Aktualisiert 29.04.2008 13:22

1. Mai und Auffahrt - der gestohlene Feiertag

Dieses Jahr feiert die Schweiz den 1. Mai und Auffahrt am gleichen Tag. Doch Festtagsstimmung mag nicht so recht aufkommen, denn vielen Arbeitnehmern geht ein Feiertag verloren.

Der 1. Mai steht vor der Tür. Doch statt sich auf den freien Tag zu freuen, ärgert sich die arbeitende Bevölkerung. Grund: Der Tag der Arbeit fällt dieses Jahr mit der Auffahrt zusammen. Somit droht den Arbeitnehmern in einigen Kantonen ein Feiertag verloren zu gehen. Und tatsächlich: «Unsere Mitarbeiter können den Feiertag dieses Jahr nicht kompensieren», bestätigt etwa Alex Langer, Mediensprecher der UBS. Keine Gnade finden die Arbeitnehmer auch bei der Credit Suisse, der ABB und bei Swiss Life. Kulanz hingegen herrscht bei der Gewerkschaft Unia: «Unsere Mitarbeiter im Zentralsekretariat in Bern können die Auffahrt am 2. Mai kompensieren», erklärt Nico Lutz, Pressesprecher der Unia. Die Situation bei der Unia ist jedoch speziell. Da die Gewerkschaft diverse Veranstaltungen ausrichtet, ist für viele Gewerkschafter der 1. Mai ein Arbeitstag.

Gut zu wissen: Das Gesetz stärkt den Arbeitgebern in diesem Fall den Rücken. So sind die Arbeitgeber nicht verpflichtet, den verloren gegangenen Feiertag zu kompensieren, wie Georges Chanson, Fachanwalt SAV Arbeitsrecht, bestätigte. Das ist Wasser auf die Mühle der SVP und FDP. Diese versuchen seit Jahren, im Kanton Zürich den 1. Mai als Feiertag abzuschaffen. «Jahr für Jahr das gleiche Bild: Vermummte randalieren auf den Strassen und schlagen alles kurz und klein», begründet Alain Hauert, Pressesprecher der SVP, ihre Haltung.

(scc/Vasilije Mustur)

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