Jahresrückblick, Teil 3

30. Dezember 2011 22:44; Akt: 31.12.2011 11:27 Print

Usain Bolt war zu schnell für den Weltmeistertitel

Usain Bolt sieht schon am Start Rot, Lisa Urech stolpert an der ersten Hürde und Roger Federer wird im Halbfinal der US Open eiskalt abserviert. Was von Juli bis September im Sport geschah.

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«Das ist der grösste Moment meiner Karriere», kommentierte Novak Djokovic seinen dritten Major-Titel. Der Serbe holt sich durch ein 6:4, 6:1, 1:6, 6:3 gegen Rafael Nadal seinen ersten Wimbledon-Sieg. Doppelt bitter für Nadal: Der Spanier verliert nicht nur den Final gegen den «Djoker», der Serbe nimmt ihm auch die Nummer 1 in der Weltrangliste ab. Ariella Kaeslin erklärt ihren Rücktritt vom Wettkampfsport. Für die 24-jährige Luzernerin geht eine beeindruckende Karriere zu Ende. «Ich bin nicht mehr bereit, all die Entbehrungen mitzumachen, die das Kunstturnen abverlangt. Das ist mir in letzter Zeit klar geworden», sagt eine sehr bewegte Kaeslin am Tag ihres Rücktritts. Die japanische Fussballfrauen holen vier Monate nach der schweren Erdbeben- und Tsunamikatastrophe den WM-Titel: Im Finalspiel setzen sie sich gegen die USA im Elfmeterschiessen mit 3:1 durch. Japan ist das erste asiatische Team, das sich den WM-Titel sichert. Swann Oberson schafft, was zuvor noch keiner Schweizerin und keinem Schweizer gelang: Die 24-Jährige Genferin holt Gold an einer Schwimm-WM. In Shanghai siegt Oberson über fünf Kilometer im offenen Gewässer. Der Gesamtsieger der 98. Tour de France kommt erstmals aus Australien: Der in der Schweiz wohnhafte Cadel Evans gewinnt die 98. Austragung des wichtigsten Etappen-Radrennens der Welt. Der Fehlstart des Jahres: Usain Bolt patzt im 100-m-Final der Leichtathletik-WM in Daegu - Disqualifikation statt Gold. Daniel Bösch stellt alle Favoriten in den Schatten und gewinnt das Unspunnen-Schwinget 2011. Die Hockeyspieler von Dynamo Minsk gedenken der Mannschaft von Lokomotiv Jaroslawl. Die beiden Teams hätten gegeneinander die KHL-Saison eröffnen sollen, die Mannschaft aus Jaroslawl kam aber nie in Minsk an. Das Flugzeug mit den Eishockeyspielern an Bord stürzte kurz nach dem Start ab und riss die ganze Mannschaft in den Tod. Drama an Weltklasse Zürich. Der 100-m-Hürdenlauf mit Lisa Urech endet in einer Katastrophe. Die Schweizer Hoffnung strauchelt an der ersten Hürde. Urech sprach nach dem Rennen unter Tränen von einem «Blackout». Beim Stand von 7:6, 6:4, 3:3. 6:2, 5:3 und 40:15 hätte Roger Federer im Halbfinal des US Open eigentlich alles klar machen müssen. Im Fünfsatz-Krimi gegen Novak Djokovic hatte der Schweizer zwei Matchbälle, der Serbe wehrte diese aber mirakulös ab und so war für Federer in New York in der Runde der letzten Vier Schluss - wie schon im letzten Jahr, als er ebenfalls in fünf Sätzen gegen Djokovic rausflog. Stolz hält Novak Djokovic seinen Pokal in die Kameras. Die Weltnummer 1 gewinnt einen spektakulären US-Open-Final gegen Rafael Nadal 6:2, 6:4, 6:7, 6:1. Das ist bereits der dritte Grand-Slam-Titel des Serben in diesem Jahr.

Jahresrückblick 2011, Teil 3

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Im grossen Jahresrückblick präsentiert 20 Minuten Online die bewegendsten Sport-Momente des Jahres 2011. Obwohl es keine Olympischen Spiele und keine Fussball-Weltmeisterschaft gab, war das Jahr geprägt von packenden und einzigartigen Höhepunkten. Das passierte von Juli bis September:

Der 100-m-Final an der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Daegu schien reine Formsache zu sein. In der Vorrunde sowie im Halbfinal dominierte Usain Bolt seine Konkurrenten nach Belieben. Dann passiert das Unfassbare: 0,104 Sekunden vor dem Startsignal unterbietet sein Fuss das erlaubte Mass an Druck auf dem Startblock. Für den 25-jährigen Bolt war nach wenigen Sekunden klar, dass dies seine Disqualifikation bedeutet. Und so war es auch. Weltmeister wurde sein Landsmann Yohan Blake in 9,92 Sekunden.

Gleich noch eine tragische Geschichte aus der Leichtathletik. Auch Lisa Urech nahm an der WM in Daegu teil, um nur 0,02 Sekunden verpasste die 22-Jährige aber dort den WM-Final der Top 8. Rund eine Woche später dann der Start an Weltklasse Zürich. Bereits bei der ersten Hürde verliess Urech das Glück: Die Emmentalerin stolperte und musste zusehen, wie ihre Konkurrenz davondüste. Für Urech endete die Saison mit zwei Negativerlebnissen und es wurde noch schlimmer. Anfang Oktober musste sich die 22-Jährige an der Hüfte operieren lassen. Sie hatte schon seit April Schmerzen verspürt. «Die Olympischen Spiele in London habe ich immer noch vor Augen, auch wenn der Weg dorthin nicht ganz einfach sein wird», so Urech nach der OP.

Federers Durststrecke dauert an

Nach den Negativerlebnissen der letzten Monaten lechzte Roger Federer nach einem Erfolg an den US Open. Seine Durststrecke fand aber auch beim vierten Grand Slam des Jahres kein Ende. Mit 6:7, 4:6, 6:3, 6:2, 7:5 bodigte Novak Djokovic den Schweizer im Halbfinal der US Open. Wie schon im letzten Jahr vergab Federer gegen den Serben zwei Matchbälle und verlor so den Halbfinal. Federer war nach der Partie völlig von der Rolle. «Es ist seltsam, hier eine Niederlage zu erklären, da ich überzeugt bin, dass ich eigentlich der Sieger hätte sein sollen», suchte der Schweizer nach Worten. Nach dieser bitteren Niederlage nahm sich Federer eine Auszeit, um seine Batterien für das Saisonfinale frisch aufzuladen.

(als)

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