Tour de France

09. Juli 2019 17:50; Akt: 09.07.2019 18:31 Print

Schär für 200-km-Flucht nicht belohnt

Michael Schär gehörte während der 4. TdF-Etappe zu einem Ausreisser-Trio. Für den Sieg hat es nicht gereicht.

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Der Belgier Wout van Aert holt sich seinen ersten Etappensieg im Sprint vor dem Italiener Elia Viviani und Caleb Ewan aus Australien. Eine Windkantenattacke gegen Ende der Etappe wirbelte das Gesamtklassement durcheinander. Mitfavoriten verloren den Anschluss. Unter ihnen auch der Franzose Thibaut Pinot. Michael Schär (vorne) war lange Teil einer sechsköpfigen Ausreissergruppe, die erst rund 25 Kilometer vor dem Ziel vom Feld gestellt wurde. Als erster Südafrikaner seit Robert Hunter im Jahr 2007 gewinnt Daryl Impey in Brioude den Sprint einer Dreiergruppe. Auf der leicht ansteigenden Zielgeraden liess Impey den Belgier Tiesj Benoot stehen. Dritter wird der Slowene Jan Tratnik. Aus einer grossen Ausreissergruppe versuchen es einige Fahrer solo, unter ihnen auch der Österreicher Lukas Pöstlberger. Doch Impey ist an diesem Tag der stärkste Fahrer. In einer ereignisreichen Etappe sichert sich der Belgier Thomas De Gendt von Lotto-Soudal in einer Zeit von rund 5h den Tagessieg. Er gehörte einer vierköpfigen Ausreissergruppe an, bestehend aus De Gendt (Be), De Marchi (It), Terpstra (Niederlande) und King (USA), die das Rennen prägte. 67 Kilometer vor dem Ziel wurde aus der Gruppe ein Duo. 14 Kilometer vor der Zieleinfahrt griff De Gendt an und liess De Marchi stehen. Im Gesamtklassement eroberte der Franzose Julian Alaphilippe (l.) das gelbe Trikot zurück. Er wurde hinter seinem Landsmann Thibaut Pinot (r.) dritter. Pinot wiederum konnte sich 19 Sekunden von Titelverteidiger und Tourfavorit Geraint Thomas absetzten, der 15 Kilometer vor dem Ziel einen Sturz unbeschadet überstand. Der Niederländer Dylan Groenewegen (3. v. r.) gewinnt die längste Etappe der diesjährigen Tour de France. In der Massenankunft setzt sich der Fahrer des Team Jumbo im Sprint durch. Auch aufgrund des starken Gegenwindes verlief die 7. Etappe weitgehend ereignislos. Kurz nach Start hatte sich mit Yoann Offredo und Stéphane Rossetto ein französisches Aussreisserduo abgesetzt, dass jedoch 12 km vor dem Ziel vom Feld eingeholt werden konnte. Im Gesamtklassement kam es zu keinen Veränderungen. Es führt immer noch der Italiener Giulio Ciccone sechs Sekunden vor dem Einheimischen Julian Alaphilippe. Der Belgier Dylan Teuns ist auf der ersten Bergetappe in den Vogesen nicht zu schlagen. Für den bisherigen Gesamtleader Julian Alaphilippe endet der Tag bitter. Der Franzose bewältigt die happige Schlussrampe mit bis zu 24 Prozent Steigung überraschend gut, dennoch muss er das Gelbe Trikot abgeben. Neuer Führender ist Giulio Ciccone. Der Italiener wird Etappenzweiter, elf Sekunden hinter Teuns. Die Enttäuschung über den verpassten Tagessieg weicht schnell der Freude über das Maillot jaune. Titelverteidiger Geraint Thomas beendet die Etappe auf Platz 4 und beseitigt damit die Zweifel an seiner Form. Peter Sagan setzt sich im Sprint durch. Es ist sein zwölfter Etappensieg an der Tour de France – sein erster in diesem Jahr. Der Franzose Julian Alaphilippe behauptete erneut das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Gleich nach dem Start versucht der Schweizer Michael Schär (m.) sein Glück mit dem Belgier Frederik Backaert und dem Franzosen Yoann Offredo. 28 km vor dem Ziel werden die Ausreisser vom Feld geschluckt. Schär fährt noch 12 km auf eigene Faust, muss sich dann aber auch geschlagen geben. Etappensieger wird Elia Viviani. Der Italiener schlägt im Spurt Alexander Kristoff aus Norwegen und den Australier Caleb Ewan. Der Franzose Julian Alaphilippe verteidigt das gelbe Leadertrikot ohne Probleme. Frankreichs Hoffnung Julian Alaphilippe nutzt seine Chance und gewinnt die erste hügelige Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt solo. Dank der Bonussekunden übernimmt der 27-Jährige auch die Gesamtführung. Alaphilippe führt in der Gesamtwertung nun 20 Sekunden vor dem Belgier Wout van Aert vom Team Jumbo-Visma. Strassen-Meister Sébastien Reichenbach vom Team Groupama FDJ belegte als bester Schweizer mit 45 Sekunden Rückstand Rang 55. Das Team von Gesamtleader Mike Teunissen, Jumbo-Visma, gewinnt das Mannschaftszeitfahren. Mike Teunissen verteidigt damit das Maillot jaune. Das französische Team Groupama-FDJ mit dem Schweizer Zeitfahrmeister Stefan Küng (l.) verlor 32 Sekunden auf die Sieger. Mike Teunissen (2.v.r.) gewinnt den Spurt hauchdünn vor Peter Sagan (2.v.l.) Als Lohn für Teunissen gibt es das gelbe Leadertrikot. Die belgische Rad-Legende Eddy Merckx darf beim Start in Brüssel natürlich nicht fehlen. Der dänische Mitfavorit Jakob Fuglsang stürzte während der Auftaktetappe und fährt mit blutendem Gesicht ins Ziel. Stefan Küng ist einer von vier Schweizern bei der diesjährigen Tour de France. Der frischgebackene Schweizer Meister Sébastien Reichenbach fährt im gleichen Team wie Küng bei Groupama-FDJ. Mathias Frank ist für AG2R unterwegs. Michael Schär fährt beim polnischen CCC-Team.

