Aktualisiert 07.06.2006 17:53

10 Jahre Frauen-Erotikshop: Die Pionierin kämpft weiter

Sie hat den ersten Frauen-Erotikshop der Schweiz eröffnet und organisiert die legendären Fuckerware-Partys.

Zum 10. Geburtstag von Femintim wünscht sich Anita Wildermuth mehr Offenheit im Umgang mit Sexualität.

Von der sexy gestylten 20-Jährigen bis zur 80-Jährigen mit Rucksack schauen alle in ihrem Rapperswiler Geschäft vorbei, erzählt Anita Wildermuth. Die quirlige 41-Jährige findet es spannend, wie wenig man den Kundinnen ansieht, ob sie ein offenes oder verklemmtes Verhältnis zu ihrer Sexualität haben.

«Viele sind erstaunt, dass sie plötzlich über Sex reden können.» Es macht Wildermuth Freude, wenn sie den Kundinnen dabei helfen kann, ihre Wünsche und ihren Körper besser kennen zu lernen. Wenn sie es einmal nicht schafft, ist sie mit ihrer Arbeit unzufrieden.

Vermehrt schicken Ärzte und Psychologen Frauen und Paare zu ihr in die Beratung. «Das ist eine schöne Wertschätzung», sagt sie. Mit Stolz erzählt Wildermuth, dass auch Betreuer mit behinderten Jugendlichen oder Erwachsenen ihre Beratung nutzen.

«Trotzdem waren die letzten zehn Jahre extrem hart», sagt sie. Und überraschenderweise haben ihr nicht die Frauen beim Überleben geholfen: «Ich habe es nur dank der Presse und den Männern geschafft.»

Viele Frauen würden immer noch denken, «sie hätten so was nicht

nötig». Wildermuth wünscht sich, dass mehr Frauen selbst die Verantwortung für ein erfülltes Sexleben übernehmen. «Erstaunlicherweise haben sich in den letzten zehn Jahren vor allem die Produkte geändert», sagt sie, «der Umgang mit der Sexualität ist kaum lockerer geworden.»

Monica Müller

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.