Diese 10 Reiseziele solltest du 2023 besser meiden

Über Positano an der italienischen Amalfiküste ziehen dunkle Wolken auf: Die Destination leidet unter dem Massentourismus.

Über Positano an der italienischen Amalfiküste ziehen dunkle Wolken auf: Die Destination leidet unter dem Massentourismus.

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Massentourismus10 Reiseziele, die du 2023 unbedingt meiden solltest

Planst du gerade deine Ferien und weisst noch nicht, wohin? Dann buch auf keinen Fall eine Reise an diese zehn vom Massentourismus bedrohten Destinationen.

von
Nina Seddik

Der US-amerikanische Reiseführer «Fodor’s» hat eine Liste mit zehn Reisezielen veröffentlicht, die aufgrund des Massentourismus besonders bedroht sind. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, bevor du deine Ferien für nächstes Jahr buchst.

Wie stehst du zum Thema Massentourismus?

1. Étretat (Frankreich)

Wie lange diese Naturschönheit dem Massentourismus wohl noch standhält?

Wie lange diese Naturschönheit dem Massentourismus wohl noch standhält?

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Der Badeort Étretat in der Normandie wird jeden Sommer von Touristinnen und Touristen regelrecht überrannt. Darunter leidet nicht nur die Infrastruktur der winzigen Ortschaft, sondern auch die Felsklippen. Denn zu viele Fussgänger verursachen vermehrt Erdrutsche.

2. Nationalpark Calanques (Frankreich)

Mit einer Maximalanzahl an Personen soll der Nationalpark Calanques besser geschützt werden.

Mit einer Maximalanzahl an Personen soll der Nationalpark Calanques besser geschützt werden.

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Der Calanques-Nationalpark ist eine Hauptattraktion in der Nähe von Marseille und zieht jedes Jahr eine Flut von Besucherinnen und Besuchern an. Diesen Sommer wurde ein Reservierungssystem eingeführt, das die maximale Anzahl Personen auf 400 pro Tag begrenzt.

3. Lake Tahoe (USA)

Auch in den USA setzen Touristenströme der Natur mehr und mehr zu.

Auch in den USA setzen Touristenströme der Natur mehr und mehr zu.

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Während der Pandemie haben viele Amerikanerinnen und Amerikaner die Schönheit von Lake Tahoe in Sierra Nevada entdeckt. Die unschöne Folge: Der Strassenverkehr hat zugenommen, Wege und Strände sind überfüllt. Regen schwemmt den Staub und Dreck in den Lake Tahoe – dadurch wird das Wasser verschmutzt und erscheint somit immer trüber.

4. Antarktis

Die antarktische Halbinsel hat mit Menschenmassen, der Klimaerwärmung sowie dem stärksten Rückgang der Tierwelt zu kämpfen.

Die antarktische Halbinsel hat mit Menschenmassen, der Klimaerwärmung sowie dem stärksten Rückgang der Tierwelt zu kämpfen.

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Diese Destination steht vermutlich nicht bei vielen auf der Bucket List. Obwohl die Antarktis nicht wie andere Orte von Touristinnen und Touristen überrannt wird, waren es zwischen den Jahren 2019 und 2020 rund 70’000 Menschen. Das Hauptproblem dabei ist, dass sich die Besuche auf die antarktische Halbinsel konzentrieren, den Teil der Antarktis, der die schnellste Erwärmung und den stärksten Rückgang der Tierwelt erlebt hat.

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5. Venedig (Italien)

Eine der meistbesuchten und überfülltesten Städte der Welt: Venedig.

Eine der meistbesuchten und überfülltesten Städte der Welt: Venedig.

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Mit einem Verhältnis von 370 Besuchenden pro Einwohner und Jahr (zum Vergleich: Paris liegt bei 160) ist Venedig das Gesicht des Massentourismus schlechthin. Die Konsequenzen: Seit dem Sommer 2021sind Kreuzfahrtschiffe verboten und ab Sommer 2023 wird eine Zugangssteuer für Reisende eingeführt, die nicht mindestens eine Nacht in der Stadt verbringen.

6. Amalfiküste (Italien)

An der Amalfiküste gibt es ein ganz besonderes System, um überfüllten Touristenorten entgegenzuwirken.

An der Amalfiküste gibt es ein ganz besonderes System, um überfüllten Touristenorten entgegenzuwirken.

