1,3 Billionen Franken für die weltweite Rüstung
Aktualisiert

1,3 Billionen Franken für die weltweite Rüstung

Hochgetrieben wurden die Ausgaben von den USA. Allein die zusätzlichen Aufwendungen der US-Regierung für ihren «Krieg gegen den Terror» übersteigen für die Zeit 2003-2005 mit 238 Milliarden Dollar alle Militärausgaben in Afrika, Lateinamerika und Asien zusammen.

Das geht aus dem Jahrbuch des Friedensforschungsinstituts Sipri in Stockholm hervor. Die Vereinigten Staaten bestritten mit einem Anteil von 47 Prozent fast die Hälfte aller Rüstungsausgaben, wie dem am Dienstag publizierten Bericht zu entnehmen ist.

Mit einem durchschnittlichen Zuwachs der Militärausgaben von global 2,4 Prozent pro Jahr seit 1995 und 6 Prozent seit 2002 ist inzwischen fast wieder das Rekord-Niveau aus dem Kalten Krieg erreicht.

Stärkster Anstieg in Südasien

Mit einem Plus von 14,3 Prozent stiegen die Militärausgaben am kräftigsten in Südasien mit den aufstrebenden Mächten Indien und China, gefolgt von Nordafrika mit 12 Prozent und Nordamerika mit 9,9 Prozent. In Europa sanken die Rüstungsausgaben leicht von 256 auf 254 Milliarden Dollar.

Die britische Sipri-Direktorin Alyson J.K. Bailes sagte zur Entwicklung 2004: «Die USA besitzen heute nach allen nur denkbaren Zählweisen eine klare Vormachtstellung. Das Land hat aber im Irak ohne institutionelle Unterstützung nur Begrenztes erreichen können und leidet nun als Folge unter den gewaltigen Kosten.»

Die USA dominierten mit 38 der 100 weltweit führenden Unternehmen und einem Marktanteil von 63,2 Prozent (Zahlen hier für 2003) die internationale Rüstungsproduktion ebenfalls klar. Bei den Rüstungsexporten lag Russland im vergangenen Jahr mit 6,2 Milliarden Dollar erneut vor den USA mit 5,4 Milliarden Dollar.

19 Kriege

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 19 Kriege ausgefochten, einer weniger als 2003. Dabei stellten die Stockholmer Friedensforscher eine klare Dominanz von lang anhaltenden Konflikten fest.

Lediglich der Krieg der USA gegen das Terrornetzwerk El Kaida, der Konflikt im Irak sowie die jüngsten Auseinandersetzungen in Sudan seien vor weniger als zehn Jahren eingeleitet worden.

Kein einziger der von Sipri als Krieg (mit mehr als tausend Toten) definierten Konflikte wurde zwischen zwei oder mehr Staaten ausgefochten. Es sei «paradox», dass gerade die lange Dauer von Kriegen wie etwa in Nepal oder Uganda dazu geführt habe, dass die Konflikte letztes Jahr aus dem Blickfeld der Medien gerückt seien.

(sda)

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