Archäologie: 100 000 Jahre Sex
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Archäologie100 000 Jahre Sex

Reizwäsche aus der Bronzezeit oder Phallussymbole der Römer – das alles kann man in der Ausstellung «100 000 Jahre Sex. Über Liebe, Fruchtbarkeit und Wollust» begutachten, die ab Samstag im deutschen Lübeck zu sehen ist.

Die ältesten gezeigten Erotika sind 25 000 bis 30 000 Jahre alt. Es handelt sich um Kopien sogenannter Venus-Statuetten, kleine Frauenfiguren mit extrem grossen Brüsten und breiten Hüften, die als Fruchtbarkeitssymbole dienten.

Felsenzeichnungen zeigen jagende Männer mit extrem grossen Geschlechtsteilen. Aus römischer Zeit stammen Phallus-Kannen, deren Tüllen wie männliche Geschlechtsteile geformt sind, und geflügelte, mit Glöckchen behängte Penisnachbildungen.

«Die hingen im alten Rom als Glücksbringer im Eingangsbereich des Hauses», erläuterte der Urheber der Ausstellung, der niederländische Archäologe Vincent van Vilsteren. Er hat die Ausstellung mit Leihgaben aus 60 Museen zusammengetragen.

Die Ausstellung zeigt auch, wie sich die Einstellung zu Sex und Erotik von Epoche zu Epoche verändert hat. Während im antiken Griechenland Vasen und Trinkgefässe mit detaillierten Darstellungen des Liebesspiels geschmückt wurden, verschwanden solche Darstellungen im 19. Jahrhundert in den Giftschränken.

(sda)

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