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Italianità pur? Nicht wirklich: Die Amalfiküste in der Nähe von Neapel ist im Sommer so überfüllt, dass es fast unmöglich ist, sich beispielsweise mit dem Auto fortzubewegen. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde im vergangenen Sommer ein etwas aussergewöhnliches kennzeichenbasiertes System eingeführt. Autofahrer und Autofahrerinnen, deren Kennzeichen mit einer ungeraden Nummer enden, dürfen nur an ungeraden Tagen die Strecke zwischen Vietri sul Mare und Positano befahren – das Umgekehrte gilt für die geraden Nummern.

7. Cornwall (England)

In Cornwall stossen die Einheimischen während der Hochsaison an ihre Grenzen.

In Cornwall stossen die Einheimischen während der Hochsaison an ihre Grenzen.

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In der Hochsaison kämpfen die Einheimischen in Cornwall mit dem Massentourismus. Das zeigt sich durch erhöhte Lebenshaltungskosten, eine Immobilienkrise durch zu viele Ferienwohnungen sowie eine überforderte Infrastruktur. Die Situation spitzte sich in den vergangenen Jahren dermassen zu, dass die Tourismusbehörde Besuchende dazu aufforderte, sich von den Stränden Cornwalls fernzuhalten.

8. Amsterdam (Niederlande)

Auch in Amsterdam klagen die Einheimischen über die Auswirkungen des Tourismus, ein Elfjahresplan soll Abhilfe schaffen.

Auch in Amsterdam klagen die Einheimischen über die Auswirkungen des Tourismus, ein Elfjahresplan soll Abhilfe schaffen.

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Einige Teile der Stadt sind so geschäftig, dass sich die Einheimischen über die Auswirkungen auf ihr tägliches Leben beschweren. Um Abhilfe zu schaffen, hat die Stadt 2019 die Aktion «Perspektive 2030» ins Leben gerufen. Der Elfjahresplan hat es sich zum Ziel gesetzt, Besuchende künftig an weniger frequentierte Orte des Landes zu bringen und Amsterdam zu entlasten. «Wir sind alle sehr stolz auf unsere Stadt. Sie hat auch etwas zu bieten. Museen, den Grachtengürtel, Freiheit.» Jahrelang sei aber zu viel Geld mit Drogen und Sex gemacht worden. «Dem stellen wir uns jetzt», so Sofyan Mbarki, stellvertretender Bürgermeister, über die neuen Tourismuspläne Amsterdams.

9. Thailand

Ist das Ferienparadies Thailand bald nur noch wohlhabenden Reisenden vorbehalten?

Ist das Ferienparadies Thailand bald nur noch wohlhabenden Reisenden vorbehalten?

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Im Jahr 2019 betraten fast 40 Millionen Reisende thailändischen Boden. Zu viel für Tourismusminister Phiphat Ratchakitprakarn, der den Massentourismus zugunsten eines High-End-Tourismus mit weniger Menschen abschaffen möchte. Während der Corona-Pandemie habe sich die Natur erholen können – angelehnt an die Zwangsschliessungen sollen alle 155 Naturparks neu mindestens einen Monat im Jahr zumachen. Speziell betroffen ist die Bucht Maya Bay in Phi Phi Leh, die vor fünf Jahren aufgrund zu grosser Schäden geschlossen wurde. Nach dreieinhalb Jahren wurde die Bucht aus dem ikonischen Film «The Beach» erneut geöffnet, diesmal unter strengen Massnahmen. Wegen einer erneuten Touristenflut wurde Maya Bay allerdings wieder für mehrere Monate geschlossen.

10. Insel Maui (Hawaii)

Auf der hawaiianischen Insel Maui streiten sich die Einheimischen mit den Hotels um die Süsswasserversorgung. 

Auf der hawaiianischen Insel Maui streiten sich die Einheimischen mit den Hotels um die Süsswasserversorgung. 

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Da der Tourismus einen Grossteil der Süsswasserversorgung verbraucht, die für Inselbewohnende oft schwer zugänglich ist, wurden im Sommer 2021 Wasserbeschränkungen auf der hawaiianischen Insel Maui verhängt. Das Problematische: Nur die Einheimischen sollen demnach Wasser sparen, nicht jedoch die Hotels und Touristenorte.

An welchem Ort, der total überlaufen ist, warst du schon?

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