Tag der Verliebten – 10 Franken pro Rose – so teuer waren Blumen am Valentinstag noch nie
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Tag der Verliebten10 Franken pro Rose – so teuer waren Blumen am Valentinstag noch nie

Eine Rose kostete letztes Jahr sechs und jetzt zehn Franken. Der Nachfrageschock am Valentinstag ist nicht der einzige Grund dafür. Und es gebe Alternativen, sagen Blumenhändler. 

von
Marcel Urech
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Verliebte müssen diesen Valentinstag mehr für Blumen zahlen als letztes Jahr.

Verliebte müssen diesen Valentinstag mehr für Blumen zahlen als letztes Jahr.

AFP
Eine 60 Zentimeter lange Rose kostete letztes Jahr noch rund sechs Franken, nun sind es neun oder zehn Franken.

Eine 60 Zentimeter lange Rose kostete letztes Jahr noch rund sechs Franken, nun sind es neun oder zehn Franken.

Getty Images/iStockphoto
Schuld an der Preiserhöhung sind vor allem Lieferprobleme.

Schuld an der Preiserhöhung sind vor allem Lieferprobleme.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

Rote Rosen zum Valentinstag – am Tag der Verliebten hat das Tradition. Wer Blumen kauft, muss dieses Jahr allerdings tief in die Tasche greifen: Nicht nur die Preise für Rosen sind in den letzten Jahren stark gestiegen.

Eine 60 Zentimeter lange Rose habe letztes Jahr noch rund sechs Franken gekostet, nun seien es neun oder zehn Franken, sagt der Blumenladen «Badenblüht!» in Baden AG zu 20 Minuten. Eine 80 Zentimeter lange Rose koste neu elf statt acht Franken.

Das Fachgeschäft «Art Floral» in Bern berichtet von ähnlichen Preisen, und auch der Grosshandel bestätigt den Preisanstieg gegenüber der Redaktion.

Darum werden Blumen teurer

«Blumen sind in der Schweiz teurer geworden», sagt auch Urs Meier, Leiter des Schweizer Floristenverbands Florist.ch. Das habe mit der Corona-Pandemie zu tun. Aber auch der «Valentinsschub» spiele eine Rolle: Blumen seien am Valentinstag wegen der hohen Nachfrage sowieso immer teurer als normal.

Auch neue Klimavorgaben und ein Abbau von Subventionen sorgen für höhere Preise. Die Frachttarife steigen, und die Inflation zieht an, wie Meier sagt. Der Valentinstag löst zudem einen Nachfrageschock aus. Die Rosenzüchtenden steuern ihre Produktion gezielt so, dass sie kurz vor dem 14. Februar viele Blumen ernten können.

5 Prozent des Jahresumsatzes an einem Tag

Der Valentinstag macht rund fünf Prozent des Jahresumsatzes der Branche aus, wie Zahlen der Vereinigung des schweizerischen Blumengrosshandels zeigen. Der Detailhandel erzielt am 14. Februar mit Blumen einen Umsatz von etwa 40 Millionen Schweizer Franken.

Die Produktion von Blumen im Winterhalbjahr sei in der Schweiz und in Europa so klein, dass der Grossteil von der Südhalbkugel stamme. Auch die Einschränkungen im Flugverkehr und der Logistikkette sorgen darum für höhere Preise bei den Blumen.

Dass die Kosten für Luftfrachten gewaltig gestiegen sind, bestätigt auch Matthias Haudenschild. Er ist Geschäftsleiter von Agrotropic, dem grössten Importeur von Fairtrade-Rosen in der Schweiz. Blumen hätten sich auch verteuert, weil die Kosten für Energie und Materialien wie Dünger, Karton und Pflanzenbehandlungsmittel gestiegen seien.

Obwohl Blumenhändlerinnen und -händler am 14. Februar die drei- bis vierfache Menge an Blumen verkaufen als normal, rechnet Haudenschild nicht mit einer Knappheit: «Wir importieren unsere Blumen aus Kenia und Ecuador.» Dort gebe es immer genug Blumen.

Es gibt nicht nur Rosen

An eine Blumenknappheit glaubt auch Meier vom Floristenverband nicht. Das schlechte Wetter im Sommer sei kein Problem. Die meisten Blumen, die im Winterhalbjahr im Schweizer Handel landen, seien aus dem Ausland und aus Gewächshäusern.

Rosen seien zwar der Renner bei der Kundschaft, viele Floristinnen und Floristen rieten aber zu Abwechslung. Meier empfiehlt etwa Blumensträusse mit Anemonen und Ranunkeln.

«Der Fokus liegt nicht mehr alleine auf der roten Rose», sagt auch Pascal Speck, der Verkaufsleiter der Blumenbörse Schweiz. Schweizerinnen und Schweizer kauften auch gerne Frühlingsblumen aus Italien, die in Ligurien in Treibhäusern gedeihen. Auch Tulpen aus der Schweiz seien beliebt.

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