10 schaurig-schöne Geisterstädte rund um den Globus
Stehst du auch auf Geisterstädte? Wir zeigen dir zehn verlassene Orte, die du besuchen kannst.

Stehst du auch auf Geisterstädte? Wir zeigen dir zehn verlassene Orte, die du besuchen kannst.

Shutterstock/Trina Barnes
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Happy Halloween!10 schaurig-schöne Geisterstädte rund um den Globus

Verlassene Häuser und Orte sind unheimlich – und faszinierend. Wir zeigen dir die fototauglichsten Geisterstädte von Italien bis Indien.

von
Meret Steiger

Geisterstädte sind keine Seltenheit: An manchen Orten wurden Firmen oder Minen aus dem Boden gestampft und wieder geschlossen, andere Orte wurden witterungsbedingt verlassen oder durch eine Tragödie praktisch ausgelöscht. Manche dieser Orte sind heute beliebte Fotomotive und eignen sich für Gruselfans und Geschichtsinteressierte gleichermassen. Eine Auswahl besonders schaurig-schöner Geisterstädte zeigen wir dir anlässlich Halloween hier.

Craco, Italien

Die Altstadt von Craco, einem kleinen Dorf in Italien, ist verlassen. Das war nicht immer so: Einst war das Dorf in der Region Basilikata richtig beliebt. Zwischen 1959 und 1972 wurde Craco durch eine Serie von Erdrutschen nahezu zerstört, 1963 musste die Stadt evakuiert werden. Heute leben die Bewohnenden im Tal, die Altstadt auf dem Hügel ist verlassen und kann bei geführten Touren besichtigt werden.

Hashima Island, Japan

Hashima Island (auch Gunkanjima oder Kriegsschiff-Insel genannt) ist eine verlassene Insel, die rund 15 Kilometer vor dem japanischen Nagasaki liegt. Hier wurde Kohle abgebaut, was die Insel kurze Zeit zu einem der am dichtesten besiedelten Orte der Welt gemacht hat. Als das Kohlevorkommen erschöpft war, wurde die Insel verlassen. Die zerfallenen Häuser locken Fotografie- und Filmschaffende, beispielsweise für James Bonds «Skyfall». Das Betreten der Insel war jahrelang verboten, seit 2009 gibt es geführte Touren.

Humberstone, Chile

Die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke gehörten 1889 zu den grössten Salpeterwerken in Chile. Anfang der Zwanzigerjahre brach die Nachfrage nach Salpeter ein, Tausende von Minenarbeitern wurden entlassen. 1961 wurden die Werke geschlossen und sind seit da der rauen Witterung der Atacamawüste ausgesetzt.

Kennecott, Alaska

Kennecott ist eine Minenstadt, von der aus fünf Bergwerke verwaltet wurden. Nach 27 Jahren erfolgreichen Bergbaus waren die Minen 1938 erschöpft. Zwischen 1939 und den frühen Fünfzigern lebte eine einzelne, dreiköpfige Familie in Kennecott, danach wurde die teilweise abgerissene Stadt verlassen. Seit den Achtzigern ist der Ort eine Touristenattraktion, 1986 wurde er zu einem National Historic Landmark (historischem Wahrzeichen) erklärt.

Kolmanskop, Namibia

Kolmanskop in Namibia galt einst als die reichste Stadt Afrikas. Grund dafür? Das reiche Diamantvorkommen. Nachdem die Edelsteine abgebaut waren, ging es mit der Siedlung bergab. In den Sechzigerjahren verliess die letzte Person den Ort. Seither holt sich die Wüste zurück, was ihr der Mensch einst abgerungen hatte.

Oradour-sur-Glane, Frankreich

Oradour-sur-Glane war ein kleines Bauerndorf, einige Kilometer von Limoges entfernt. Das Dorf lag in der Zone, die die Deutschen im Zweiten Weltkrieg besetzten. Am 10. Juni 1944 fiel die Waffen-SS in Oradour-sur-Glane ein und tötete 642 Menschen, fast die gesamte Bevölkerung und diverse Geflüchtete. Das Dorf wurde mehrheitlich zerstört und die Ruinen sind heute ein Mahnmal, das an die Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten erinnert.

Prypjat, Ukraine

Prypjat ist die Stadt direkt neben dem Kernkraftwerk Tschernobyl. Nach dem Reaktorunglück wurde die Stadt geräumt und eine 30-Kilometer-Sperrzone bestimmt. Inzwischen gibt es geführte Touren durch die Sperrzone. Besonders beliebt ist der Vergnügungspark der Stadt, der nie eröffnet wurde.

Rhyolite, Nevada

Rhyolite ist eine Goldgräberstadt in der Nähe von Las Vegas. Zwischen 1905 und 1910 war der Ort die drittgrösste Stadt Nevadas, es gab ein Elektrizitätswerk, drei Zeitungen, eine Oper, ein Schwimmbad, mehrere Hotels und Saloons. 1914 waren die Minen erschöpft, 1919 verliess der letzte Bewohner Rhyolite. Heute ist die Geisterstadt ein Freilichtmuseum und steht unter Denkmalschutz. Ende der Achtziger lebte ein belgisch-polnischer Künstler in der Stadt und kreierte Geisterstatuen aus gehärtetem Acryl – die einzigen dauerhaften Bewohner der Stadt.

Ross Island, Indien

Während mehr als 80 Jahren waren auf der indischen Insel Ross Island Menschen eingesperrt, die sich gegen die britische Kolonialmacht gewehrt hatten. Berühmt wurde die Insel wegen der unmenschlichen Behandlung der Gefangenen. Am 26. Juni 1941 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,7 die Insel und zerstörte die Mehrheit der Häuser. Nach dem Erdbeben wurde Ross Island aufgegeben. 30 Jahre lang wucherten Bäume und Büsche über die Überreste der brutalen Gefängnisse, bis die indische Marine die Insel 1979 übernahm. Heute ist sie ein beliebtes Ziel für Urlaubsgäste und Geschichtsforschende.

Bodie, Kalifornien

Bodie im US-Bundesstaat Kalifornien entstand um 1859 als Goldgräbersiedlung und wurde in den Dreissigerjahren aufgegeben. Dank der geringen Luftfeuchtigkeit blieben viele Gebäude, Gerätschaften und Autos relativ gut erhalten. Das Ensemble gilt heute als besterhaltene Geisterstadt der USA. Es sind noch ungefähr 170 Gebäude vorhanden, darunter eine Kirche, die Schule, ein Bankgebäude aus Ziegelsteinen, eine Bar, ein Laden und mehrere Wohnhäuser sowie das grosse Minengebäude.

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