Schweizer Spitzensport

31. Juli 2016 21:48; Akt: 31.07.2016 21:48 Print

Sportprofis sollen Jungtalente finanzieren

Bei Erfolg Geld zurück – nach diesem Prinzip will der Kanton Bern den Schweizer Spitzensport fördern. Die Gegner finden das unverhältnismässig.

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Von seinem Erfolg sollen andere profitieren: Tennis-Koryphäe Roger Federer. (Bild: Keystone/Aaron Favila)

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Das Prinzip Geben und Nehmen könnte bald auch im Schweizer Spitzensport eine neue Bedeutung gewinnen – jedenfalls wenn es nach der Idee von Hans-Jürg Käser geht.

Wie die «NZZ am Sonntag» meldet, will der Berner Justizdirektor die Nachwuchsförderung finanziell auf ein neues Fundament stellen. Erfolgreiche und dank ihrer sportlichen Leistung zu Vermögen gekommene Sportler, fordert Käser, sollen die erhaltenen staatlichen Fördermittel später zurückzahlen. Auf diesem Wege könnten andere Athleten auf ihrem Weg an nach oben unterstützt werden. Allzu oft schieden Nachwuchstalente auf dem Weg an die Spitze aus, weil das Geld nicht reichte.

Sein Vorstoss sei für reiche Spitzensportler absolut zumutbar, urteilt Käser in der «NZZ am Sonntag». Diese seien schliesslich «nicht zuletzt dank der Förderbemühungen des Staates zum sportlichen Erfolg und zu entsprechenden finanziellen Einkünften gelangt.»

Patenschaften statt Geld-Zurück-Forderung

Dachverband Swiss Olympic hält vom Vorschlag aus Bern wenig und führt die geringe Anzahl der vermögenden Schweizer Spitzensportler als Argument ins Feld. In Anbetracht der wenigen Fälle lohne es sich kaum, ein komplexes Rückzahlungssystem auszutüfteln.

Präsident Jörg Schild empfindet ein solches Vorgehen als unverhältnismässig und appelliert stattdessen vielmehr an den Goodwill der Spitzensportler: «Wir freuen uns sehr über jeden Sportler, der seinem Sport in irgendeiner Form wieder etwas zurückgibt, dies ist auch als Trainer oder Funktionär möglich.»

(jros)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Banause am 31.07.2016 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parallelen ?!

    Wieviele 100 Mio Subventionen werden jährlich in "Kultur" und ---instutionen verbuttert ? Und für was ?!

    einklappen einklappen
  • Peter Roland E. am 31.07.2016 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicher richtiger Ansatz

    Absolut faire und vernünftige Idee!

  • Gewürz Mischung am 31.07.2016 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für die Zukunft des Nachwuchs

    Wenn die sportlichen Grossverdiener und Millionarios Charakter zeigen, wird diese Idee schnell in die Tat umgesetzt!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • E.A am 01.08.2016 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finanzierung

    Werde meine Geldspende nicht mehr der RF Foundation sondern dem WWF zukommen lassen, da die Umwelt und die Tiere immer mehr unter den Menschen leiden müssen!!

  • ma llorca am 01.08.2016 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    rafael nadal macht es

    Und errichtet auf Mallorca eine Sport Academy... Ähm, Roger, ziehst Du nach?

  • Unfair am 01.08.2016 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das fair?

    Bis jemand ein Spitzensportler wird, muss viel investiert werden. Die Zeit u. das Geld, welches meist die Eltern einsetzen, kann man nicht steuerlich absetzen. Doch wenn es jemand geschafft hat u. später viel verdient, kommt der Staat und kassiert ab.

  • M.S. am 01.08.2016 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    und wieso...

    sollte das nicht auch für die Bildung möglich sein... ? Da könnten FHs und Uni's auch etwas zurückkriegen

  • geni am 01.08.2016 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Fanal

    Das gleiche muss aber auch im politischen Bereich als Umkehrregeln doch auch gelten müssen, oder ist das nur ein Fanal?