Hotellerie: 1-Stern-Hotels müssen aufrüsten
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Hotellerie1-Stern-Hotels müssen aufrüsten

Die Sterne am Schweizer Hotelhimmel leuchten künftig europäisch. Ohne Dusche und TV im Zimmer gibt es keinen Stern mehr.

Der umfangreiche und strengere Bewertungskatalog hat für die Hoteliers Folgen: So müssen nach einer Übergangsfrist auch in 1- Sterne-Hotels die Zimmer einen Fernseher aufweisen und die Gäste müssen nebst eigener Toilette auch ein Bad oder mindestens eine Dusche vorfinden.

Für Herbergen, die diesen Komfort nicht haben, schaffen die Hoteliers die Kategorie «Swiss Lodge». Die Neuerungen würden da und dort Investitionen erforderlich machen, sagte Verbandspräsident Guglielmo Brentel am Dienstag vor den Medien in Zürich.

Luxushäuser verlieren Rang

Ab Anfang 2011 werde zudem auf jeder Sterne-Stufe der Zusatz «Superior» verliehen, um die «Klassenbesten» auszuzeichnen. Das neue Schema enthält auch für Nobelherbergen mehr Anforderungen.

Damit dürfte auch am oberen Ende des Spektrums Unruhe entstehen. Einige 5-Sterne-Hotels würden wohl ihren Toprang verlieren, sagte Brentel. Dies geschehe aber immer, wenn der Verband Hotels neu bewerte. Wer die verändernden Gästebedürfnisse nicht mehr erfülle, solle dies durch eine Herabstufung spüren, sagte der Präsident.

«Das Ziel für die Hoteliers sollte nicht sein, möglichst viele Sterne zu haben», sagte Brentel weiter. Die Klassifizierung führe zu einer klaren Darstellung der Leistungen am Markt. Ausgenommen von der neuen Regelung sind Hotels mit spezieller Ausrichtung. Wellness- , Golf- oder Seminarhotels würden weiterhin national bewertet, teilte der Verband mit.

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Die Delegierten des Verbands haben die Änderungen am 25. November gutgeheissen. Damit wendet Hotelleriesuisse die gleichen Klassifizierungsnormen an wie Partnerverbände in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Schweden, Tschechien und Ungarn. Somit sollen internationale Gäste Angebote besser vergleichen können.

40 Prozent der Gäste buchen laut dem Verband wegen der Sterne- Kategorie. Den 28 Prozent, die sich am Internet und an Hotelbewertungsplattformen orientieren, will Hotelleriesuisse ebenfalls entgegenkommen. Die klassierten Hotel müssen im Internet auffindbar und mit Bewertungsplattformen verbunden sein.

Krieg der Sterne

Das System gilt allerdings nicht für alle Schweizer Gästebetriebe. Die Wirtevereinigung Gastrosuisse fordert Hotelleriesuisse seit Jahren heraus und will vor allem Gasthöfe sowie kleine und mittlere Hotels eigenständig bewerten.

Eine offizielle Hotelklassifikation gebe es nicht, betonte Gastrosuisse am Dienstag in einer Mitteilung. Hotelleriesuisse handle nur als privatrechtlich organisierter Verein. 2006 hat Hotelleriesuisse verhindert, dass auch Gastrosuisse Sterne vergeben kann. Der Streit der beiden Verbände ist nun beim Bundesgericht. (sda)

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