Beachvolleyball-WM

16. Juni 2011 12:15; Akt: 16.06.2011 21:08 Print

Schweizer Frauenduos chancenlos

Die Schweizer Hoffnungsträgerinnen Simone Kuhn und Nadine Zumkehr scheiden an der WM in Rom überraschend schon früh aus.

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Ausgeschieden: Das Schweizer Top-Duo Simone Kuhn und Nadine Zumkehr.

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Für Simone Kuhn und Nadine Zumkehr haben Ambitionen und Resultat an der Beachvolleyball-WM in Rom nicht korrespondiert. Das beste Schweizer Duo schied im Sechzehntelfinal ebenso wie Tanja Goricanec/Muriel Grässli aus. Derweil überstanden drei Männerteams den Cut.

Nicht ganz unerwartet blieb den Frauen der Exploit in der Ewigen Stadt vergönnt. Überraschend allerdings war, wie chancenlos Simone Kuhn/Nadine Zumkehr in der ersten K.o.-Runde gegen die als Nummer 6 gesetzten Doris und Stefanie Schwaiger waren. «Sie servierten unglaublich gut und setzten uns dadurch zu sehr unter Druck. Dadurch konnten wir unser Spiel nicht ruhig aufbauen», sagte Zumkehr nach der sechsten Niederlage (14:21, 14:21) im siebten Duell mit den Österreicherinnen.

Die Enttäuschung über die Leistung und den 17. Schlussrang waren laut Zumkehr nicht aufgrund der Niederlage an sich so gross, sondern «weil wir nicht gezeigt haben, was wir können». Sie hätten sich Chancen ausgerechnet. «Schliesslich war es nicht so, dass wir gegen die Schwaigers immer klar verloren hatten.» Die Berner Verteidigungsspezialistin sprach trotz der verpassten Top-10-Klassierung nicht von einem schlechten Turnier. «Wir verlassen Rom nach den guten Auftritten in der Gruppenphase mit positiven Eindrücken.»

Dass sie trotz gutem Start in die World-Tour-Saison (Ränge 17, 17, 13, 9 und 5) noch nicht zu den ganz Grossen der Branche zählen, führt Zumkehr auf die mangelnde Konstanz und die zu unsteten eigenen Aufschläge zurück. Zum Vorstoss respektive vor allem zum Verbleib in die Spitzengruppe fehle ein Quäntchen. «Es gibt momentan aber rund 15 Teams, von denen man das Gleiche auch behaupten kann. Davor befinden sich sechs bis sieben Duos, die sich etwas abheben.» Ob Kuhn/Zumkehr bis Olympia 2012 aufschliessen können, bleibt dahingestellt. In aktueller Verfassung sollte der Verbleib in den Top 16 der Welt, der zum Start in London berechtigt, aber kein wirkliches Problem sein.

Tanja Goricanec/Muriel Grässli waren gegen die topgesetzten Brasilianerinnen Larissa/Juliana, die fünffachen Gesamtsiegerinnen der World Tour (2005 bis 2007, 2009 und 2010) und zweifachen WM-Zweiten, wie erwartet ohne Siegchance. Sie zogen sich beim 16:21, 15:21 aber achtbar aus der Affäre. Von einem Coup durfte das Schweizer Tandem nie träumen, zu gross war der Unterschied. «Zu Beginn des zweiten Satzes haben wir es geschafft, sie unter Druck zu setzen. Ein solches Weltklasse-Team kann sich dann im entscheidenden Moment steigern und unser Spiel lesen», konstatierte Grässli nach dem Out. Der 17. Rang ist für die Zürcherin und ihre Tessiner Partnerin - nicht wie für Kuhn/Zumkehr - als Erfolg zu werten.

Heuschers Kampf mit dem Jetlag

Die drei im Turnier verbliebenen Schweizer Männerteams schafften am vierten Turniertag in corpore den Einzug in die Sechzehntelfinals, jeweils als Zweite ihres Pools. Am meisten zu kämpfen - mit dem Gegner und auch mit sich selber - hatten Patrick Heuscher/Jefferson Bellaguarda. Die halbe Weltreise via Kasan (Russ) nach Peking und der dort erreichte Podestplatz haben Spuren hinterlassen, die noch nicht verwischt werden konnten. Gegen die Russen Alexander Licholetow/Alexej Pastuchow, die zur Verwirrung der Schweizer Gegner die Seiten bei der Annahme gewechselt hatten, mühten sich Heuscher/Bellaguarda zu einem 21:17, 15:21, 15:13.

«Unsere Beine lassen uns manchmal im Stich. Zeitweise ist es noch sehr schwierig, das Niveau zu halten», musste der noch immer Jetlag-geplagte Heuscher zugeben. «Wir haben noch zu viele Ausreisser nach unten, das Aufholen von mehreren Punkten Rückstand ist auch mental extrem anstrengend.» Die Entscheidung führte der Thurgauer im entscheidenden dritten Satz mit einer Punkteserie (vom 9:11 zum 13:11) herbei. Heuscher: «Es hätte auch einfacher gehen können. Nun hoffen wir, dass wir unsere Stärken, die Ballsicherheit und die Routine, in die Waagschale werfen können.»

Die bislang beste Turnierleistung lieferten derweil Philip Gabathuler und Jan Schnider ab. Sie bezwangen die teils überforderten Holländer Emiel Boersma/Daan Spijkers diskussionslos in zwei Sätzen (21:15, 21:12) und reihten sich in ihrem Pool auf Rang 2 ein. Bei einer Niederlage der Brasilianer Marcio Araujo/Ricardo im Parallelspiel, nach der es phasenweise aussah, wäre sogar der Gruppensieg möglich gewesen. Gabathuler/Schnider haben ihr Minimalziel (Rang 17) bereits erreicht. «Alles, was nun kommt, ist Zugabe», sagte Blocker Gabathuler. «Wir nehmen das Feuer aus dem letzten Match mit.»

Auch Sascha Heyer und Sébastien Chevallier hätten sich eine noch bessere Ausgangslage für die erste K.o.-Runde verschaffen können. Weil sie gegen die Deutschen Jonathan Erdmann/Kay Matysik in zwei Sätzen (19:21, 17:21) verloren, schlossen sie die Vorrunde nicht als Sieger, sondern hinter ihren Bezwingern auf dem zweiten Platz ab. Für Martin Laciga/Jonas Weingart war die WM bereits am Mittwochnachmittag nach der Gruppenphase (37. Gesamtrang) vorbei.
WM in Rom. Frauen, Sechzehntelfinal:
Doris Schwaiger/Stefanie Schwaiger (Ö/6) s. Simone Kuhn/Nadine Zumkehr (Sz/17) 21:14, 21:14.

Kuhn/Zumkehr im geteilten 17. Schlussrang.

(sda)