Erfolgreiche Trans-Athletin

04. März 2020 11:17; Akt: 05.03.2020 09:05 Print

Sie lebte als Mann, nun holt sie Rekorde bei den Frauen

von Frrok Boqaj - Die neuseeländische Gewichtheberin Laurel Hubbard dominiert als Transgender-Athletin an Turnieren. Das stösst auf Widerstand.

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Sie laufen schneller, springen weiter oder stemmen mehr Gewicht. Vor allem sind sie zum Unmut vieler Sportlerinnen eines: erfolgreich. An bedeutenden Turnieren gewinnen trans- und intersexuelle Athleten zuhauf Medaillen. Caster Semenya ist so ein Beispiel. Zehn Jahre dominierte die 800-Meter-Läuferin ihre Konkurrentinnen, bereits 2009 holte sie mit 18 Jahren aus dem Nichts Gold an der Weltmeisterschaft in Berlin.

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Dabei war ihr Erfolg weit mehr als nur hartem Training geschuldet. Die intersexuelle Südafrikanerin wies aufgrund ihrer genetischen Disposition überdurchschnittlich viel Testosteron im Körper auf, was ihre physische Leistungsfähigkeit positiv beeinflusste.

Auch Gewichtheberin Laurel Hubbard profitiert sportlich von ihren genetischen Anlagen. Hubbard ist transgeschlechtlich, biologisch betrachtet ein Mann. Noch vor 8 Jahren nahm die Neuseeländerin bei den Männern als Gavin an Gewichtheber-Wettkämpfen teil. Dann fasste die 42-Jährige den Entschluss, sich einer geschlechtsangleichenden Operation zu unterziehen.

«Die Rechte der Frauen werden zerstört»

Fortan trat Hubbard bei den Frauen an. Sie ist dermassen erfolgreich, dass sie zurzeit die 200'000 starke Bevölkerung von Samoa in Aufruhr versetzt. Zweimal Gold, in Zweikampf und Reissen, hat Hubbard jüngst bei den Pazifikspielen auf der Insel gewonnen. Nur im Stossen musste sich die 42-Jährige aufgrund eines wiederholten Fehlversuchs geschlagen geben. Ein Fehlversuch, der durch das erzürnte Publikum mit frenetischem Applaus bejubelt wurde.

Längst gönnen nicht alle Hubbard den Erfolg. Sie muss sich den Vorwurf gefallen lassen, gegenüber Konkurrentinnen einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Der samoanische Premierminister Tuilaepa Sailele Malielegaoi sagte nach Hubbards Sieg bei den Pazifikspielen: «Ich glaube wirklich nicht, dass er – sie – jemals an diesem Turnier teilnehmen sollte, aber mir ist klar, dass wir inklusiv sein müssen und diese Menschen nicht ausschliessen können.»

Die Ablehnung gegenüber der Trans-Athletin sei seitens Veranstalter, Konkurrentinnen und Zuschauer gross, doch «es gibt viele Leute, die Angst haben, wegen politischer Korrektheit etwas zu sagen», meint etwa die 800-Meter Läuferin Tamsyn Manouo. Und die dreifache Goldmedaillengewinnerin der Commonwealth Games fordert alle Sportlerinnen auf, sich gegen die Diskriminierung zu wehren. Auch der britische Reporter und ehemalige CNN-Moderator Piers Morgan findet: «Die Rechte der Frauen werden durch die politische Korrektheit zerstört.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave am 04.03.2020 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich..

    Ich bin biologisch 28 Jahre alt, aber ich fühle mich wie 17. Darf ich an der U17 WM spielen?

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  • Sn8wman am 04.03.2020 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3. Kategorie

    Wenn schon ein 3. Geschlecht gibt, sollte es im Sport auch eine 3. Kategorie geben.

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  • Clownsworld am 04.03.2020 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Hölzer...

    die sagen das Geschlecht wäre lediglich ein sozialer Konstrukt? HAHAHAAHAHAHA

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Meier am 04.03.2020 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zusätzliche Kategorie?

    Ich kann natürlich die sportlichen Ambitionen von transsexuellen Menschen gut verstehen und man kann ihnen auch keine Wettkämpfe absprechen. Die Diskussion, ihnen die Teilnahme zu verwehren geht eher in eine falsche Richtung. Man sollte sich eher überlegen, v.a. weil das in der heutigen Zeit vermehrt auch thematisiert wird, ob man nicht auch eine Zusätzliche Kategorie neben den Frauen/Männern einführt, die ihnen auch gerecht wird!? Aufgrund ihrer hormonellen Disposition führt das zu einer Verzerrung der Resultate, v.a. bei den Frauen. Und das ist eben auch nicht gerecht.

  • i-fit-you am 04.03.2020 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doping

    Die regen sich alle über Doping auf und so einen Irrsinn toleriert man...

  • IchSelbst am 04.03.2020 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich toll.

    Zwingt gewisse Gschpürschmis zu einer Entscheidung: Ist man nun mit sämtlichen Konsequenzen etwas/jemand, nur weil man sich so fühlt, oder nicht?

  • Akademiker am 04.03.2020 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie ist eine Frau! Respektiert das!

    Ich finde das absolut in Ordnung. Klar ist sie biologisch gesehen Trägerin eines Y-Chromosoms, trotzdem muss man ihre Entscheidung akzeptieren ein Mann zu sein. Sie schadet ja niemandem damit. Wollen wir solche Leute weiterhin systematisch diskriminieren, indem wir solche Entscheidungen nicht akzeptieren? Eher nicht oder? Sie soll weiterhin voll und ganz als Frau angesehen werden.

    • Dumdi am 04.03.2020 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Akademiker

      sie war ein Mann, ist jetzt eine Frau

    • Mann mit abgeschlossener Lehre am 04.03.2020 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Akademiker

      Kein Problem aber sie hat nichts im Leistungssport zu suchen. Das ist Betrug.

    • Büetzer am 04.03.2020 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Akademiker

      Ich hoffe Sie sind bei Ihrem akademischen Beruf nicht gleich aufmerksam wie hier.

    • Infowar am 04.03.2020 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
      Giphy Giphy
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  • Lapin am 04.03.2020 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich schlimme unfaire Zustände

    Ein Skandal sondergleichen. Transgender haben nach einer Geschlechtsumwandlung nichts mehr bei Sportanlässen zu suchen!