US-Hymnenstreit

22. Juli 2018 12:15; Akt: 22.07.2018 12:27 Print

Trump droht Spielern mit Saisonsperren

US-Präsident Donald Trump hat erneut verlangt, dass die Football-Profis der NFL während der Hymne nicht knien sollen und fordert nun harte Strafen.

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Ein Bild aus vergangener Saison: Spieler der San Francisco 49ers knien während der Hymne. Eine Aktion, die laut Trump kommende Saison hart sanktioniert werden soll. (Bild: Getty-Images/joe Robbins)

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Es war ein umstrittenes, aber omnipräsentes Bild der vergangenen NFL-Saison. Wenn die US-Hymne vor den Spielen in den Stadien ertönte, knieten einige afroamerikanische Footballspieler nieder, um ein Zeichen gegen Rassismus, Ungleichheit und Polizeigewalt gegen Schwarze zu setzen.

Seit dem Kniefall von Quarterback Colin Kaepernick vor zwei Jahren spaltet das Symbol die Gemüter der Liga und Zuschauer. Bis zu 200 Spieler schlossen sich der Bewegung gegen Rassismus an, mit der Zeit schaltete sich auch Donald Trump in die Debatte ein. Der US-Präsident ist einer der grössten Kritiker, betitelte die knienden Spieler in Ansprachen als «Hurensöhne» und forderte zudem ihre Entlassung.

Eingeführte Regel aufgehoben

Die Liga reagierte im Frühling auf die anhaltende Hymnen-Polemik und setzte eine neue Regel in Kraft. So ist es den Spielern kommende Saison erlaubt, während der Hymne in der Garderobe zu verweilen. Wer dennoch niederkniet, riskiert Sanktionen gegen sich und seinen Verein.


Am Donnerstag wurde diese Regel jedoch aufgehoben. Die Liga sowie die Spielergewerkschaft NFLPA begründeten ihr Vorgehen damit, dass der richtige Umgang mit der Debatte noch gefunden werden muss und daher weiterhin an einer Lösung gearbeitet wird.

«Beim zweiten Mal knien – Sperre für die gesamte Saison, ohne Gehalt! »

Eine Reaktion Trumps folgte umgehend. Per Tweet drohte er den Spielern mit harten Strafen: «Beim ersten Mal knien – ein Spiel Sperre. Beim zweiten Mal knien – Sperre für die gesamte Saison, ohne Gehalt! Steht nicht im Vertrag, dass die Spieler bei der Hymne mit der Hand auf dem Herz stehen müssen?» Gleichzeitig übte er Druck auf Liga-Boss Roger Goodell aus. «Der 40-Millionen-Dollar-Commissioner muss Stellung beziehen», schrieb Trump in seinem Tweet. Viel Zeit bleibt der Liga nicht mehr, um eine Lösung zu finden. Die neue NFL-Saison beginnt Anfang September.



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(nry)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rottensurfer am 22.07.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken

    Ein Staatsoberhaupt, das seinem Volk die freie Meinungsäusserung verbietet, nennt man im allgemeinen einen Diktator.Ist es schon wieder soweit?

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  • Biko am 22.07.2018 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie

    Also ,wie ein President die Zeit findet sich mit so ein Problematik zu beschäftigen!Die haben sicher andere Probleme.Und ,in eine Demokratie soll so etwas zur Kenntnis genommen werden und nicht Drohungen ausgesprochen werden.Sonst ist das eine Diktatur!

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  • Ist Egal am 22.07.2018 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig....

    ...wo ist das Land mit den unbegrenzten Möglichkeiten? Meinungsfreiheit? Es darf wohl nur Trump, reden und es zurück nehmen. Sich für was einsetzen und es dann total ablehnen....armes Amerika...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F.Rau am 23.07.2018 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Mann

    Nehmt Euch ein Beispiel an meinem Mann sobald die Schweizer Hymne ertönt steht er

  • Velosapiens am 23.07.2018 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Titel

    Politik ist der Feind der Demokratie

  • big chief am 22.07.2018 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    USA verdienen einen besseren Presidenten

    Sperren fuer immer sollte man diesen .. Trump!

  • dani am 22.07.2018 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    wie kann man einen solchen menschen, präsidenten, nur gut finden. man sollte ja niemandem was böses wünschen, aber...

  • Pirat2222 am 22.07.2018 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin für die Trennung...

    ... von Sport und Spott. Was hat sich Tweety-Trump in den Sport einzumischen?