Aktualisiert 11.07.2020 06:16

Fahrerflucht im Zürcher Oberland

«Der Lieferwagen rammte ein Polizeiauto»

Zwischen Uster ZH und Hinwil ZH bildete sich am Freitagabend ein 10 Kilometer langer Stau. Grund dafür war eine wilde Verfolgungsjagd.

von
Nicolas Saameli

Zwischen Uster ZH und Hinwil ZH stand am Freitagabend der Verkehr still. Grund dafür war eine Verfolgungsjagd.

Leser-Reporter

Als ein Leser-Reporter am Freitagnachmittag eine Polizeisirene auf der Kreuzung vor seinem Arbeitsplatz bei Aathal ZH hörte, ging er zum Fenster und beobachtete eine spektakuläre Szene: «Ein Lieferwagen fuhr in tiefer Geschwindigkeit los, wurde immer schneller und rammte ein Polizeiauto», sagte der Leser-Reporter. «Offenbar wollte der Fahrer flüchten.»

Beim Fahrzeug habe es sich um einen dunkelgrauen Lieferwagen gehandelt. «Kurz nach dem Vorfall habe ich mehrere Polizeifahrzeuge gesehen, die hinter dem Lieferwagen herjagten», so der Leser.

Wie die Kantonspolizei Zürich bestätigte, sei am Abend ein Lieferwagenlenker verhaftet worden, welcher zuvor mehrere Kollisionen verursacht hat. Bei den Verkehrsunfällen sind drei Personen leicht bis mittelschwer verletzt worden. Sie wurden mit Rettungsfahrzeugen ins Spital gebracht.

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Am Abend des 10. Juli 2020 kam es zwischen Hinwil und Uster im Kanton Zürich zu einer wilden Verfolgungsjagd.

Am Abend des 10. Juli 2020 kam es zwischen Hinwil und Uster im Kanton Zürich zu einer wilden Verfolgungsjagd.

Leser-Reporter
 Ein Lieferwagenlenker wurde in der Folge verhaftet. Er hatte zuvor mehrere Kollisionen verursacht.

Ein Lieferwagenlenker wurde in der Folge verhaftet. Er hatte zuvor mehrere Kollisionen verursacht.

Leser-Reporter
Bei den Verkehrsunfällen sind drei Personen verletzt worden.

Bei den Verkehrsunfällen sind drei Personen verletzt worden.

Leser-Reporter 

Das Fluchtfahrzeug sei ein Renault Traffic. Der Fahrer, ein 30 Jahre alter Schweizer ohne gültigen Führerausweis, habe versucht, sich einer Kontrolle zu entziehen. Dabei kollidierte er mit mehreren anderen Fahrzeugen.

Lenker wollte Kontrolle entgehen

Zuvor hatte ein anderer Autofahrer bei der Polizei gemeldet, dass ihm der Lenker eines Lieferwagens aufgefallen sei, welcher rücksichtslos und verkehrsregelwidrig unterwegs sei. Dies wurde sofort an mehrere Polizeipatrouillen verbreitet.

Kurz danach ging bei der Polizei die Meldung ein, dass sich auf der A1, in der Nähe des Glattzentrums, eine Kollision mit einem Lieferwagen ereignet hatte und der fehlbare Lenker in der Zwischenzeit auf die Oberlandautobahn (A15) gefahren sei. Beim Lichtsignal der Einmündung Aathalstrasse in Uster fuhr das Fahrzeug einem stehenden Personenwagen ins Heck.

In der Zwischenzeit hatte sich dort eine Patrouille der Kantonspolizei positioniert, welche den Lenker des Lieferwagens kontrollieren wollte. Dieser hielt kurz an, setzte seine Fahrt daraufhin mit dem stark beschädigten Fahrzeug auf der Aathalstrasse Richtung Wetzikon fort. Die Patrouille folgte diesem inzwischen mit eingeschalteten Sondersignalen und versuchte, das Fahrzeug anzuhalten.

Er flüchtete zu Fuss weiter

Der Lieferwagenlenker missachtete die Aufforderung zum Anhalten und überholte mehrmals andere Verkehrsteilnehmer trotz Gegenverkehr und mit teilweise übersetzter Geschwindigkeit. Kurz vor dem Ortseingang Aathal kam es zu einer Kollision mit drei Fahrzeugen, bevor der Lieferwagen schliesslich zum Stillstand kam.

Der Lenker gab aber immer noch nicht auf: Nach der Kollision verliess er sein Fahrzeug und versuchte, zu flüchten. Er konnte nach wenigen Metern festgenommen werden.

10 Kilometer Stau

Die Verfolgungsjagd legte den Verkehr auf der A15 grossräumig lahm. Am Nachmittag bildeten sich Staus von bis zu 10 Kilometer Länge. Die Aathalstrasse musste mehrere Stunden komplett gesperrt werden.

Beim fehlbaren Lenker wurde eine Blut- und Urinprobe angeordnet. Die weiteren Ermittlungen werden durch die Kantonspolizei Zürich in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft See/Oberland geführt.

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