Coming-out

13. Juli 2014 11:17; Akt: 14.07.2014 02:59 Print

Schwimm-Olympiasieger Thorpe ist schwul

Australiens Schwimm-Ikone Ian Thorpe macht seine Homosexualität in einem TV-Interview öffentlich. Der fünffache Olympiasieger spricht auch über seine psychischen Probleme.

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Ian Thorpe auf dem Höhepunkt seiner Karriere an den Olympischen Spielen in Athen mit der Goldmedaille des 200-Meter-Freistilrennens. 1998 nahm Ian Thorpe (ganz links) mit 15 Jahren erstmals an einer Weltmeisterschaft teil. Er führte die australische 4x200-Meter-Staffel zum Sieg und gewann danach selbst auch noch Gold über 400 Meter Freistil. Er ist bis heute der jüngste Weltmeister aller Zeiten. An der Heim-Olympiade in Sydney im Jahr 2000 gehört Ian Thorpe (2. von links) mit erst 18 Jahren zu den grossen Stars der Spiele. Insgesamt gewann «Thorpedo» in Sydney dreimal Gold und zweimal Silber. An der Weltmeisterschaft in Fukuoka, Japan, im Jahr 2001 holte Thorpe sechsmal Gold und schwamm Weltrekorde über 200, 400 und 800 Meter Freistil. Auch an den Commonwealth Games, den Wettkämpfen der ehemaligen englischen Kolonien, sammelte Thorpe in seiner Karriere Medaillen in grossem Stil. Allein in Manchester 2002 waren es sechs Gold- und eine Silbermedaille. Die WM in Barcelona 2003 verlief für den Aussie bereits nicht mehr ganz so erfolgreich wie zwei Jahre zuvor in Japan, dennoch reichte es noch für dreimal Gold und je einmal Silber und Bronze. Auch abseits der Schwimmbecken machte Thorpe stets eine gute Figur. Als Markenbotschafter der Schweizer Uhrenmarke Omega trat er 2005 an der Modeschau der Baselworld auf. Der wahrscheinlich grösste Sieg in Ian Thorpes Karriere war der Olympiasieg über 200 Meter Freistil an den Sommerspielen in Athen. Im so genannten «Race of the Century» besiegte er die Superstars Pieter van den Hoogenband (Hol) und Michael Phelps (USA). Zudem gewann Thorpe auch über 400 Meter Freistil und holte Silber mit der 200-Meter-Staffel und Bronze über 100 Meter Freistil. Insgesamt gewann Thorpe fünfmal Gold und neun Medaillen total. Bereits 2006 hatte Thorpe 24-jährig seinen Rücktritt bekannt gegeben, seinen schwersten Gang an die Öffentlichkeit musste er aber 2007 antreten, als schwere Dopingvorwürfe einen Schatten auf seine Karriere warfen. Später im gleichen Jahr wurde er von diesem Verdacht wieder freigesprochen. Auf der Reise des Olympischen Feuers an die Sommerspiele in Peking 2008 durfte Thorpe den Weg der Flamme durch Australien offiziell beenden. 2011 hatte Thorpe die Ehre, auf dem höchsten gesellschaftlichen Anlass des Jahres, der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton, dabei zu sein. 2012 packte ihn noch einmal der sportliche Ehrgeiz und Thorpe kündigte nach sechs Jahren Wettkampfpause sein Comeback an mit dem Ziel, sich für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren. Er scheiterte jedoch in den australischen Trials. Thorpe lebte und trainierte viele Jahre im Tessin und bestritt Rennen in der Schweiz, so wie hier am Hi-Point Schwimmmeeting in Zürich. Und auch mit 30 Jahren machte der Australier als Model eine gute Figur an der Mailänder Fashion Week 2012. 2012 veröffentlichte der Australier seine Autobiografie «This Is Me». Zuletzt hatte Thorpe verschiedentlich mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und liess sich zu einer Rehabilitationstherapie wegen Depressionen und Alkoholproblemen einliefern. Nach mehreren Schulteroperationen hat sich Thorpe zwei schwere Infektionen zugezogen und befindet sich in seiner Heimat Sydney im Spital. Sein Zustand sei ernst, aber nicht lebensbedrohlich. Er wird jedoch nie wieder schwimmen können. 9 Olympiamedaillen, davon 5 Gold, 3 Silber, 1 Bronze 13 WM-Medaillen, davon 11 Gold, 1 Silber, 1 Bronze 22 Weltrekorde, 18 Langbahn, 4 Kurzbahn Jüngster Weltmeister aller Zeiten mit 15 (1998) 4-mal Weltschwimmer des Jahres (1998, 1999, 2001, 2002)

Die Karriere von Ian Thorpe.

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Der 31-Jährige antwortete am Sonntag auf eine entsprechende Frage des Senders Channel 10: «Ich bin nicht hetero. Das ist etwas, was ich erst vor zwei Wochen meinem engsten Umfeld sagen konnte.» Der fünffache Olympiasieger hatte zuvor trotz anhaltender Gerüchte stets erklärt, nicht schwul zu sein. Thorpe war Ende 2006 vom Leistungssport zurückgetreten und konnte sich bei einem Comeback nicht für die Olympischen Spiele 2012 qualifizieren. In dem Interview sagte Thorpe zudem, er habe mit 19 das erste Mal Antidepressiva genommen.

Thorpe war 1998 in Perth mit 15 Jahren über 400 m Crawl erstmals Weltmeister geworden. Bis 2003 folgten zehn weitere WM-Titel. 2000 gewann der Schwimmer aus Sydney in seiner Heimatstadt dreimal Olympia-Gold, vier Jahre später in Athen noch zweimal.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 13.07.2014 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiter

    Was spielt das für eine Rolle, ob ein Mensch schwul ist, der "Charakter zählt".

  • Lisa am 13.07.2014 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    ist nichts dabei

    Ja, und? Ich hoffe, er hat einen lieben Partner und ist glücklich!

  • meikly am 13.07.2014 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch!

    Bin stolz auf Thorpe, es sollten mehr offen sein wie er!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dan K. am 13.07.2014 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Gründe

    Diejenigen, die hier wieder von Geltungssucht und Outing-Show sprechen, begreifenbes einfach nicht... Wenn es so normal und akzeptiert wäre, warum musste er dann wie so viele andere Schwule Antidepressiva umd Therapie nehmen? Aus Spass?? Ach, diese ewige Homophobie...

  • Danny Glauser am 13.07.2014 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Warum immer grosse Coming-Out Show?

    Warum müssen heute eigentlich alle eine grosse Medien-Show machen mit ihrer Homosexualität? Habe nichts gegen Schwule und respektiere sie, aber dieses ewige grossmaulige Coming-Out Getue nervt langsam!

  • Alexander am 13.07.2014 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Thorpe ist schwul

    Und wo ist das Problem

  • Martin am 13.07.2014 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    na und?

    ist mir sowas von egal. Wenn er glücklich ist ist alles super! Denke dass das in der heutigen Zeit keine Sensationsmeldung mehr ist.

  • Zzyzx am 13.07.2014 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Respekt es gibt viele die sich das nicht trauen. RESPEKT