Eidgenössisches in Zug

22. Mai 2019 17:15; Akt: 22.05.2019 21:33 Print

Schwingfest-Tickets kosten bis zu 1600 Franken

Heiss begehrt sind Tickets für das Eidgenössische Schwingfest in Zug. Nur 4000 Stück gehen in den offiziellen Vorverkauf. Das fördert den Onlinehandel.

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350'000 Besucher werden am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) vom 23. bis 25. August in Zug erwartet. Die Kapazität der Zuschauerplätze in der Arena ist jedoch auf 56'500 Personen beschränkt. «Wir rechnen daher mit einer sehr grossen Ticket-Nachfrage», sagt Freddy Trütsch, Kommunikationsverantwortlicher des Esaf 2019. Der Run auf Eintrittskarten war schon vor drei Jahren in Estavayer-le-Lac enorm. Auch damals waren nur gut 4000 von rund 52'000 Tickets in den freien Verkauf gegangen – und innert einer Viertelstunde vergriffen.

Nun wurde das Vorverkaufs-Verfahren angepasst. Interessierte können sich am Mittwoch, 22. Mai, ab 00:01 Uhr bis Mitternacht auf ticketcorner.ch registrieren und so für den Kauf von maximal vier Tickets bewerben. Das elektronische Los ermittelt dann, welche Personen Karten erhalten. Die Glücklichen werden informiert und haben 48 Stunden Zeit, ihr Kaufrecht wahrzunehmen. «Sonst wird neu ausgelost», erklärt Trütsch das Vorgehen. «So hat alles seine Richtig- und Gerechtigkeit.»

33'000 Tickets gehen an den Eidgenössischen Schwingerverband. Diese werden unter den Teilverbänden verteilt, wobei 2500 Karten für Ehrenmitglieder und Funktionäre vorgesehen sind. Damit verbleiben knapp 20'000 Tickets, über die das OK verfügen kann. Dieses hat mit dem Kanton und den elf Zuger Gemeinden vereinbart, dass die lokale Bevölkerung ein Vorverkaufsrecht geniesst. Das ist quasi die Entschädigung für die Nutzung der öffentlichen Infrastrukturen. Zwischen 6000 und 7000 Karten konnten sich direkte Anwohner (sogar mit exklusivem Bezugsrecht) und Bewohner des Kantons Zug so ergattern.

1600 Franken für zwei Sitzplätze

«Ausgerechnet die gut betuchten Zuger versuchen sich nun mit dem Weiterverkauf von Tickets fürs Eidgenössische zu bereichern» – das kann denken, wer im Netz nach Karten sucht. Denn auf ricardo.ch können bereits die ersten ersteigert werden. Teils zu überrissenen Preisen. Ein Beispiel: Zwei Tickets für gedeckte Sitzplätze für beide Wettkampftage kosten offiziell 490 Franken, auf der Auktionsplattform sind sie für satte 1600 Franken sofort zu haben. Das Mindestgebot liegt bei 1400 Franken. Als Verkäufer wird Top-Tickets mit Sitz in Zürich angegeben. Dabei handelt es sich offenbar um einen Händler, denn es ist nicht sein einziges Angebot für Esaf-Karten.

Illegal ist der Onlinehandel mit Tickets für Events jeglicher Art nicht, aber vielen Veranstaltern ein Dorn im Auge, so auch dem Esaf-OK. «Doch leider lässt sich dies nie ganz ausschliessen», seufzt Trütsch. Er geht allerdings davon aus, dass nur wenige Besitzer von Karten diese weiterverkaufen. «Denn jeder will doch hingehen», gibt er zu bedenken. «Und ich glaube nicht, dass die Zuger ihre Tickets vertschutten», sagt Trütsch zur entsprechenden Mutmassung eines Lesers.

«Ricardo-Problematik ist ärgerlich»

Bereits vor drei Jahren wurden auf ricardo.ch Tickets fürs Esaf zu horrenden Preisen versteigert. Daher hat auch der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) Kenntnis vom Onlinehandel. «Der ESV hat zwar Pflichten gegenüber dem OK, die klar festgehalten sind», sagt Geschäftsführer Rolf Gasser, doch der Verband sei bereit, im Hinblick auf das übernächste Eidgenössische (2022 in Liestal) über neue Methoden zu diskutieren. Eine Personalisierung der Tickets erachtet Gasser jedoch als schwierig, da sie administrativ und organisatorisch Mehraufwand mit sich brächte. «Die Ricardo-Problematik ist aber ärgerlich, und daran müssen wir arbeiten», ergänzt er mit Verweis darauf, dass auch andere Sportveranstaltungen dagegen anzukämpfen haben.

Die Ticketpreise fürs Esaf in Zug sind gegenüber jenem von 2016 in Estavayer leicht erhöht worden. «Dafür ist bei uns die Hin- und Rückfahrt mit dem ÖV aus der ganzen Schweiz im Ticket inbegriffen», begründet Freddy Trütsch die Anpassung.

(ddu)