Aktualisiert 26.09.2005 01:51

100.000 demonstrieren in Washington gegen Irak-Politik

Rund 100.000 Menschen sind in Washington gegen die Irak-Politik der Regierung Bush auf die Strasse gegangen und haben den Abzug der US-Truppen gefordert.

Der grösste Protestmarsch in der amerikanischen Hauptstadt seit Beginn des Krieges vor zweieinhalb Jahren zog am Samstag am Weissen Haus vorbei. An einem Friedenskonzert am Denkmal für George Washington nahm auch Folksängerin Joan Baez teil, die als Ikone der Protestbewegung gegen den Vietnam-Krieg gilt.

Höhepunkt der Kundgebung war der Auftritt von Cindy Sheehan, deren 24-jähriger Sohn im Irak ums Leben kam und die der Friedensbewegung in diesem Jahr mit einer 26-tägigen Mahnwache vor der Ranch von US-Präsident George W. Bush in Texas neuen Schwung verliehen hat. «Schämt euch», rief Sheehan den Mitgliedern des Kongresses zu, die die Politik der Regierung unterstützen. «Wie viele Kinder von anderen Leuten wollt ihr noch opfern?»

Auch in anderen Städten der USA folgten tausende dem Aufruf zu Protestmärschen. In Los Angeles waren es 15.000, auf Plakaten wurde Bush als Kriegsverbrecher bezeichnet. Weitere Kundgebungen gab es in San Diego, San Francisco und Seattle. Zuvor hatten am Samstag bereits rund 10.000 Menschen in London für den Abzug der britischen Truppen aus dem Irak demonstriert. In Rom versammelten sich Kriegsgegner mit Friedensfahnen vor der US-Botschaft und legten Blumen zum Gedenken an die Opfer nieder.

(dapd)

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