10 Tote im Gazastreifen

Aktualisiert

10 Tote im Gazastreifen

Eine Serie von Luftangriffen im Gazastreifen hat am Montag zehn Palästinenser das Leben gekostet. Fast 100 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere Kinder.

Die Angriffe der israelischen Streitkräfte gehörten zu den schwersten seit Beginn der Intifada vor drei Jahren. Die ersten drei Angriffe erfolgten binnen vier Stunden am Morgen, der vierte am späten Abend.

Der schwerste Angriff war der am Abend in der Nähe des Flüchtlingslagers Bureidsch, wo Kampfhubschrauber zwei Raketen auf ein Auto abfeuerten. Die Krankenhäuser erklärten, sieben Menschen seien getötet und etwa 70 verletzt worden. Wem der Angriff galt, war zunächst unklar.

Augenzeugen zufolge war unter den Toten auch ein Arzt, der nach dem ersten Raketeneinschlag Opfer behandeln wollte und kurz darauf von dem zweiten Geschoss getroffen wurde. Der israelische Fernsehsender Channel 10 TV berichtete, bei keinem der Getöteten handele es sich um einen radikalen Palästinenser. Der Sender bezeichnete den Angriff auf das Lager als einen Fehler. Hunderte Einwohner des Lagers kamen auf die Strasse und schworen Rache.

Bei einem Luftangriff am Vormittag wurden zwei Hamas-Aktivisten sowie ein Passant getötet. Es gab mehrere Verletzte. Das Fahrzeug der Aktivisten war kurz zuvor in der Nähe eines Hauses gesichtet worden, das bei der ersten israelischen Attacke zerstört worden war. Dieses Gebäude in der Stadt Gaza diente nach israelischen Angaben als Raketenwerkstatt der Hamas. Palästinensischen Ärzten zufolge verletzten die israelischen Bomben elf Menschen, darunter vier Kinder und eine alte Frau.

Bei dem dritten Angriff in einem östlichen Vorort von Gaza wurden ein Haus und ein Auto von Raketen zerstört, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Die Insassen des Fahrzeugs Autos konnten sich in Sicherheit bringen. Die Armee teilte mit, in dem bombardierten Gebäude seien Kassam-Raketen hergestellt worden. Allein am Sonntag waren acht dieser Geschosse auf israelischem Gebiet niedergegangen, ohne Schaden anzurichten. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon erklärte vor dem Parlament, seine Streitkräfte würden ihren Kampf gegen den Terror unbeirrt fortsetzen.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia appellierte an die Völkergemeinschaft, angesichts der «israelischen Aggression» aufwachen. Er hoffe noch immer, eine Waffenruhe mit Israel auszuhandeln. Die Führer der palästinensischen Untergrundorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad kündigten indessen bei einem gemeinsamen Treffen in Beirut Vergeltung für die anhaltenden Militärschläge Israels an..

Angesichts der anhaltenden Gewalt haben die USA die Hoffnung auf eine baldige Umsetzung des internationalen Friedensplanes offenbar aufgegeben. Die amerikanische Botschaft in Tel Aviv bestätigte am Montag, der Leiter des Kontrollteams zur Umsetzung der so genannten Road Map plane nicht, in nächster Zukunft in den Nahen Osten zurückzukehren. John Wolf verliess die Region bereits im September.

(dapd)

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