Flüchtlingsdrama in Georgien: 100 000 Vertriebene im Kaukasus
Aktualisiert

Flüchtlingsdrama in Georgien100 000 Vertriebene im Kaukasus

Mindestens 100 000 Menschen sind laut UNO durch den militärischen Konflikt um die abtrünnige georgische Region Südossetien vertrieben worden. 80 Prozent der Stadtbevölkerung von Gori sind auf der Flucht.

Diese Zahl nannte am Dienstag das Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf. Die UNO-Organisation rief die Verantwortlichen vor Ort auf, humanitäre Korridore zur Versorgung der Menschen zu öffnen. Unter Berufung auf Angaben der georgischen und der russischen Regierung nannte das UNHCR die Zahl von rund 30 000 Menschen, die von Südossetien nach Nordossetien flohen.

Zudem gebe es in Südossetien rund 12 000 Binnenflüchtlinge. Aus der georgischen Stadt Gori, die mehrere Tage lang das Ziel russischer Luftangriffe war, flohen demnach 56 000 Menschen. Das entspreche 80 Prozent der Bevölkerung der Stadt. Viele suchten vermutlich Zuflucht in der Hauptstadt Tiflis.

Ein erstes Flugzeug mit 34 Tonnen Hilfsgütern aus UNO-Beständen landete am Dienstagmittag in Tiflis. Zelte, Decken und Kochgerät stammen aus einem UNHCR-Lager in Dubai. Eine zweite Maschine soll am Mittwoch von Kopenhagen aus nach Tiflis starten.

UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres hat insgesamt zwei Millionen Dollar aus den Notfallreserven der Organisation für Hilfstransporte in die umkämpfte Region bewilligt.

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will in Kürze eine Hilfslieferung in den Südkaukasus schicken. 15 Tonnen Medizinalgüter wurden für einen Charterflug ab Genf bereitgestellt. Auch Material für die sichere Trinkwasser-Versorgung von rund 20 000 Menschen soll ins Gebiet geschickt werden. (sda)

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