Rechnungen gefälscht - 10 Millionen abgezweigt – drei und vier Jahre Gefängnis für Betrüger-Duo
Publiziert

Rechnungen gefälscht10 Millionen abgezweigt – drei und vier Jahre Gefängnis für Betrüger-Duo

Ein Mitarbeiter der Roche und sein Komplize betrogen den Basler Pharmakonzern um Beträge in Millionenhöhe. Die beiden Männer erhielten vom Basler Strafgericht unbedingte Freiheitsstrafen.

von
Jeanne Dutoit
1 / 4
Ein Schweizer, der Roche mit einem Komplizen um zehn Millionen Franken geprellt hatte, ist vom Strafgericht zu 39 Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden. 

Ein Schweizer, der Roche mit einem Komplizen um zehn Millionen Franken geprellt hatte, ist vom Strafgericht zu 39 Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden.

20min/Michael Scherrer
Auch sein französischer Komplize wurde verurteilt. Er erhielt 51 Monate Freiheitsentzug.

Auch sein französischer Komplize wurde verurteilt. Er erhielt 51 Monate Freiheitsentzug.

20min/Michael Scherrer
Die Anklage lautete auf gewerbsmässigen Betrug, mehrfache Urkundenfälschung und gewerbsmässige Geldwäscherei. 

Die Anklage lautete auf gewerbsmässigen Betrug, mehrfache Urkundenfälschung und gewerbsmässige Geldwäscherei.

20min/Michael Scherrer

Das Basler Pharmaunternehmen ist Opfer eines grossen Geld-Betrugs geworden. Ein ehemaliger Mitarbeiter und dessen Bekannter haben Roche mit gefälschten Rechnungen hintergangen. Beide Männer waren geständig und mussten sich am Montag vor dem Strafgericht verantworten.

Mit einem ausgeklügelten System ergaunerten sie sich mit gefälschten Rechnungen satte 10’071’853 Franken. Der Beschuldigte, ein inzwischen 50-jähriger Basler, begann seine Karriere mit einer Lehre beim Pharmakonzern Roche. Nach mehreren Beförderungen arbeitete er schliesslich als Manager im Bereich Einkauf und erhielt zum Tatzeitpunkt einen Monatslohn von 11’000 Franken. Durch seine Frau lernte er seinen französischen Mittäter kennen: Der 59-jährige Franzose sei bereits in dubiose Geschäfte verwickelt gewesen.

Wo flossen die Gelder hin?

«Ja, wir haben ein Schlupfloch entdeckt», sagte der 50-Jährige am Montag am Basler Strafgericht, wie die «bz Basel» schreibt. Als Beweggründe zum Betrug nannte er Gier und eine Unzufriedenheit im Job. Wo genau der Grossteil der Beute hingeflossen ist, ist nicht bekannt. Die Gelder wurden teilweise an eine Basler GmbH überwiesen, deren Gesellschafter der Basler Angeklagte und seine Ehefrau waren. Rund 1,6 Millionen Euro flossen in die Firma «Mega Yacht Club of Vanuatu», die dem 58-jährigen Franzosen gehörte. Der Mann ist gelähmt und wurde der Verhandlung per Video zugeschaltet. Er sitzt seit seiner Verhaftung, wie sein Komplize, bereits im Gefängnis.

Das Betrüger-Duo wurde am Montag wegen gewerbsmässigen Betrugs, Urkundenfälschung und gewerbsmässiger Geldwäscherei schuldig gesprochen. Der Schweizer erhielt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten, der Franzose wurde mit vier Jahren und drei Monaten Gefängnis sowie einem Landesverweis von zehn Jahren bestraft.

Der Staatsanwalt erklärte die unterschiedliche Strafzumessung damit, dass der Roche-Angestellte früh geständig, der Franzose hingegen wegen ähnlicher Delikte bereits vorbestraft war und während der Ermittlungen «hanebüchene» Erklärungen abgegeben habe, so die «bz». Zudem haben die Männer eine Schuldanerkennung über rund zehn Millionen Franken plus fünf Prozent Jahreszinsen unterschrieben. Wie sie das bewerkstelligen werden, ist unklar.

Deine Meinung

9 Kommentare