Private Hilfe: 10 x Solidarität für die Flüchtlinge in der Schweiz

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Private Hilfe10 x Solidarität für die Flüchtlinge in der Schweiz

Zum Essen einladen oder Decken für Kinder nähen: Mit diesen Aktionen hilft die Bevölkerung den in der Schweiz ankommenden Flüchtlingen.

von
bz
Die Solidarität in der Schweiz ist gross: Im St. Gallischen Buchs empfingen die Anwohner die Flüchtlinge mit Plakaten mit der Aufschrift «Refugees are welcome here».

Die Solidarität in der Schweiz ist gross: Im St. Gallischen Buchs empfingen die Anwohner die Flüchtlinge mit Plakaten mit der Aufschrift «Refugees are welcome here».

Tausende Bootsflüchtlinge sterben im Mittelmeer. 71 Flüchtlinge ersticken in einem österreichischen Camion. Ein kleiner Bub wird tot am Strand von Bodrum angespült. Angesichts dieser Schreckensmeldungen entschliessen sich immer mehr Schweizer dazu, aktiv zu werden und den ankommenden Flüchtlingen zu helfen. In den letzten Wochen und Monaten haben Freiwillige und Hilfsorganisationen zahlreiche Angebote auf die Beine gestellt. Das können auch Sie tun:

1. Zum Essen einladen

Der Zürcher Verein Solinetz oder das Solidaritätsnetz Bern suchen Freiwillige, die Flüchtlinge zu einem Mittag- oder Nachtessen einladen.

2. Im Garten gegen das Heimweh kämpfen

Das Hilfswerk HEKS pachtet an verschiedenen Orten Parzellen innerhalb von Stadtgärten und bewirtschaftet diese gemeinsam mit Migranten und Flüchtlingen. Familien können in den Gärten Gemüse, Kräuter und Beeren anbauen, Kenntnisse über den biologischen Anbau und das Kompostieren erwerben und gleichzeitig Deutsch lernen und mit Gartennachbarn in Kontakt kommen.

3. Decken für Kinder

Freiwillige nähen selber Decken oder suchen zuhause und in Brockenhäusern nach Bettwäsche, die sich in gutem Zustand befindet. Ziel des Projekts «mini Decki» ist, dass jedes Flüchtlingskind, das in den Aargau kommt, eine wärmende und schützende Decke erhält.

4. Cumulus-Punkte spenden

Mehrere Leute sammeln gemeinsam Punkte für dasselbe Cumulus-Konto. Anstatt die Rabatt-Punkte der Migros-Einkäufe selber einzusacken, erhalten die Flüchtlinge die entsprechenden Gutscheine.

5. Deutsch unterrichten

Organisationen wie Caritas oder die Fachorganisation AOZ vermitteln Freiwillige, die Asylsuchenden Deutsch unterrichten. Auch der Förderverein Cocomo sucht ehrenamtliche Nachhilfelehrer für Deutsch und Mathematik, um Flüchtlinge bei der Arbeitsintegration zu unterstützen.

6. «Wahlgötti» sein

Beim Roten Kreuz Baselland kann man für rund zwei Stunden pro Woche oder 14-täglich «Wahlgötti», «Wahlgotti» oder «Wahlgrosseltern» für ein fremdsprachiges Kind sein. Auch haben die Paten die Möglichkeit, einem erwachsenen Migranten zu helfen, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden.

7. Zusammen etwas unternehmen

Alexandra Müller, Geschäftsleiterin des Vereins Solinetz, empfiehlt Hilfsbereiten, den Kontakt zu den Flüchtlingen in den Asylzentren zu suchen. «Dort kann man die Flüchtlinge direkt fragen, was sie brauchen.» Die Freiwilligen können die Flüchtlinge zum Beispiel auf einen Spaziergang mitnehmen, mit ihnen die Umgebung erkunden oder sie lediglich zum Plaudern treffen. Mitglieder von Sport- und Musikvereinen machen den Alltag der Asylsuchenden farbiger, wenn sie sie zum Mitmachen ermutigen. Stefan Frey, Sprecher der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, empfiehlt auch, Flüchtlinge in den Ausgang mitzunehmen.

8. «Ihr seid willkommen»

Alexandra Müller schlägt weiter vor, den Flüchtlingen in Form von Plakaten im Dorf zu zeigen, dass sie willkommen sind. So, wie die Anwohner die Flüchtlinge am Dienstag im St. Gallischen Buchs mit Plakaten mit der Aufschrift «Refugees are welcome here» empfingen.

9. Einen Flüchtling aufnehmen

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) sucht Personen, die bereit sind, Flüchtlinge bei sich zuhause unterzubringen. Allerdings ist das bislang erst in den Kantonen Aargau, Bern, Genf und Waadt möglich – in den anderen Kantonen sind noch weitere Verhandlungen mit den Behörden nötig.

10. Mit Flüchtlingen in einer WG leben

Das Projekt «Wegeleben» bietet Wohnmöglichkeiten für Flüchtlinge. Die Berner Gründer Gian Färber und Méline Ulrich vermitteln vorläufig aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen freie WG-Zimmer. «Indem ein geflüchteter Mensch in einer WG mit «Einheimischen» wohnt, kommt er/sie auf verschiedenen Ebenen endlich richtig in der Schweiz an», schreiben die Gründer auf der Website.

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