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Statistik1,3 Millionen Deutsche plötzlich weg

Die Zahl der Einwohner in Deutschland ist nach Einschätzung von Statistikern vermutlich um 1,3 Millionen niedriger als bisher angegeben. Demnach leben in Deutschland nur knapp 81 Millionen Menschen. Nach Ansicht eines Experten sind es sogar noch weniger.

Die bisherigen offiziellen Zahlen beruhen auf der Fortschreibung von lange zurückliegenden Volkszählungen in der alten Bundesrepublik und der DDR. Für den Stichtag 31. Dezember 2007 ergab sich danach eine Bevölkerungszahl von 82,2 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Das Amt widersprach mit seiner Einschätzung der Darstellung des Präsidenten des hessischen Statistischen Landesamts, Eckart Hohmann, der von einer viel höheren Fehlerquote ausgeht. Hohmann hatte vor zwei Wochen von bis zu fünf Prozent «Karteileichen in den Melderegistern» gesprochen.

Das wären rund vier Millionen Menschen. Hohmann hatte seine Schätzung unter anderem damit begründet, dass beispielsweise Ausländer aus Deutschland wegziehen, sich nie bei einer Meldebehörde abmelden und so immer im Register bleiben.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden genaue amtliche Bevölkerungszahlen wieder nach dem Zensus 2011 vorliegen. Diese EU-weite Erhebung ermittelt, wie viele Menschen in einem Land leben, wie sie wohnen und arbeiten.

Beim Zensus im Jahr 2011 werde in Deutschland ein neues Verfahren angewendet, das auf eine traditionelle Befragung aller Einwohner verzichte. Die neue Methode, die auf Registern basiere, sei in Deutschland von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder von 2001 bis 2003 ausführlich erprobt worden. (sda)

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