Aktualisiert 01.08.2006 11:25

1. August - Schmid: Nein zu Nazis

Bundesrat Samuel Schmid hat in seiner Rede am Nationalfeiertrag in Lenzburg AG zum Neinsagen zu latentem Antisemitismus und Extremismus aufgerufen.

Schmid ortete wegen der Fussball-WM ein gestiegenes Selbstwertgefühl der Schweiz.

«Wir dürfen nicht wegschauen, wir müssen hinschauen und die Zeichen an der Wand sehen», sagte Bundesrat Samuel Schmid laut Redetext auf Schloss Lenzburg. Er sprach von einer «Problem- Schweiz» und einer «Schatten-Schweiz».

Dinge beim Namen nennen

Dinge müssten wieder beim Namen genannt und Verantwortung übernommen werden, forderte Schmid. «Wir müssen aufstehen und Nein sagen» zu latentem Antisemitismus, zu Neonazis, zu gewaltbereiten Linksextremisten und zu Exzessen, die den sozialen Frieden bedrohten.

Wachsamkeit sei der ewige Preis der Freiheit, sagte der Vorsteher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Er rief auch dazu auf, Nein zu sagen zur Jugendgewalt, zum Drogenkonsum, zu Raser-Exzessen sowie gegen eine schleichende Verslumung der Dörfer und Städte.

Schmid sprach sich gegen falsch verstandene Toleranz aus. Wer in der Schweiz leben wolle, müsse seine Identität und Religion nicht verleugnen. Aber er habe die Werte des Landes zu respektieren und seine Gesetze einzuhalten. Die Schweiz brauche eine kontrollierte Zuwanderung, wenn sie langfristig bestehen wolle.

Selbstwertgefühl gestiegen

Für Schmid wird am diesjährigen 1. August die weltoffene, die sachliche, die freiwillige, die patriotische, die stille, die engagierte Schweiz gefeiert. Er stellte ein gestiegenes Selbstwertgefühl fest, und zwar wegen den Leistungen der Fussball- Nationalmannschaft an der WM. «Man zeigt wieder Flagge», sagte er.

Unbefangener Nationalstolz schwinge mit in dieser Begeisterung für ein Team junger Männer. Sie hätten ihre familiären Wurzeln in Spanien, in der Türkei, in Italien, im Kosovo, in der Elfenbeinküste und auch in der Schweiz. Damit gelte der Jubel einer weltoffenen, jungen und selbstbewussten Schweiz, die gleichzeitig Integrationsstärke zeige.

Als hohe Werte der Schweiz nannte Schmid in seiner Rede Weltoffenheit, Sachlichkeit, Miliz und Freiwilligkeit. Es brauche «Mut zur Exzellenz», sagte der VBS-Chef. Die Eliten des Landes in Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Kultur und Politik müssten gefördert werden. (sda)

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