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Vorsichtsmassnahmen1. August: Gefahr im Anzug

Auch dieses Jahr wird's am Nationalfeiertag knallen und blitzen. Trotz Wirtschaftkrise vermeldet der Handel einen hohen Absatz an Feuerwerkskörpern. 20 Minuten Online zeigt wie man Spass hat, ohne Gefahr für Leib und Leben und ohne Schachbeschädigungen.

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zac/scc

Es sind nicht defekte Feuerwerkskörper, die jedes Jahr zu Verletzungen führen, sondern die unsachgemässe und sorglose Handhabung. «Wer sich vor dem Abfeuern von Feuerwerk informiert und Feuerwerk nur mit einem genügenden Abstand zu Menschen und Gebäuden verwendet, hat bereits viel für die Sicherheit getan», erklärt Kurst Steck, Brandschutzexperte der Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB).

Kühler Kopf und kühl lagern

Daher gilt: Bereits beim Kauf von Feuerwerk muss man sich über die Funktionsweise der Knallkörper informieren. Weiter sollten die gekauften Böller und Raketen trocken und kühl gelagert werden um Funktionsstörungen zu vermeiden.

Beim Abfeuern muss auf genügend Abstand geachtet werden – für grosse Feuerwerkskörper sind das bis zu 200 Meter. Angaben zum Sicherheitsabstand finden sich in der Anleitung. Als Abschussrampe für Raketen dürfen nur fest verankerte Flaschen oder Rohre verwendet werden. Von Blindgängern die Finger lassen: Erst nach einer Wartezeit von mindestens fünf Minuten kann man sich den Blindgängern nähern und sie allenfalls mit Wasser übergiessen. Nachzündversuche oder Manipulationen unterlassen.

Immer wieder gibt es im Zusammenhang mit Feuerwerk verletzte Kinder. Darum gilt hier die strikte Regel: Feuerwerk gehört nicht in die Hände von Kindern. Grössere Kinder sollten von erwachsenen Personen beaufsichtigt werden. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass trotz Verbote Feuerwerkskörper immer wieder in Menschenmengen gefeuert werden. In solchen Fällen sind besonders Augen und Gehör gefährdet. Es empfiehlt sich an grossen Veranstaltungen Ohrenpfropfen zu tragen.

Verirrte Raketen

Um Gebäude vor Schäden durch Irrläufern zu schützen, schliesst man Türen, Fenster wie auch Dachluken. Sollte es trotzdem zu Brandschäden kommen, werden die dadurch entstehenden Kosten von der Gebäudeversicherung gedeckt. Die Gebäudeversicherung ist in den meisten Kantonen obligatorisch. Einzig in den Kantonen Genf, Wallis und Tessin ist sie freiwillig. Für Hausbesitzer in diesen drei Kantonen, ist eine solche Versicherung empfehlenswert. Feuerschäden am Mobiliar deckt die Hausratsversicherung. Ein Mietzinsausfall infolge eines Brandes ist jedoch nur gedeckt, wenn dafür eine spezielle Versicherung abgeschlossen wurde.

Feuerwerk auf Balkonen ist für Mieter eine heikle Sache: Auf Vulkane, Raketen oder ähnliches sollte verzichtet werden. Denn wenn Schäden entstehen, ist der Mieter schadensersatzpflichtig – in gewissen Fällen übernimmt die private Haftpflicht die Kosten. Den Schaden am Mobiliar zahlt der Mieter, oder wenn vorhanden, die Hausratsversicherung.

Grundregel: Alarmieren, retten, löschen

Sollte trotz aller Vorsichtsmassnahmen die Gartenlaube in Flammen stehen oder sich jemand verletzen, gilt: Alarmieren, retten, löschen. Kleinere Brände können mit einem Gartenschlauch gelöscht werden, bei grösseren ist die Feuerwehr zu alarmieren. Leichten Verbrennungen müssen sofort gekühlt werden, bei schwereren Verletzungen muss der Rettungsdienst 144 alarmieren werden.

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