). 7. Manuela Riegler (Ö). 8. Maelle Ricker (Ka).
Im Viertelfinal ausgeschieden: Lindsey Jacobellis (USA).

Weltcupstand (2 Rennen): 1. Frei und Jacobellis, je 1290. 3. Olafsen 1250.
Ferner: 5. Mellie Francon (Sz) 920. 7. Meiler 720. 29. Olivia Nobs (Sz) 140.

(sda)