«10 vor 10» wird gerügt
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«10 vor 10» wird gerügt

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) hat eine Beschwerde gegen einen «10 vor 10»-Beitrag zum Zürcher Flughafen gutgeheissen.

Mit dem ohne ausreichende Begründung erhobenen Vorwurf des Missmanagements seien zentrale journalistische Sorgfaltspflichten verletzt worden.

Das Nachrichtenmagazin «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens kritisierte im Beitrag vom vergangenen 22. Mai, die Probleme des Zürcher Flughafens Unique seien nicht nur auf äussere Einflüsse zurückzuführen. Das Unternehmen gehe vielmehr zu wenig energisch gegen Überkapazitäten vor, habe im Zusammenhang mit dem gescheiterten Staatsvertrag Taktikfehler begangen und die Geschäftsleitung betreibe Missmanagement.

Der Beschwerdeführer rügte daraufhin, viele Fakten seien falsch oder unvollständig dargestellt worden. Der Vorwurf von Missmanagement sei im «10 vor 10» einzig damit begründet worden, dass seit der Privatisierung des Flughafens die Managerlöhne trotz dem Sturz des Aktienkurses erheblich erhöht worden seien. Diese vordergründig einleuchtende Begründung verkenne aber, dass ein Aktienkurs von zahlreichen unternehmensinternen und externen Faktoren abhänge, schreibt die UBI. Zudem hätten Vergleiche mit Managerlöhnen bei andern Unternehmen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, wie auch andere mögliche sachliche Begründungen für den Vorwurf gefehlt. Damit habe der Beitrag das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt. Zentrale journalistische Sorgfaltspflichten wie die des Transparenzgebots, der Sachkenntnis und der zumutbaren Recherche seien nicht eingehalten worden. «Werden in einer Sendung schwerwiegende Vorwürfe gegen ein Unternehmen beziehungsweise Personen erhoben, bedarf dies einer sachlichen und transparenten Begründung, damit sich das Publikum dazu eine eigene Meinung bilden kann», hält die UBI fest. Die anderen in der Beschwerde vorgebrachten Rügen gegen den Beitrag erachtet die UBI dagegen als unbegründet.

Der Entscheid kann mit einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden. (dapd)

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