Gefängnisstrafe: 1,4 Millionen Franken in die eigene Tasche gesteckt
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Gefängnisstrafe1,4 Millionen Franken in die eigene Tasche gesteckt

Ein Buchhalter aus dem Kanton Schwyz hat als Vereinskassier viel Geld abgezweigt. Der Mann wurde zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

von
pz
Das Strafgericht vom Kanton Schwyz verurteilte den 54-Jährigen zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe.

Das Strafgericht vom Kanton Schwyz verurteilte den 54-Jährigen zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe.

Keystone/Sigi Tischler

Das Strafgericht verurteilte den 54-Jährigen wegen mehrfacher Veruntreuung und Urkundenfälschung. 18 Monate der dreijährigen Freiheitsstrafe muss er im Gefängnis absitzen, wie die zuständige Strafgerichtsvizepräsidentin Sandra Rieder gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Bei der Deliktsumme handelt es sich um 1,4 Millionen Franken. Sie bestätigte entsprechende Medienberichte von Freitag.

58-mal in die Vereinskassen gegriffen

Zudem muss der Beschuldigte für 80 Prozent der Verfahrenskosten von rund 35'000 Franken aufkommen. Vom Vorwurf der Geldwäscherei wurde der Mann freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Mann griff laut Anklage zwischen 2005 und 2012 insgesamt 58-mal in die Vereinskassen der TCS-Sektion Schwyz, der Behindertenorganisation Insieme Innerschwyz sowie des Gewerbevereins Arth-Oberarth-Goldau. Dem TCS-Sektion Schwyz entzog er 892'000 Franken, der gemeinnützigen Institution insieme innerschwyz 456'000 Franken und dem Gewerbeverein Arth-Oberarth-Goldau rund 66'000 Franken, berichtet, schreibt der Bote der Urschweiz.

Beschuldigter wollte private Verluste wettmachen

Mit dem Geld wollte der Mann laut eigenen Angaben Verluste bei privaten Spekulationsgeschäften wettmachen. Um die Bezüge aus den Vereinskassen zu verschleiern, fälschte er Kontoauszüge. Schliesslich zeigte sich der Kassier selber an.

Für das Gericht wiegt das Verschulden des Mannes mittelschwer, wie Richterin Sandra Rieder erklärte. Der Strafrahmen für die Delikte lag bei bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Strafmildernd habe sich unter anderem das Geständnis und die lange Verfahrensdauer ausgewirkt, sagte Rieder. Das Gericht folgte damit bei der Freiheitsstrafe dem Antrag der Staatsanwaltschaft, verzichtete aber auf die von dieser ebenfalls geforderte Geldstrafe. Der Verteidiger plädierte für eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. (pz/sda)

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