0900er-Notfallnummern Grund für Spitalüberlastung
Aktualisiert

0900er-Notfallnummern Grund für Spitalüberlastung

Im Notfall
suchen immer weniger
Leute einen Hausarzt auf
– die Notaufnahmen der
Spitäler sind überlastet.
Ein Grund dafür sind die
0900er-Notfallnummern.

Viele Luzerner und Schwyzer müssen sich bei einem medizinischen Notfall über eine 0900er-Nummer an einen Hausarzt wenden. Mit ein Grund dafür, dass sich viele direkt in den Notaufnahmen der Spitäler melden und diese ständig überfüllt sind. Denn: «Viele Leute haben diese 0900er-Nummern gesperrt», sagt Margrit Kessler, Präsidentin der Schweizerischen Patientenorganisation. Für sie sind diese Notfallnummern deshalb inakzeptabel.

Eine betroffene Mutter* aus dem Luzerner Rontal ärgert sich. Wegen ihrer Kinder hat sie ihren Hausanschluss für 0900er-Nummern gesperrt. «Was bleibt einem da anderes übrig, als in die Notaufnahme zu fahren?» Laut Kessler können Ärzte solche Gespräche überdies den Krankenkassen verrechnen. «Die Patienten werden damit gleich doppelt zur Kasse gebeten», kritisiert sie.

Doch nicht nur bei den Patienten sind die Bezahlnummern umstritten. «Das Thema hat auch bei uns Ärzten einige Kontroversen ausgelöst», sagt Aldo Kramis, Vorstand der Kantonalen Ärztegesellschaft Luzern.

mfe/dag

*Name der Redaktion bekannt

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