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Bahnrad-Olympiasieger Elia Viviani hat im Massensprint die vierte Etappe der 106. Tour de France gewonnen. Der 30-jährige Italiener vom Team Deceuninck-Quick-Step setzte sich am Dienstag nach 213,5 Kilometern von Reims nach Nancy vor Alexander Kristoff aus Norwegen und dem Australier Caleb Ewan durch. «Das bedeutet mir eine Menge. Das war das grosse Ziel in diesem Jahr. Ich musste nur noch meinen Job erledigen», sagte Viviani.

Gleich nach dem Start riss der Schweizer Michael Schär (CCC) zusammen mit dem Belgier Frederik Backaert und dem Franzosen Yoann Offredo (beide Wanty-Group Goubert) aus. Das Feld gewährte dem Trio aber nur einen Vorsprung von maximal dreieinhalb Minuten. Während 28 Kilometer vor dem Ziel zuerst Offredo und später auch Backaert abreissen lassen mussten, versuchte der 32-jährige Schweizer sein Glück auf eigene Faust. 16 Kilometer vor dem Ziel musste aber auch Schär den Anstrengungen des Tages Tribut zollen. Immerhin wurde er am Ende der Etappe für die knapp 200 Kilometer lange Flucht als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet.

Alaphilippe ohne Probleme

Der Franzose Julian Alaphilippe verteidigte erfolgreich das Gelbe Trikot. Der Tour-Bergkönig von 2018 liegt in der Gesamtwertung weiter 20 Sekunden vor dem dreimaligen Cross-Weltmeister Wout Van Aert aus Belgien und 25 Sekunden vor dem Holländer Steven Kruijswijk. Auf Platz sechs und sieben lauern bereits die Topfavoriten Egan Bernal (Kolumbien) und Vorjahressieger Geraint Thomas (Wales).

Am Mittwoch führt die fünfte Etappe der Frankreich-Rundfahrt das Peloton in die Vogesen. Auf dem 175,5 Kilometer langen Teilstück von Saint-Dié-des-Vosges nach Colmar sind zwei Berge der dritten und erstmals bei dieser Tour auch zwei Anstiege der zweiten Kategorie zu überwinden.

Radsport

(dpa/heg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nanuk am 09.07.2019 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Schweizer?

    Kann mit mal jemand erklären seit wann eine Schweizer Zeitung bei den Resultaten die Deutschen heraushebt??? ( Resultate und Tabellen - Gesamtwertung)

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  • Lega Stehniker am 09.07.2019 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    2 Fragen

    @Nanuk: Wo werden die Deutschen herausgehoben? Seit wann: brauchst du eine Zeitangabe?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lega Stehniker am 09.07.2019 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    2 Fragen

    @Nanuk: Wo werden die Deutschen herausgehoben? Seit wann: brauchst du eine Zeitangabe?

    • Na Bissel Dümmlich? Vollblutschweizer? am 10.07.2019 04:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lega Stehniker

      Drück auf die Tabelle, und siehe da.

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  • Nanuk am 09.07.2019 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Schweizer?

    Kann mit mal jemand erklären seit wann eine Schweizer Zeitung bei den Resultaten die Deutschen heraushebt??? ( Resultate und Tabellen - Gesamtwertung)

    • Brumm am 09.07.2019 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nanuk

      Nein kann ich nicht

    • Realist am 09.07.2019 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nanuk

      Na das ist wenn man bei richtigen Zeitungen kopiert, ;-) und die schwache Leistungen der Schweizer sind eh nicht würdig um die zu zeigen.

    • Knox am 09.07.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      @ Nanuk

      Ich schon, weil der Grossteil von Ihnen einen Wohnsitz in der Schweiz hat.

    • Steffi am 09.07.2019 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Knox

      300000 sind nicht gerade der Grossteil bei einem 80Millionen Volk

    • neunmalklug am 10.07.2019 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nanuk

      das Kürzel (dpa) am Ende des Artikels steht für deutsche Presseagentur. also nicht in der Schweiz und nicht (nur) für die Schweiz geschrieben...

    • Nanuk am 10.07.2019 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @neunmalklug

      Es geht nicht um den Artikel, sondern die Resultatetabellen, die 20min führt. Bei einer Schweizer Zeitung erwarte ich, das neben den Topklassierten wennschon die Platzierungen der Schweizer angezeigt werden und nicht die der Deutschen.

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