Sports Awards 2019

15. Dezember 2019 23:00; Akt: 16.12.2019 08:12 Print

Kambundji und Stucki triumphieren

von Monica Schneider - Welch grosse Gegensätze: Eine Sprinterin und ein Schwinger sind die Hauptgewinner an den Sports Awards.

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Stucki Chrigu sagt von sich, ich bin der, der ich eben bin. Und er blieb auch gestern der, der er eben ist – obwohl die Vorschriften klipp und klar waren: Tenü Gala. Die Wahl der Sportlerinnen und Sportler des Jahres soll im Fernsehstudio in hoch festlichem Ambiente stattfinden. Trotzdem. Der König der Schwinger ist in seinen schnieken Sneakers gekommen, Grösse 51, und ohne Krawatte. «Die engt mich nur ein», sagt er, bevor die Scheinwerfer auf der Bühne angehen.

Übel genommen hat ihm dieses legere Outfit niemand, wie auch? Kann man diesem Menschen überhaupt irgend etwas übel nehmen? Das Fernsehpublikum wollte jedenfalls nicht. Stucki wurde zum Sieger des feierlichen Abends, der 34-Jährige, der in Zug im siebten Anlauf den Titel gewann und damit nach dem Sieg am Kilchberger (2008) und dem Unspunnenfest (2017) sein Palmarès komplettierte.


Sein Herz «böpperlete» etwas als nur er und Roger Federer übrig blieben: Christian Stucki. (Video: Tamedia)

«Es ist der Punkt hinter eine Bilderbuchgeschichte», sagte er und spielte auf seine mässigen Resultate zu Beginn der Saison und sein fulminantes Comeback an. Als es dann ans Danken ging, befand er vor allem, der Kanton Bern sei wohltuend prominent auf der Bühne vertreten.

Die Grossen ärgern

Die eigentlichen Gewinnerinnen und Gewinner aber waren die Leichtathleten. Vier von sechs Auszeichnungen gingen an sie, es waren die Awards 60 bis 63 seit 1950. Mit grossem Vorsprung führen sie diese Statistik vor den Skifahrern (37) an. Als die Frauenstaffel zu Beginn der Show als Team des Jahres ausgezeichnet wurde, war das ein einzigartiger Moment für diese Sprinterinnen und erst der Anfang: Mit «einer hönne Freud» bedankte sich Leaderin Mujinga Kambundji im breiten Berner Dialekt für die grosse Ehre, mit «nous sommes très heureuses» fuhr Sarah Atcho in Französisch fort und als Ajla Del Ponte in Italienisch ihre Gefühle ausdrückte, war klar: Kaum ein Team repräsentiert die Schweiz besser als dieses.

Mit Rang 4 an der WM in Doha hatten Del Ponte, Atcho, Kambundji sowie Salomé Kora eine Leistung gezeigt, die nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die kleine Nation verfügt gleichzeitig über ein halbes Dutzend Sprinterinnen, um die ganz Grossen zu ärgern. Den Vorstoss in die Weltspitze verdanken sie aber nicht nur ihrer Schnelligkeit, sondern vor allem ihrer Präzision beim Stabwechsel.

Kambundjis Beobachter

Dass sie nach Rollstuhlsportlerin Manuela Schär, die für ihre unvergleichliche Siegesserie an den grossen Marathons ausgezeichnet wurde, ein zweites Mal die Bühne würde betreten dürfen, hatte Mujinga Kambundji gehofft, aber auch bezweifelt. «Es wäre ein Mega-Highlight, wenn ich gewählt würde», hatte sie vor der Sendung gesagt, und als es dann so weit war, dankte sie allen: «Es ist eine riesengrosse Ehre für mich, solches hätte ich nie erwartet zu Beginn meiner Karriere.»


Hoffte auf die Auszeichnung: Sprinterin Mujinga Kambundji. (Video: Tamedia)

Zum vierten Mal war sie als Einzelsportlerin ins Leutschenbach gekommen – zum ersten Mal aber mit einer Leistung, die vor ihr noch keine Schweizer Sprinterin erreicht und die sie an die Weltspitze gehievt hatte: Kambundji hatte an der WM Bronze über 200 m gewonnen.

Mit einem Missgeschick an der Heim-EM in Zürich eroberte Kambundji 2014 die Herzen der Nation und wurde zum Gesicht der Schweizer Leichtathletik. Ihr Coup an der WM war ein Sprint in die Schweizer Sportgeschichte, mit dem sie sich verewigte.

Feuchte Augen hatte Kambundji aber schon früher am Abend. Denn mit Adrian Rothenbühler wurde ihr «Berater» zum Trainer des Jahres gewählt. Seit gut zwei Jahren gestaltet er ihr Krafttraining und begleitet sie an den Grossanlässen. «Ich bin aber eher das Mosaik-Steinchen des Jahres, wir sind ein Team.»

Der erste MVP ist Roman Josi

In diesem Jahr erstmals ausgezeichnet wurde der Schweizer MVP. Damit sollen auch Teamsportler eine würdige Plattform erhalten. Der Preis ging an Eishockeyaner Roman Josi. Der 29-jährige Schweizer Nationalspieler verteidigt in der NHL für Nashville und ist Captain der Predators.


Die Sieger im Überblick

Sportler des Jahres: Christian Stucki (Schwingen)

Sportlerin des Jahres: Mujinga Kambundji (Leichtathletik)

Paralympische Sportlerin des Jahres: Manuela Schär (Leichtathletik)

MVP des Jahres: Roman Josi (Eishockey)

Trainer des Jahres: Adrian Rothenbühler (Leichtathletik)

Team des Jahres: 4x-100m-Frauen-Staffel (Leichtathletik)

Newcomer des Jahres (SRF 3 Best Talent Sport): Sina Frei (Mountainbike)


Resultate und Tabellen

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pitri am 15.12.2019 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Beide haben absolut verdient gewonnen.

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  • Vero49 am 15.12.2019 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mujinga Kambundji

    Herzliche Gratulation Frau Kambundji, freue mich sehr mit ihnen.

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  • Basler1974 am 15.12.2019 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merci Chrigu 

    Einfach Grossartig! Absolut verdient!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Connie am 16.12.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportler des Jahres

    Herzlichen Glückwunsch den beiden! Mag es ihnen von Herzen gönnen. Einmal nicht Roger Federer

  • Brigitte gasser am 16.12.2019 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    warum immer sommer Sportler bitte auch ein mall Winter Sportler wählen.

  • Uschle am 16.12.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chrigu

    Es freut mich sehr für Chrigu Stucki. Er war von Anfang an mein Favorit, der Wunsch hat sich erfüllt, Gratuliere sehr herzlich Chrigu, Du hast es verdient

  • brigitte am 16.12.2019 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    warum immer sommer Athleten auch ein mall Winter Sportler wählen.

  • Samy P. am 16.12.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Super endlich zwei die es verdienen, nicht wie federer der jedes mal nominiert ist für die selbe leistung tag ein tag aus...