Aktualisiert 13.03.2011 11:21

Opferzahl steigt10 000 Tote allein in Miyagi befürchtet

Eine Million Haushalte sind in Japan derzeit ohne Wasserversorgung, Hunderttausende sind vor den Zerstörungen geflohen. Immer mehr Todesopfer werden aus den Trümmern geborgen.

von
meg

Nach dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami rechnet die japanische Polizei allein im Nordosten des Landes mit mehr als zehntausend Toten. Mehr als 10 000 Menschen könnten in der Provinz Miyagi ums Leben gekommen sein, sagte der örtliche Polizeichef am Sonntag.

Miyagi lag dem Epizentrum des Bebens vom Freitag am nächsten. Bereits am Samstag hatten japanische Medien berichtet, dass allein in der Hafenstadt Minamisanriku in der Provinz 10 000 Menschen vermisst würden.

Auf der Suche nach Überlebenden an den Küsten der Provinzen Miyagi und Iwate stösst die Polizei auf immer mehr Todesopfer. Mehr als 600 Leichen seien am Sonntag gefunden worden, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Die Stärke des verheerenden Erdbebens vom Freitag in Japan ist von den örtlichen Behörden auf 9.0 nach oben korrigiert worden. Das teilte das Meteorologische Amt Japans am Sonntag mit. Es hatte die Stärke zuvor mit 8,9 angegeben. Die US-Erdbebenwarte gab eine Stärke von 8,9 an. Sie änderte ihre Angaben bislang nicht.

Die Einsatzkräfte in Japan arbeiteten zwei Tage nach dem Beben und dem nachfolgenden schweren Tsunami auf Hochtouren. 390 000 Menschen sind nach Medienberichten vor den verheerenden Zerstörungen geflohen.

In fünf Provinzen des Landes wurden demnach mehr als 1400 Notlager eingerichtet, etwa in Schulen und Gemeindehäusern. Vielerorts werde mit Tankwagen Trinkwasser herangeschafft. Augenzeugen berichten von Hamsterkäufen in Supermärkten, an vielen Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Menschen decken sich dort auch mit Heizöl ein. Mindestens eine Million Haushalte sind seit dem Beben ohne Wasserversorgung. Viele Gebiete konnten von Rettungsmannschaften immer noch nicht erreicht werden. Rund 2,5 Millionen Haushalte waren ohne Strom.

Internationale Hilfe angelaufen

Zahlreiche Staaten sagten Japan Hilfe zu. Die USA haben bereits einen Flugzeugträger in Japan, ein zweiter ist unterwegs. Die Schweiz hat bereits gestern ein Such- und Abklärungsteam in das japanische Katastrophengebiet entsendet. Es besteht aus 25 Spezialisten und neun Suchhunden. In der Nacht zum Sonntag sind auch Experten des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) im japanischen Krisengebiet eingetroffen. Ein Flugzeug brachte 38 Helfer, 3 Spürhunde und zwölf Tonnen Material. Kurzfristig wurden auch noch wegen der Explosion in einem japanischen Kernkraftwerk sogenannte Dosimeter zur Messung radioaktiver Strahlung mitgenommen.

Das volle Ausmass der Zerstörung nach dem verheerenden Beben und dem anschliessenden Tsunami war am Sonntag immer noch unklar. Die Regierung verdoppelte inzwischen die Zahl der Soldaten, die bei der Bergung der Opfer helfen sollen, von 51 000 auf 100 000. (meg/dapd)

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