100'000 Kampfanzüge verbrannt
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100'000 Kampfanzüge verbrannt

Die Schweizer Armee hat wegen der Verkleinerung ihrer Lager letzes Jahr 100'000 gebrauchte Kampfanzüge verbrannt. Der Einkaufswert dieser Kleidungsstücke beträgt rund zwölf Millionen Franken.

Dies bestätigte das VBS zu einem Artikel der Tageszeitung «La Liberte». Die «Kämpfer» sollen nicht in falsche Hände geraten.

Es handle sich um das aktuelle Modell des Kampfanzugs, das Anfang der 90-er Jahre gekauft und von verschiedenen Soldaten getragen wurde, wie Roland Junger, Verantwortlicher bei der Logistikbasis der Armee (LBA) sagte. Die Vernichtung fand in den letzten Monaten des vergangenen Jahres in verschiedenen Betrieben in der Schweiz statt.

Mit der veränderten Aufgabe der Armee und der damit verbundenen Bestandsreduktion von 360'000 auf noch 220'000 Armeeangehörige sei die Armee mit einem Überschuss an Material konfrontiert gewesen. Bei den Kampfanzügen sei daraufhin beschlossen worden, diese weder in der Schweiz noch ins Ausland zu verkaufen. Man wolle so vermeiden, dass paramilitärische Verbände mit Schweizer Tarnanzügen operierten. Laut Junger hat während dem Kosovokonflikt die Kosovarische Befreiungsarmee UCK Schweizer Kampfanzüge erworben. Dies habe ein schlechtes Licht auf die Schweizer Armee geworfen. Aus demselben Grund seien die Kampfanzüge auch nicht humanitären Organisationen überlassen worden.

Gebrauchte Armeeanzüge würden grundsätzlich nicht weitergegeben, die meist hochwertigen Stoffe aber rezykliert, sagte der Verwaltungsratsdelegierte von Texaid, Bernhard Burger, auf Anfrage. Dies verursache aber zumeist nur Kosten. Verbrennen komme nur als letzte Möglichkeit in Frage, denn auch hier fielen Kosten an. Burger forderte von der Armee, künftig bei solchen Vernichtungsaktionen offener zu informieren. (dapd)

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