Aktualisiert 11.03.2014 10:22

Ungeklärter Fall100'000 Franken Kopfgeld auf Täter ausgesetzt

Im August 2008 wurde an einer Tankstelle in Zürich-Seebach eine Frau niedergestochen. Um den Täter endlich zu finden, setzt der Mann der Verstorbenen jetzt ein Kopfgeld aus.

von
dos
In dieser Tankstelle wurde das Opfer am 20.August 2008 von einem Unbekannten niedergestochen.

In dieser Tankstelle wurde das Opfer am 20.August 2008 von einem Unbekannten niedergestochen.

Die Tat ereignete sich vor knapp fünfeinhalb Jahren um kurz vor Mitternacht: Eine 28-jährige Mutter zweier Kinder wurde an der Esso-Tankstelle an der Schaffhauserstrasse 459 in Zürich-Seebach von einer unbekannten Person mit einem Küchenmesser brutal niedergestochen. Obwohl die Tankstelle in Familienbetrieb, in der die junge Frau an jenem Abend als Aushilfe gearbeitet hatte, videoüberwacht war, konnten die Bilder keine ausschlaggebenden Indizien zum Täter liefern.

Zu erkennen ist lediglich eine 170 bis 175 cm grosse Person mit einem hell maskierten Gesicht im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Sie trug eine dunkle, langärmelige Jacke oder einen Pullover, einen hellen Gürtel, eine dunkle Baseballmütze und helle Schuhe, beschreibt der «Tages-Anzeiger» die Bilder.

Bis heute wurde der Täter trotz intensiver Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich noch nicht gefasst. Nun hat der Ehemann der Verstorbenen, Beyhan Yelocagi, eine Belohnung von 100'000 Franken ausgeschrieben für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Gemäss einer Rekonstruktion der Polizei soll der Täter oder die Täterin zu Fuss hinter die Tanksäulen und aus der Stadt geflüchtet sein.

Attacke eine Zufallstat?

Genauso wie die Identität der Gestalt ist auch das Mordmotiv unbekannt. Da bei der Tat nichts gestohlen wurde, schliesst die Polizei einen Raubmord aus. Auch für einen politisch motivierten Mord auf die getötete Kurdin gibt es keine Hinweise. Der Profiler, der laut dem «Tagesanzeiger» an den Ermittlungen beteiligt ist, vermutet eher eine Zufallstat. Der Täter sei bei der Attacke ein hohes Risiko eingegangen. Die Tankstelle steht an einer gut befahrenen Strasse und kurz vor der Tat kaufte dort noch ein Kunde ein. Die zahlreichen Stiche weisen laut dem Profiler auf eine grosse Wut hin.

Bereits im Januar 2009 verdoppelte der Ehemann des Opfers die Belohnung der Polizei auf 20'000 Franken. Damals gingen zwar Hinweise ein, keiner davon war aber zielführend. Die sechsstellige Summe soll jetzt aber, so hofft Beyhan Yelocagi, Mitwisser endlich zum Reden bringen. Auch die Polizei rechnet dank dem rekordhohen Kopfgeld mit vielen Reaktionen und hofft, den Fall bald lösen zu können.

Hinweise nimmt die Kantonspolizei Zürich per Mail (esso2008@kapo.zh.ch) oder per Telefon (044 247 22 11) entgegen.

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