Aktualisiert 28.05.2019 20:57

Opfer war schwanger

10 Jahre Gefängnis für Messerstecher von Biel

B. K.* steht in Biel vor Gericht, weil er 2016 eine schwangere Frau niederstach. Die Frau überlebte, das Kind kam tot zur Welt. Nun wurde K. verurteilt.

von
cho
1 / 5
Grosse Aufregung an der Lysstrasse in Nidau: Ein Mann soll im Juni 2016 auf seine schwangere Frau eingestochen haben. Ein Bauarbeiter und Anwohner sollen eingegriffen und ihn zu Boden gerungen haben.

Grosse Aufregung an der Lysstrasse in Nidau: Ein Mann soll im Juni 2016 auf seine schwangere Frau eingestochen haben. Ein Bauarbeiter und Anwohner sollen eingegriffen und ihn zu Boden gerungen haben.

Leser-Reporter
Danach wurden Polizei und Ambulanz gerufen. Die Frau überlebte, ihr Baby nicht.

Danach wurden Polizei und Ambulanz gerufen. Die Frau überlebte, ihr Baby nicht.

Leser-Reporter
Der heute 51-Jährige musste sich am Montag vor dem Regionalgericht in Biel verantworten.

Der heute 51-Jährige musste sich am Montag vor dem Regionalgericht in Biel verantworten.

Google Maps

Der 51-jährige B. K.* musste sich am Montag vor dem Regionalgericht in Biel für eine Messerattacke auf eine schwangere Frau verantworten. Die Tat geschah am 24. Juni 2016. K. wartete auf offener Strasse auf seine Ex-Partnerin und stach mit dem Messer 28-mal auf die Frau aus Eritrea ein. Nur dank des mutigen Eingreifens von Nachbarn und Bauarbeitern sowie einer elfstündigen Notoperation konnte die Frau letztlich gerettet werden. Die Frau, die zum Tatzeitpunkt schwanger war, brachte rund zweieinhalb Monate später einen toten Buben zur Welt.

Kein Mord

K. wurde am Dienstag in Biel zu 10 Jahren Freiheitsentzug wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt. Er muss seinem Opfer Genugtuung und Schadensersatz von 43'000 Franken zahlen. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft waren die Richter in Biel nicht davon überzeugt, dass K. von der Schwangerschaft seiner Ex-Partnerin wusste – er wurde nicht wegen versuchten Schwangerschaftsabbruchs verurteilt: «Ebenfalls konnte die Rechtsmedizin nicht nachweisen, dass das Kind an den Folgen des Messerangriffs starb», hielten die Richter bei der Urteilseröffnung fest.

Auch vom Vorwurf des Mordes wurde der Mann aus Eritrea freigesprochen. Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass K. seine Ex-Partnerin aufsuchte, mit der Absicht, sie zu töten.

*Name der Redaktion bekannt

Fehler gefunden?Jetzt melden.