Zürcher Jugendliche: 10 Prozent sind psychisch krank

Aktualisiert

Zürcher Jugendliche10 Prozent sind psychisch krank

Im Kanton Zürich leiden rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen an psychischen Störungen.

Zwar leiden rund zehn Prozent der Zürcher Jugendlichen an einer psychischen Störung. Es gibt indes keine Anzeichen dafür, dass diese vermehrt mit Psychopharmaka anstelle von Psychotherapien behandelt werden. Dies zeigt eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie.

Laut der Studie leiden die betroffenen Kinder und Jugendlichen an psychischen Störungen wie Angsterkrankungen, Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) oder Depressionen. Bei diesen Erkrankungen seien heute kombinierte Behandlungen mit Medikamenten und Psychotherapien Standard, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Zwar könne bei gewissen Störungen eine reine Medikamententherapie die kosteneffektivste Behandlung sein, laut Regierung ist sie aber «in der Regel nicht die Behandlung der ersten Wahl».

So ist der Anteil der Medikamente an den gesamten Behandlungskosten von Kindern und Jugendlichen sehr niedrig: Zwischen 1998 bis 2007 lag er knapp unter einem Prozent, wie aus der Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hervorgeht.

Keine Verdrängung

Anlass für die Studie war ein Postulat aus dem Kantonsrat. Darin wurden Bedenken geäussert, dass die pharmakologische Behandlung psychischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen einseitig überhand nimmt und andere Behandlungsmethoden verdrängt.

Diese Bedenken könnten nicht bestätigt werden, schreibt die Regierung. Für die psychischen Probleme von Kindern und Jugendlichen existierten Behandlungsrichtlinien der Fachgesellschaften. Psychosoziale und psychotherapeutische Behandlungsformen hätten dabei «ihren festen Platz».

Verzicht auf Monitoring

Der Regierungsrat verzichtet darauf, ein umfassendes Monitoring einzurichten, wie dies die Postulanten gefordert hatten. Dank dieser systematischen Beobachtung hätten Veränderungen kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlungen erfasst werden sollen.

Ein solches Monitoring wäre ein «ein personell und finanziell sehr aufwändiges Projekt» mit einem schlechten Kosten-Nutzen- Verhältnis, begründet der Kanton seinen Entscheid. Zudem würde es datenschutzrechtliche Fragen aufwerfen. (sda)

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